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Großer Zuspruch bei „Klassik bei Kerzenschein“ in Altenburg

Nuancenreichtum im Schummerlicht Großer Zuspruch bei „Klassik bei Kerzenschein“ in Altenburg

Trotz vollen Terminkalenders am ersten Adventswochenende fanden zahlreiche Besucher am Sonnabend den Weg ins Altenburger Landestheater. Das Philharmonische Orchester hatte zu „Klassik bei Kerzenschein“ geladen – und gab dabei insbesondere Nachwuchsmusikern wieder viel Raum zur Präsentation.

Mit viel Spielfreude ging das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera bei „Klassik bei Kerzenschein“ zu Werke.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Inmitten der Veranstaltungsvielfalt zum ersten Advent mit Vicky Leandros, Sächsischem Kammerchor, Posaunenkonzert und Schlossadvent fand sich auch wie angekündigt ein stimmungsvolles Winterkonzert innerhalb der Traditionsreihe „Klassik bei Kerzenschein“. Viel für die relativ kleine Stadt mit ihrem endlichen Publikum. Dennoch fand dieses Angebot seine berechtigte Resonanz.

Mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera, einem redegewandten Kapellmeister, fünf leistungsstarken jungen Solistinnen – wo blieb das männliche Pendant? – sowie einem Hingucker in Sachen Bühnengestaltung mit Kerzenständer, Weihnachtsbaum und Schneekristallhorizont hatte man im Landestheater viel aufgeboten.

In seinen Begrüßungsworten und der wie gewohnt mit Infos zur Werkgeschichte, geistvollem Humor und einfühlsamer Begleitung der Solisten gespickten Moderation wies Thomas Wicklein auf den Wert der Orchesterpatenschaft „Tutti pro“ hin. Diese möchte junge Menschen in ihrem Talent fördern und ermöglicht oft erstmaliges Musizieren mit einem Orchester. Dem Dirigenten wie den Musikern sei es eine große Freude, diese Aufgabe zu übernehmen. Und diese war über den gesamten Konzertabend in seinem Nuancenreichtum zu spüren.

Das Philharmonische Orchester leitete diesen mit einer heiteren Mozartouvertüre zu dessen „Schauspieldirektor“ ein. Eine Reminiszenz an die Einweihung der Geraer Bühne am Park mit eben dieser Oper vor elf Jahren.

Mit Felix Mendelssohns Konzertstück Nr. 2 d-Moll für zwei Klarinetten und Orchester stellten sich im ersten Konzertteil mit Susanne Breinl und Sophie Lehnert und im zweiten Teil mit dem 2. und 3. Satz von Antonio Vivaldis Violinkonzert E-Dur Marlene Husung Schülerinnen der Musikschule Altenburger Land vor. Sie sehen ihr Musizieren als leidenschaftliches Hobby neben Schule, Ausbildung oder zweitem Hobby Tanz. Zudem macht es ihnen Spaß, vor Publikum zu spielen. Dies übertrug sich im gekonnten Zusammenspiel der Klarinetten und speziell beim frischen Musizieren des heiteren Violinsatzes auf die Zuschauer.

Bei Carmen Dreßler und Anna Herrmann, den Cellosolistinnen vor der Pause und zum Abschluss des Konzertes ist die Berufsmusikerkarriere bereits vorgezeichnet. Beide sind Studierende der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ zu Leipzig. Sie sorgten für die Höhepunkte, ja die Sternstunden dieses Klassikabends.

Carmen Dreßler, der gleichnamigen Altenburger Kulturinstitution entstammend, brillierte mit Peter Tschaikowskis Rokoko-Variationen A-Dur für Violoncello und Orchester. Dabei erwies sie sich in Relation zum Ausbildungsstand als perfekte Beherrscherin aller technischen Schwierigkeiten des Konzertstückes mit seinen Flageoletts und Kadenzen. Zuzüglich sorgte sie für ein Eintauchen in die russische Tonsprache mit der Auslotung ihrer Seelenempfindungen adäquat zum Orchester.

Auch Anna Herrmann entstammt einer Altenburger Musikerfamilie. Ihr Verdienst und das von Thomas Wicklein samt Philharmonischem Orchester ist es, mit Édouard Lalos Konzert für Violoncello und Orchester d-Moll ein dem Altenburger Publikum wohl eher unbekanntes Werk vorgestellt zu haben. Sie konnte das gleiche technische Vermögen wie ihre Vorgängerin in die Waagschale werfen, machte die frühimpressionistischen Anklänge und die spanische Folklore des Werkes erlebbar. Dazu kommt die enorme Gedächtnisleistung beider beim Spiel ohne Noten. Jubel und viele Bravi für die Musikerinnen, ein Triumph des Cellos.

Werbeplakate im Vorfeld zeigten farbenfroh Hagebutten im Eismantel. Diesen haben alle Mitwirkenden an diesem Abend schmelzen lassen.

Von Frieder Krause

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