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Größtes Altenburger Hotel schließt Heiligabend

30 Angestellten gekündigt Größtes Altenburger Hotel schließt Heiligabend

Das größte Hotel des Kreises, der Altenburger Hof, schließt in wenigen Tagen. Pächter Dietrich Wieland macht vor allem den riesigen Investitionsstau in Höhe von rund 750.000 Euro dafür verantwortlich, dass er den Vertrag nicht wieder verlängert habe. Eine Miteigentümerin wies diesen Vorwurf zurück. Den 30 Angestellten ist bereits gekündigt worden.

Hotelpächter Dietrich Wieland wirft nach 15 Jahren hin. Am Hotel Altenburger Hof sei der Investitionsstau mittlerweile zu groß, sagt er.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Es hat 145 Zimmer, 13 Tagungsräume, es beherbergt rund 52.000 Gäste im Jahr und hält damit den Tourismus im Kreis am Laufen: Der Altenburger Hof – er ist das größte Hotel sowohl in Altenburg als auch im gesamten Landkreis. Doch am 23. Dezember werden die letzten Gäste auschecken. Denn das Haus schließt danach. Und damit verlieren 30 Angestellte ihren Job.

Seit April 2000 ist Dietrich Wieland Pächter des Hotels. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus. Die geplante Übergabe an die Eigentümer soll am 28. Dezember stattfinden. Denn Wieland will den Pachtvertrag nicht wieder verlängern, was er vor fünf Jahren das letzte Mal getan hat. Dass der Hotelier nicht erneut unterschreibt, liege an einem riesigen Investitionsstau im dem Anfang der 90er-Jahre errichteten Haus, der sich in den letzten Jahren verschärft habe. Wieland spricht von massiven Problemen, die für ihn einen effizienten und auskömmlichen Hotelbetrieb unmöglich machen. Dabei nennt er Wasserschäden, undichte Dächer, eine überalterte Heizungsteuerung, die enorme Kosten verursacht. Wegen durchgefaulter Fenster könnten einige Zimmer nicht einmal mehr vermietet werden. Alles in allem müssten rund 750.000 Euro investiert werden.

Die Eigentümer sehen aber keinen Bedarf für Investitionen, eine gemeinsame Lösung habe man nicht finden können, sagt der Pächter. Dazu zähle auch die Pachthöhe, die sich mit den Realitäten in der Region nicht vereinbaren lasse. Denn Altenburg allein ziehe als touristischer Name nicht. Eine Vermarktung gelinge nur in Verbindung mit Ausflügen nach Leipzig, Dresden oder Weimar, meint Wieland. Diese Angebote seien in den letzten Jahren in Verbindung mit Busreise-Unternehmen gut gelungen. 90 Prozent aller Gäste nutzen solche Angebote von Veranstaltern, nur zehn Prozent übernachten von sich aus im Altenburger Hof.

Das Hotel ist in Privatbesitz und wird von einer Gesellschaft in Stuttgart verwaltet. Eine Vertreterin dieser Firma, die gleichzeitig Miteigentümerin ist, wies die Vorwürfe von Pächter Dietrich Wieland als haarsträubend und unzutreffend zurück. Im Moment sei unklar, wie es nach Neujahr mit dem Haus weitergehe. Ihren Namen wollte sie allerdings nicht nennen. Ihr Anwalt in Frankfurt/Main erklärte, dass das Hotel vorübergehend geschlossen werde, nachdem der Hotelbetrieb zum 23. Dezember 2015 eingestellt wird und der bisherige Pachtvertrag zum Jahresende ausläuft. Vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens könnten zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weitere Stellungnahme abgegeben werden.

Dass das größte Hotel des Kreises schließt, scheint offenbar niemanden zu interessieren, meint Wieland. Obwohl dies im Rathaus und im Landratsamt bekannt sei, habe dort niemand nachgefragt, wie man helfen könne.

Dabei hat die Schließung des Hauses, falls sich kein Nachfolger findet, enorme Auswirkungen auf den Tourismus der Region. Wieland hat die Auslastung und die jährlichen Besucherzahlen hochgerechet. Danach würden mit einem Schlag etwa 45 000 Gäste ausbleiben, die seit Jahren nur wegen der guten Geschäftsbeziehungen des Hotels zu den Reiseveranstaltern zielgerichtet den Altenburger Hof ansteuern. Viele nutzen Stadtführungen, besuchen das Schloss, kaufen im Senfladen, der Destille oder woanders ein. Fest steht bereits, dass sämtliche der 30 Mitarbeiter ihren Job verlieren, der Großteil wird die Gastro-Branche verlassen, wenige haben Aussicht auf etwas Neues.

Von Jens Rosenkranz

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