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Grünes Licht: Kreistag bewilligt 96 Millionen Euro bis 2021

Theaterfinanzierung Grünes Licht: Kreistag bewilligt 96 Millionen Euro bis 2021

Das Altenburger Land wird die Theater und Philharmonie Thüringen (TPT) jährlich mit 1,74 Millionen Euro bezuschussen. Diese vorerst bis 2021 gültige Vereinbarung segnete der Kreistag jetzt ab. Zusammen mit den Geldern von Gera, Altenburg und dem Land wird die TPT bis 2021 insgesamt mit 96 Millionen Euro Steuergeldern gefördert.

Die Vorstellungen auch im Altenburger Theater sind für die nächsten Jahre finanziell abgesichert.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Keine Zitterparty, keine Schweißperlen, keine feuchten Finger, wie in der Vergangenheit, nichts. Ohne jegliche Disskussion und ohne eine einzige Gegenstimme hat der Kreistag jene Millionen bewilligt, mit der die Theater und Philharmonie Thüringen GmbH (TPT) bis 2021 weiter arbeiten kann. Zur Erinnerung: Wegen der ständig steigenden Zuschüsse gab es in den vergangenen Jahre heftige Debatten und mitunter äußerst knappe Mehrheiten.

Das sollte nicht wieder passieren. Ziel war, dass trotz der Tarifsteigerungen die Anteile der drei Gesellschafter möglichst konstant bleiben. Das gelang vor allem deswegen, weil das Land als Hauptgeldgeber seine jährlichen Zuschüsse auf bis zu 11,9 Millionen Euro im Jahr 2021 aufstockt. Damit ist gewährleistet, dass das Fünf-Sparten-Angebot erhalten bleibt, das einzige dieser Art in Thüringen. Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen, bis 2024 soll sich die Entlohnung schrittweise an den Flächentarifvertrag angleichen. Der schlechter dotierte Haustarifvertrag war von Ensemblemitgliedern immer wieder kritisiert worden. Bemängelt wurde ebenso, dass viele Bereiche im Theater unterbesetzt seien, wie beim technischen Personal oder in der Dramaturgie. Darauf nimmt der Vertrag keinen Bezug.

Die ebenso angestrebte Kooperation mit der Jenaer Philharmonie soll intensiviert werden. Wie das konkret aussieht, steht noch nicht fest und wird extra vereinbart. Die Rede ist von gemeinsamen Projekten an den Standorten Jena, Gera und Altenburg, wie beispielsweise Open-Air-Konzerte.

Bis zuletzt umstritten war die Orchesterstruktur. Nun steht fest, dass die Planstellen auf die Mindestgröße eines B-Ensembles abgesenkt werden, zu dem 66 Mitglieder zählen. Konkret ist in der Vereinbarung eine Absenkung um neun auf 64 vollbeschäftigte Musiker festgeschrieben. Im Moment gehören dem Klangkörper 73 Akteure an.

Der Vertrag sieht vor, dass ab dem Zeitpunkt der bereits erfolgten Unterzeichnung keine Nachbesetzungen im Orchesterbetrieb erfolgen. Aber es gibt Ausnahmen, nämlich dann, wenn eine vakante Stelle nicht aus dem Kreis der übrigen Musiker nachbesetzt werden kann.

Laut Finanzierungsvereinbarung zahlt der Landkreis 1,74 Millionen Euro pro Jahr, die Stadt Gera 4,4 Millionen, der Freistaat zunächst 11,5 Millionen Euro, bis 2021 steigt der Betrag jährlich um 100 000 Euro. Altenburg ist mit rund 1,2 Millionen Euro dabei. Damit wird das TPT allein 2017 mit 18,9 Millionen Euro bezuschusst. Bis 2021 summiert sich dieser Betrag auf rund 96 Millionen Euro. Ab 2022 müssen die Zusagen von den Volksvertretern neu beschlossen werden.

Während im Kreistag niemand Lust hatte, etwas zu den Millionen-Beträgen zu sagen, hatte der Kulturausschuss der Stadt Gera wie berichtet offenbar mehr Redebedarf. „So störte sich Petra Metzner (Linke) daran, dass zu einem B-Orchester 66 Musiker gehören, in der Vereinbarung lediglich 64 im Stellenplan ausgewiesen seien. Die besagten zwei Stellen würden laut Generalintendant Kay Kuntze aber erst 2032 beziehungsweise 2046 wegfallen. „Ein bisschen utopisch kommt mir das schon vor, dass wir über 2030 und 2040 reden. Wir wissen doch nicht mal, was nächstes Jahr ist“, erwiderte darauf Klaus Peter Creter (CDU). Er bezeichnete es als große Zumutung, was den TPT-Beschäftigten seit Jahren mit dem Haustarifvertrag angetan werde.

Gera gilt wegen seiner extremen finanziellen Probleme als Wackelkandidat unter den Gesellschaftern. Der Stadtrat wird am Donnerstag über die Finanzierungsvereinbarung abstimmen. Da es im Kulturausschuss jedoch nur drei Enthaltungen und keine Gegenstimme gab, kann auch hier mit einer Zustimmung gerechnet werden.

Von Jens Rosenkranz

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