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Großalarm in Altenburg: Gebäude mit unbekannten Chemikalien brannte

Riesige Rauchsäule Großalarm in Altenburg: Gebäude mit unbekannten Chemikalien brannte

Eine riesige Rauchsäule über Altenburg sorgte am späten Donnerstagabend für Aufregung in der Stadt und weiten Teilen der Region. Ein Gebäude im Hausweg stand in Flammen – nach ersten Erkenntnissen der Polizei lagerten dort alte Lacke und Farben. Nach Polizeiangaben konnte der Brand bis zum Freitagmorgen gelöscht werden.

Das brennende Gebäude befindet sich direkt an der Bahnlinie Altenburg–Zwickau, hinter Bäumen, die ebenfalls Feuer fangen.

Quelle: Kay Würker

Altenburg. Die Rauchwolke, die Donnerstagabend gegen 21 Uhr über Altenburg stand, ist bis ins sächsische Frohburg zu sehen und ließ das Schlimmste ahnen. Am Hausweg gleich neben der Bahnlinie nach Zwickau steht das schon etliche Jahre leer stehende Haus mit der Nummer 5 lichterloh in Flammen. Großalarm für alle vorhandenen Altenburger Feuerwehren: Neben der Berufsfeuerwehr rücken die Freiwilligen Wehren aus der Skatstadt sowie den Ortsteilen Ehrenberg, Kosma und Paditz an. Auch die Rositzer Kameraden sowie später die Meuselwitzer Wehr mit der zweiten Drehleiter sind mit eingebunden. „Alles in allem 52 Feuerwehrleute, die die ganze Nacht über und auch noch bis Freitagmittag zu tun hatten, um den Brand zu bekämpfen“, sagt Altenburgs Feuerwehrchef Meik Zimny.

Die gewaltige Rauchsäule, die noch kilometerweit außerhalb der Stadt zu sehen ist, bereitet den eingesetzten Feuerwehrleuten sowie Polizei und Rettungsdienst besonderes Kopfzerbrechen. Zimny: Bei dem brennenden Gebäude handelt es sich um eine Halle, die einst als Verkaufsstätte für Haushaltwaren genutzt wurde, die aber schon seit Jahren leer steht. Aber wir haben Informationen, dass darin Lacke, Farben und andere Chemikalien lagern, die jetzt unkontrolliert abbrennen und Ursache für die starke Rauchenwicklung sein könnten.“ Oft nur mit schwerer Atemschutz-Technik wagen sich die Feuerleute in die Nähe des Brandherdes, um zu löschen. Das Feuer greift zudem immer mehr auf ein umliegendes Wäldchen über. „Um die Sicherheit beim Löschen zu gewährleisten werden die angrenzende Bahnlinie von und nach Zwickau nun komplett gesperrt, die Oberleitungen abgeklemmt.

Völlig ausgebrannt und teilweise eingestürzt präsentiert sich die Brandruine am Freitag

Völlig ausgebrannt und teilweise eingestürzt präsentiert sich die Brandruine am Freitag. Die Kripo ermittelt. Sie geht von Brandstiftung aus.

Quelle: Mario Jahn

Auch der Bahnhof Paditz war gesperrt. Von den Sperrungen betroffen waren die S-Bahn-Linien S5 und S5X sowie die RE-Linie Altenburg-Gera von 21.08 bis 1.25 Uhr. Es gab Verspätungen im Nahverkehr und es wurde Busersatzverkehr organisiert. Betroffen waren insgesamt 15 Züge“, teilt die Bahn mit.

Die Löscharbeiten in der Dunkelheit gestalten sich sehr kompliziert: „Das Areal ist völlig verwildert. Zudem mussten wir zwei lange Schlauchstrecken zur ausreichenden Löschwasserversorgungen von beiden Seiten des Hausweges legen. Insgesamt über rund zwei Kilometer“, schätzt Zimny ein.

Die Anwohner werden derweil über den Rundfunk aufgefordert, vorsichtshalber Fenster und Türen im Umkreis von mindestens 500 Metern zum Brandherd geschlossen zu halten. Diese Warnung gilt bis in die Mittagsstunden – so lange halten die Restlöscharbeiten die Kameraden noch in Atem, in die Freiwillige Wehren aus Altenburg, Paditz, Ehrenberg, Kosma, Rositz und Windischleuba eingebunden sind. Die Polizei evakuiert mehrere benachbarte Wohnhäuser. Die Beamten klingeln an etlichen Haustüren, um über den Brand zu informieren.

Zahlreiche Schaulustige verfolgen den massiven Einsatz von Feuerwehr und Polizei, die Donnerstagabend sogar einen Hubschrauber einsetzen, um einen besseren Überblick zu haben. Schnell werden aus den Reihen der Anrainer auch massive Vorwürfe laut, weil alle Zufahrten hoffnungslos zugeparkt seien und das Anrücken der Feuerwehr massiv behindert würden.

Dem widersprach am Freitag Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD): „Dort geht es sicher recht eng zu, aber es waren definitiv keine Feuerwehrzufahrten von parkenden Autos zugestellt. Sicher wurde ein solcher Anschein erweckt, weil die Feuerwehren im ersten Löschangriff sehr schnell und massiv vorgehen.“

Am Freitagmittag übernimmt die Kripo die Ermittlungen zur Brandursache, wobei offen von Brandstiftung gesprochen wird. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 50 000 Euro.

Noch unklar ist am Freitag, ob dort tatsächlich Lacke und andere Chemikalien gebrannt haben. „Das Gebäude ist massiv einsturzgefährdet und der Giebel bereits gerissen. Aber wir haben zumindest Behältnisse festgestellt, die diesen Schluss zulassen“, erklärt Meik Zimny.

Mit der Kooperation aller eingesetzten Wehren sowie der Polizei ist der Altenburger Feuerwehrchef sehr zufrieden: „Das hat wirklich so geklappt, wie sich das jeder wünscht.“

Von Jörg Wolf und Kay Würker

Altenburg Hausweg 50.9928473718 12.449329506885
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