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Gunther Emmerlich verzaubert sein Altenburger Publikum

Konzert in der Brüderkirche Gunther Emmerlich verzaubert sein Altenburger Publikum

Die äußeren Umstände für das letzte große Vorweihnachtskonzert in Altenburg waren nicht die günstigsten. Am Freitagabend gegen 18.30 Uhr zog sich eine lange Schlange wartender Zuschauer von der Brüderkirche die Brüdergasse hoch, um Gunther Emmerlich zu sehen. Sie kamen trotz verspäteten Beginns voll auf ihre Kosten.

Jeanne Pascale Schulze, Gunther Emmerlich und Sabina Herzog (v.l.) beim Konzert in der Brüderkirche.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die äußeren Umstände für das letzte große Vorweihnachtskonzert in Altenburg waren nicht die günstigsten. Am Freitagabend gegen 18.30 Uhr zog sich eine lange Schlange wartender Zuschauer von der Brüderkirche die Brüdergasse hoch. Der Einlass mitsamt Kartenkontrolle und Fragenbeantwortung für der über 800 Besucher der Gunther-Emmerlich-Veranstaltung wurde nur von einem Vertreter der Agentur vorgenommen und dann blieb auch noch der Eingang zur linken Empore eine Zeit lang verschlossen. Auch gab es unterschiedliche Auffassungen über den Veranstaltungsbeginn. Alles in allem begann das Konzert eine halbe Stunde später als hier in Altenburg propagiert. Dass die Kirche nicht beheizt war, empfand man mit Länge der Zeit unangenehm, war aber noch hinnehmbar wegen der milden Außentemperaturen. Das Publikum ertrug dies alles mit Geduld und mit vorweihnachtlicher Gelassenheit und die kleine Künstlertruppe, wie es schien, auch.

Das Programm hatte den Charakter eines weihnachtlichen Kammerkonzerts und gab mit Musik und Wort die Besinnlichkeit, die der Weihnachtszeit im allgemeinen innewohnen sollte. Es begann festlich jubilierend mit Händels „Tochter Zion“ und „Jubel und Freud“, brachte weihnachtliche Weisen aus Tirol, Schlesien, Frankreich und Katalonien, bekannte Lieder bekannter Komponisten, wie den Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck und die Weihnachtshymne „O heilige Nacht“ von Adolphe Adam, die wohl augenblicklich in keinem Weihnachtsprogramm fehlt.

Swing- und Dixieland-Musik

Und Gunther Emmerlich frönte seiner zweiten musikalischen Leidenschaft neben der Opernarbeit: der Swing- und Dixieland-Musik. Um diese zu praktizieren, gibt es hierzulande keinen besseren Anlass als die Weihnachtszeit. So hatte er drei Spirituals in sein Programm genommen, darunter auch das bekannte „Go, tell it on the mountain“ und bewies mit intensivem Singen, dass er mit dieser Musik vertraut ist, wobei er dabei von seinem kleinen Ensemble bestens unterstützt wurde. Dieses bestand aus der Sopranistin Jeanne Pascale Schulze mit einer schönen höhensicheren Stimme, Sabine Herzog, die das Violoncello spielte und einigen Liedern ihre Stimme lieh. Kurt Sander mit seiner Trompete und der Corno da caccia gab der Musik den barocken Klang, und der meistbeschäftigte Musiker war Matthias Suschke an der Orgel und am Klavier.

Das Programm war gut zusammengestellt, sparte die gängigen Weihnachtslieder mit Volksliedcharakter aus und brachte solche, die neben den schon genannten ihren Ursprung als Kunstlied hatten und als Weihnachtslied bekannt wurden. Die Interpreten wechselten durch alle Möglichkeiten: Da gab es Sopran oder Bass mit Klavier oder Orgel oder beide mit Orgel und Trompete oder mit vollem Ensemble – aber immer blieb der kammermusikalische und besinnliche Charakter gewahrt.

Gunther Emmerlich war nicht ein Leben lang ein beliebter Entertainer, um diese Seite seines Künstlertums nicht in das Programm einzubringen. Er bereicherte dies mit weihnachtlichen Texten und Gedichten auch von Künstlern, denen man solche nicht zutraute wie Heinz Erhardt mit dessen „Weihnachten 1944“ im Kriege, zu denen Emmerich schöne eigene Worte fand. Oder er brachte Bonmots ins Spiel wie „Es war einmal eine Rosine, die verkroch sich im Stollen – und war verschollen“. Am köstlichsten waren seine eigenen Texte aus seinen Büchern „Ich wollte mich mal ausreden lassen“ und „Zugabe“, die sprachlich pointiert sind und mit Ironie nicht sparen. Seine „Reha zu Weihnachten“ bleibt im Gedächtnis.

Es gab viel Beifall, eine Zugabe und das gemeinsame Abschlusslied „O du fröhliche...“.

Von Manfred Hainich

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