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Altenburg Grundsatzbeschluss ins Blaue
Region Altenburg Grundsatzbeschluss ins Blaue
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20:36 02.04.2013
Die alte Turnhalle der Mäder-Schule soll durch einen Neubau ersetzt werden, dann könnte künftig die Schulspeisung in dem historischen Anbau untergebracht werden. Fotos: Mario Jahn Quelle: Mario Jahn

"Egal, wie man zur Gemeinschaftsschule steht: Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, damit die Schule fit ist für die Zukunft." So hatte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf der jüngsten Stadtratssitzung seinen Antrag zur Errichtung einer neuen Einfeld-Sporthalle auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule Erich Mäder begründet. Samt Gymnastikraum würden sich die Kosten auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen, wie der Vergleich mit einem ähnlichen Objekt im Kreis Sonneberg gezeigt habe. Und der Rathaus-Chef stellte klar: "Wir werden dieses Geld auch auftreiben, wenn wir es wollen."

Wie Wolf den Stadträten zuvor dargelegt hatte, könne Altenburg mit rund 370 000 Euro Fördermitteln rechnen. In die Wachstumsinitiative des Freistaats Thüringen für das Altenburger Land sei das Projekt von der interministeriellen Arbeitsgruppe bereits aufgenommen worden. "Man muss durch Türen gehen, wenn sie sich öffnen", so der OB.

Zumal es keine Konkurrenz zum Sporthallen-Projekt des Kreises im Wieratal gebe und glücklicherweise auch keine europaweite Ausschreibung nötig sei. Aus Haushalts-Ausgaberesten des vergangenen Jahres ließe sich die Entwurfsplanung schon jetzt und auch ohne Etat beschließen, den die Stadt derzeit noch nicht hat. "Aber die Entwurfsplanung ist Voraussetzung für die Fördergelder", begründete Michael Wolf seinen Vorstoß.

Wie die Debatte im Stadtrat zeigte, ist die baulichen Notwendigkeit weitgehend unstrittig. Die zum denkmalgeschützten Hauptgebäude gehörende alte Turnhalle wird heutigen Anforderungen an den Sportunterricht nicht mehr gerecht: Sie bietet zu wenig Platz, die Heizkörper stellen eine ständige Verletzungsgefahr dar, es gibt keinen Geräteraum und die Umkleide- und Sanitärräume im Keller sind ebenfalls sanierungsbedürftig.

Mit einem Neubau auf dem dafür genügend Platz bietenden Schulhof würde eine zeitgemäße Einrichtung für den Sportunterricht entstehen, so die Argumentation der Verwaltung. Außerdem ließe sich die alte Halle mit vergleichsweise wenig Aufwand so herrichten, dass darin künftig die Schulspeisung untergebracht werden könnte. Die findet derzeit in einer alten Baracke statt, die sich in einem sehr schlechten Bauzustand befindet und als nicht erhaltungsfähig gilt. Obendrein könnte die umgebaute Halle für schulische Veranstaltungen genutzt werden, die Mäder-Schüler müssten nicht mehr in die Aula des Friedrichgymnasiums ausweichen. Und letztlich würde der Neubau die Sportstätten-Situation im Zentrum der Stadt entspannen, die Überkapazitäten in Altenburg-Nord wären per Schließung der sanierungsbedürftigen kleinen Sporthalle in der Bonhoefferstraße ebenfalls gleich mit abgebaut.

Diese inhaltlichen Gründe überzeugten zwar die meisten Stadträte, aber nicht alle. Ganz große Bauchschmerzen meldete Pro-Altenburg-Chef Peter Müller an. In der Rechnung des Rathauses blieben 1,2 Millionen Euro offen, und im Wirtschaftsausschuss habe man gar nicht übers Geld gesprochen, sagte er. Ließe sich die alte Sporthalle nicht doch sanieren? Bei der Friesenturnhalle sei dies auch gelungen. Was würde der Abriss der Baracke kosten? Deshalb sein Appell an alle Stadträte: "Lasst uns die Entscheidung vier Wochen verschieben und vor Ort einfach noch mal genau hinschauen. Wir könnten einen Haufen Geld sparen."

Das sah Sandy Reichenbach (CDU) ebenso. Ihm fehle der Vergleich, warum sich die Stadt für einen Neubau und nicht für eine Sanierung entschieden habe. "Wir treffen eine Grundsatzentscheidung ins Blaue. Wir haben keinen belastbaren Tatsachenvergleich", warnte er.

Und Willi Präger (SPD) kritisierte, dass die im Ausschuss geforderte Übersicht zu den Nachfolgekosten von der Verwaltung zwar zugesagt, aber nicht vorgelegt wurde. "Wenn wir jetzt einen Grundsatzbeschluss fassen, halten wir den Zug nicht mehr auf."

Solchen mehrfach vorgetragenen Bedenken hielt der OB entgegen, die Verwaltung sei nicht in der Lage, jede Einzelheit vorauszuberechnen. "Manchmal muss man in der Lage sein, Grundsatzentscheidungen zu treffen, wenn man noch nicht jede Zahl kennt", sagte Wolf. Oberste Priorität habe die Wachstumsinitiative des Landes. Man solle die dafür Verantwortlichen "nicht vor den Kopf stoßen", bekräftigte er seinen Vorschlag eines Neubaus.

Nachdem per Geschäftsordnungsantrag die Debatte beendet wurde, gab der Stadtrat letztlich mit großer Mehrheit grünes Licht für das Turnhallen-Projekt.

Günter Neumann

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