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Altenburg Grünes Licht für Spielewelt im Altenburger Schloss
Region Altenburg Grünes Licht für Spielewelt im Altenburger Schloss
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00:45 30.04.2018
Altenburg ist im Topf für zwei Großprojekte: Neben der Landesgartenschau, die rings ums den Großen Teich steigen könnte, macht der Stadtrat nun einen Schritt in Richtung Spielewelt im Prinzenpalais des Schlosses. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Michael Wolf hat ein klares Signal für die Spielewelt gewollt – und der Altenburger Oberbürgermeister hat es bekommen. So bekannte sich der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig zu dem Zehn-Millionen-Euro-Projekt, das bis 2023 im Prinzenpalais des Schlosses entstehen soll. Bevor die Planungen weiter- und der Bau losgehen können, braucht es noch das Okay des Landes für fast 8,2 Millionen Euro Fördermittel. Trotz der 35 Ja-Stimmen blieben bei einigen Stadträten Fragen offen.

Multimedial und interaktiv

Klar ist bisher nur, dass im Prinzenpalais auf vier Etagen eine multimediale interaktive Spielewelt entstehen soll. Nach den Plänen könnte die Kartenmacherwerkstatt in den Keller ziehen, während im Erdgeschoss ein Empfangs- und Gastronomiebereich mit Freisitz vorgesehen ist. In den beiden Obergeschossen sollen auf rund 900 Quadratmetern eine mit Haut und Haaren erlebbare Ausstellung zur Geschichte des Spiels von der Antike bis zur Gegenwart sowie Open Labs Platz finden. Hinter Letzterem verbergen sich technisch ausgerüstete Räume, die von Firmen zur Arbeit, Produktentwicklung, -präsentation oder zur Teambildung genutzt werden können.

Arbeitsgruppe für „gigantische Chance“

Um diese Pläne mit Leben zu füllen, erteilten die Stadträte dem OB zudem den Auftrag, eine Arbeitsgruppe Spielewelt mit Fachleuten und Fraktionsmitgliedern zu gründen, die regelmäßig die Öffentlichkeit informiert. Auch muss der Rathauschef künftig sicherstellen, dass der Schlossberg gemeinsam mit dem Land insgesamt entwickelt wird. Heißt: Spielewelt, Lindenau-Museum, Mauritianum, Marstall und Schlosspark. Dabei unterstrich Wolf, dass noch dieses Jahr für den Marstall eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden soll, man in der Spielewelt „eine gigantische Chance“ sehe und das Land das Projekt als „besonders bedeutend“ einschätze.

Opfer Schlossfassade und Co.

Mit der erhofften touristischen Sogwirkung, für die die Stadt mindestens 1,62 Millionen Euro selbst aufbringen muss, rechtfertigte der OB die Opfer. Denn dadurch verschiebt sich die weitere Sanierung der Schlossfassade „um drei, vier Jahre“ und die der Roten Spitzen sowie der Mauern im Schlosshof/Agnesgarten „bis auf Weiteres“. Es werde aber keinen Stillstand und keinen finanziellen Mehrbedarf im Schloss geben, man habe nur Vorhaben verschoben.

Entscheidung ins Blaue

Neben diesen Tatsachen speist sich die Skepsis des Stadtforums vor allem aus Unklarheit. „Wir entscheiden ins Blaue“, sagte Jutta Penndorf stellvertretend. „Wir wissen nicht, was gezeigt wird, wissen nichts zu einem Betreiberkonzept und zu den Betriebskosten.“ Eine ähnliche Meinung vertraten die Linken, als sie erstmals Anfang des Jahres von der Spielewelt hörten, erklärte Fraktionschefin Kati Klaubert. Dies sei nach und nach aber der Meinung gewichen, „dass es so eine zweite Förderchance für Altenburg nicht geben wird“, weswegen die „Idee immer mehr zur Vision“ wurde.

Landesgartenschau 2024: Vergabe am 8. Mai

Ein Jahr nach Eröffnung der 4. Landesgartenschau in Apolda zeichnet sich eine Entscheidung der Thüringer Regierung über den nächsten Austragungsort ab. Laut Altenburger CDU-Stadtratsfraktion will das Kabinett das Thema am 8. Mai behandeln. Wie das Infrastrukturministerium mitteilte, stimmen sich die Ressorts dazu bereits ab.

Die Frage von Stadtrat Sven Simon-Wittig (CDU), ob Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) dazu Informationen oder gar eine Einladung vorlägen, verneinte der Altenburger Rathauschef. Nach Ende des Bürgerbegehrens gegen die Laga habe man der Landesregierung mitgeteilt, dass Altenburg seine Bewerbung aufrecht erhalte, so Wolf. Eine Reaktion habe es nicht gegeben.

Die nächste Thüringer Landesgartenschau findet 2024 statt. Beworben haben sich neben Altenburg Leinefelde-Worbis, Mühlhausen und das Städtedreieck Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blankenburg. Eigentlich sollte die Entscheidung über den Ort für 2024 bereits am 1. Oktober 2017 bekannt gegeben werden. Das hatte die Landesregierung aber auf dieses Frühjahr verschoben, weil man sich nicht einigen konnte.

Von Thomas Haegeler

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