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Großes Getümmel im kleinen Pflichtendorf

Straßenfest Großes Getümmel im kleinen Pflichtendorf

Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat das Straßenfest im Wintersdorfer Ortsteil Pflichtendorf Tradition. Am Samstag ging die 22. Auflage über die Bühne. Viele Anwohner und Weggezogene nutzten die Gelegenheit, mal wieder ins Gespräch zu kommen. Zudem reisten diesmal Künstler aus Nordhausen an.

Geselliges Beisammensein beim Pflichtendorfer Straßenfest. Künstler Dietmar Junker gibt mit der Geige den musikalischen Rahmen.

Quelle: Mario Jahn

Pflichtendorf. Einmal im Jahr wird ein Wirtschaftsweg im Wintersdorfer Ortsteil Pflichtendorf zur großen Bühne für Künstler und Wiedersehensfreude. Am Wochenende war es wieder einmal so weit. Zum 22. Mal trafen sich Anwohner und Gäste zum Straßenfest, zum Klönen, Feiern und Verweilen.

Eine Baustelle gab einst den Anstoß. 1995 war die Straße in der Mitte des Ortes runderneuert worden und die Anwohner beschlossen, eine Einweihungsfeier zu organisieren. Aus der Party wurde eine Tradition. Gastwirt Uwe Müller und seine Frau sind von Anfang an dabei und bis heute Mitinitiatoren des großen Stelldicheins. „Mit vielleicht 20 Leuten hat das Ganze hier angefangen“, erinnert er sich. „Damals war’s im Oktober, da haben wir vor allem Glühwein verkauft.“ Heute findet das beschauliche Fest regelmäßig in der vorletzten oder letzten Woche im Juli statt.

Und dann geht die Post ab. Man trifft sich, sitzt zusammen, schwelgt in Erinnerungen oder informiert sich über Neues. So sitzt am Samstag auch Dietrich Zapfe aus Heukendorf gemeinsam mit seiner Frau und Bekannten an einer der über 30 Biertischgarnituren, erzählt von alten Zeiten. „Früher als junge Stifte haben wir hier in Pflichtendorf mal die Hoftore ausgehängt und an die alte Linde gekettet“, so der Rentner, der seit 1946 in unmittelbarer Nähe wohnt. Vom einstigen Dorfanger ist nur noch ein Baum am Anfang des Wirtschaftsweges geblieben. Dietrich Zapfe: „Früher haben sich die Frauen hier im Konsum ausgetauscht, heute wird das Straßenfest dazu genutzt.“

Über 250 Einwohner zählt der Ortsteil, doch an diesem Fest-Wochenende ist natürlich viel mehr los. André Domaschus aus Frankfurt und sein Bruder sind extra angereist und haben sogar noch Freunde aus Berlin und München mitgebracht. Die beiden sind mit Uwe Müller verwandt und helfen an den Getränkeständen fleißig mit. „Wir schmeißen die Bar, um alle mit Cocktails zu verwöhnen“, erklärt André Domaschus und ergänzt schmunzelnd: „Um zu helfen, ist uns natürlich kein Weg zu weit.“

Ein weiterer Gast, der über 300 Kilometer zurückgelegt hat, um einen gemütlichen Abend zu verbringen, ist Julian Sinke. Der 27-Jährige besuchte das Meuselwitzer Seckendorff-Gymnasium. Er trifft nun schon das vierte Jahr in Folge seine Wintersdorfer Freunde beim Straßenfest wieder. „Wir sitzen hier zusammen und genießen das leckere Bier“, sagt er und seine Schwester Selina Sinke fügt hinzu: „Das ist hier wie der kleine Bruder der Wintersdorfer Dorffestes.“

Die einstige Gemeinde Pflichtendorf ist seit 1923 mit Wintersdorf verbunden. Grund genug, dass der Ortsteilbürgermeister von Wintersdorf, Thomas Reimann, den Organisatoren der Feierlichkeit mit Freude unter die Arme greift. Uwe Müller ist für die Unterstützung sehr dankbar: „Ich finanziere das Fest aus eigener Tasche und es kostet ja auch für die Besucher keinen Eintritt.“ Ohne die Hilfe des Ortschaftsrates sei das Ganze nicht zu stemmen. Ebenso helfen viele Freiwillige, stehen schon am Vormittag bereit, um die Bierbänke aufzustellen.

Der kulturelle Höhepunkt des Abends ist extra aus Nordhausen angereist. Im Trabbi mit Anhänger und jeder Menge Requisiten kommen Künstler an, die sich als „Die drei Tenöre“ vorstellen, allerdings zu zweit angereist sind. Andreas Rzehak und Dietmar Junker, deren optische Markenzeichen Frack, langer Schal, Perücke, weißes Hemd und Fliege sind, begeistern das Publikum mit so manchem musikalischen Klassiker. Auch die leuchtende Laterne und die Schaufensterpuppe gehört dazu. „Wieder ein toller Höhepunkt für Pflichtendorf“, lobt Zuschauer Uwe Gerschel.

Von Eva Anna-Lena Zorn

Pflichtendorf 51.044999 12.3474301
Pflichtendorf
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