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Altenburg Grenzwertüberschreitungen bei Ozon und Feinstaub in Altenburg
Region Altenburg Grenzwertüberschreitungen bei Ozon und Feinstaub in Altenburg
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00:32 26.05.2018
Die einzige Altenburger Messstation für Luftschadstoffe, ein grünes Häuschen, befindet sich am Theaterplatz am Fuße des Schlosses. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Am 21. Mai 2008, also vor fast genau zehn Jahren, traten in der Europäischen Union neue Vorschriften in Kraft, um die Bürger vor Luftschadstoffen zu schützen. Doch noch immer überschreitet Deutschland die einst vereinbarten Grenzwerte. Wegen zu hoher Feinstaub- und Stickoxidwerte verklagte die EU-Kommission sogar kürzlich die Bundesrepublik, vor allem wegen Grenzwertüberschreitungen in Stuttgart.

Auch in Altenburg werden solche Werte immer wieder überschritten, allerdings im zulässigen Rahmen. Der einzige Messpunkt für Luftschadstoffe sowohl in Altenburg als auch im Landkreis befindet sich vor dem Theater, einem relativ stark befahrenen Gebiet, das von großen Gebäuden, wie zum Beispiel dem Schloss, eingeschlossen ist. Zumindest für einen Wert, dem des Ozons, vermeldete das mit Graffiti bemalte grüne Häuschen am Dienstag um 14 Uhr keine guten Ergebnisse. Als Bewertung für die 124 Mikrogramm pro Kubikmeter stand nur „ausreichend“. Danach käme schon „schlecht“. Damit stand die Skatstadt an diesem Tag freilich nicht allein. Ähnlich bedenkliche Werte wurden in Thüringen auch in Greiz, Meiningen und Nordhausen registriert. Im Monatsmittel April weist Altenburg mit 63 Mikrogramm jedoch die schlechtesten Thüringer Werte für ein Stadtzentrum aus.

2015 war schlechtes Jahr

Die Skatstadt hat gerade mit dem Ozon ihre Probleme. An zehn Tagen wurde 2017 das zulässige Acht-Stunden-Mittel im Jahr überschritten. Seit Anfang Januar war dies erneut dreimal der Fall. Eines der schlechtesten zurückliegenden Jahre war 2015, als 29-mal Überschreitungen dokumentiert wurden. Dies verstieß glasklar gegen die von der EU vereinbarte Höchstgrenze von 25 Tagen. Die gesundheitlichen Wirkungen von Ozon bestehen in einer verminderten Lungenfunktion, entzündlichen Reaktionen in den Atemwegen und Augen und Atemwegsbeschwerden.

Nicht eingehalten werden ebenso die Werte beim Feinstaub, dessen Teile kleiner als zehn Mikrometer sind. Zwar vermeldete die Messstelle am Theater am Montag dieser Woche mit 13 Mikrogramm pro Kubikmeter gute Werte, jedoch wurden die zulässigen 50 Mikrogramm im Tagesmittel in diesem Jahr bereits viermal übertreten. Zugelassen sind allerdings 35 Überschreitungen. Dazu kam es seit den ersten Messungen in Altenburg seit 2001 nicht ein einziges Mal. 2017 wurde der Wert an zehn Tagen nicht eingehalten.

Feine Staubpartikel, wie Ruß, Pollen oder Aerosole, stehen im Verdacht, Lungenkrankheiten und dabei so gar Krebs auszulösen. Quellen sind die Verbrennung von Kohle oder Öl, aber auch der Kfz-Verkehr, beispielsweise durch den Abrieb von Bremsen oder Reifen. Mit den im April gemessenen 19 Mikrogramm pro Kubikmeter als Monatsdurchschnitt bewegt sich Altenburg im Thüringer Mittelfeld. Schlechter sind die Krämpferstraße oder die Friedericistraße in Gera, eine etwas bessere Luft gibt es in Greiz, Jena und Mühlhausen. Allerdings wurden am verrufenen Neckartor in Stuttgart am Montag ebenfalls 20 Mikrogramm gemessen.

Gute Werte bei Stickstoffdioxid

Bei anderen Werten schneidet Altenburg dagegen ziemlich gut ab. So wurden bei Stickstoffdioxid keine Überschreitungen festgestellt. Die am Dienstag gemessenen acht Mikrogramm pro Kubikmeter bezeichnet das Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie als sehr gut.

Die Messstelle am Theater gilt als repräsentativ für das Stadtzentrum. Weitere Kriterien wären extreme lokale Belastungen durch den Straßenverkehr, der allerdings nicht für eine gesamte Stadt zutrifft, sowie ländliche oder Waldgebiete. Messstellen an letztgenannten Orten gibt es im Altenburger Land jedoch nicht.

Am Theater gemessen werden ebenso die Belastungen durch Schwefel- und Stickstoffdioxid, Ruß, Blei, Arsen, Kadmium und Nickel. Diese Werte weist das Landesanstalt als unbedenklich aus. Das war nicht immer so. Schwefeldioxid beispielsweise war Anfang der 90er-Jahre ein großes Problem. 1993 wurden an 96 Tagen die zulässigen Tagesmittelwerte überschritten. Das ist vorbei.

Von Jens Rosenkranz

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