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Gutachten: Altenburg braucht Löschprofis

Gutachten: Altenburg braucht Löschprofis

Die Skatstadt braucht weiterhin Löschprofis, allerdings nicht unbedingt in Form einer Berufsfeuerwehr. Eine Freiwillige Feuerwehr mit so vielen hauptamtlichen Mitarbeitern, wie sie derzeit im neuen Feuerwehrzentrum am Weißen Berg im Schichtbetrieb rund um die Uhr ihren Dienst erfüllen, würde genügen und wäre auch rechtlich korrekt.

Altenburg. Von jörg Wolf

 

Aber die mit jeweils sechs Profis besetzten Schichten werden ausschließlich für die Sicherheit Altenburgs gebraucht - für die häufigen Einsätze außerhalb der Stadt sollten sie künftig nicht mehr eingesetzt werden.

 

Dies sind die Kernaussagen eines 40-seitigen Gutachtens über die "Risikoeinstufung und die bedarfsgerechte Vorhaltung der Feuerwehr in der Stadt Altenburg", das im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt wurde. Erstmals wurden Details des rund ein halbes Jahr unter Verschluss gehaltenen Papiers auf der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt.

 

"Wenn wir als Kommune wirtschaftlich leistungsfähig bleiben wollen, gehören alle Bereiche auf den Prüfstand", begründete Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) das Papier. Weil man eine wirklich neutrale Einschätzung des Zustandes haben wollte, habe man sich für das Gutachten externen Sachverstand geholt. Und zwar mit Roland Goertz, der nicht nur Chef der Berufsfeuerwehren Erfurt und Karlsruhe war. Der Professor und promovierte Chemiker gilt auch als Experte für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit von Feuerwehren.

 

Wolf bekannte offen, dass er über die Ergebnisse des Gutachtens "verdutzt und auch ein wenig sauer" gewesen sei. Vermutlich weil es zu dem Ergebnis kommt, dass künftig trotz weiter drastisch sinkender Einwohnerzahlen eine Personalverringerung der Feuerwehr ausgeschlossen ist - und damit erhoffte Einspareffekte wegfallen.

 

"Zwar reduziert sich die Einwohnerzahl auf unter 30 000 und damit jene Grenze, für die der Gesetzgeber zwingend die Vorhaltung von hauptamtlichen Feuerwehrleuten vorsieht. Aber die Gefahrenpotenziale, beispielsweise bei Infrastruktur und Wirtschaft, bleiben bestehen und erfordern ein solches Hauptamt. Eine Stadt wie Altenburg kommt ohne das nicht aus", so der frühere Leitende Branddirektor.

 

Der Status Berufsfeuerwehr sei allerdings zu überdenken und besser abzuschaffen. Denn laut Gesetzgeber umfasse eine personell ordnungsgemäß ausgestattete Berufswehr Schichtstärken von zehn Mann. Rechne man ein, dass immer Kameraden im Frei, im Urlaub, auf Weiterbildung oder krank sind, braucht es knapp 50 Planstellen, um diesen Personalschlüssel zu erfüllen. Altenburg hat derzeit 28 Planstellen, die gerade so für eine Schichtstärke von je sechs Löschprofis ausreichen.

 

Dies sei aber andererseits genug, um eine Freiwillige Feuerwehr mit jeweils sechs hauptamtlichen Kräften pro Schicht zu installieren. Dafür würden nur 30 Planstellen gebraucht - aber auch gleichzeitig gut ausgebildete freiwillige Feuerwehrleute als Reserve.

 

"Denn die sechs Hauptamtlichen können zwar die Anrückefristen im gesamten Stadtgebiet halten. Aber sie sind nicht in der Lage, größere Einsätze allein zu bewältigen", hob Goertz hervor. Bislang weist jedoch die Freiwillige Wehr erhebliche Defizite bei Personal und Ausbildung auf. Und noch eine "Gewohnheit" hält er für dringend veränderungswürdig: "Wenn die sechs Hauptamtlichen woanders hinfahren, sind sie hier nicht mehr verfügbar: Das halte ich für gefährlich." Vereinbarungen mit dem Landratsamt und den Umlandgemeinden könnten Abhilfe schaffen.

 

Zwei Dinge versprach der OB gleich: Die fehlenden zwei Stellen werden in die Planung aufgenommen und am Beamtenstatus für alle Hauptamtlichen wird sich nichts ändern. © Kommentar

Jörg Wolf

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