Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Gutachten: Altenburg braucht Löschprofis
Region Altenburg Gutachten: Altenburg braucht Löschprofis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:45 22.09.2014

Von jörg Wolf

Aber die mit jeweils sechs Profis besetzten Schichten werden ausschließlich für die Sicherheit Altenburgs gebraucht - für die häufigen Einsätze außerhalb der Stadt sollten sie künftig nicht mehr eingesetzt werden.

Dies sind die Kernaussagen eines 40-seitigen Gutachtens über die "Risikoeinstufung und die bedarfsgerechte Vorhaltung der Feuerwehr in der Stadt Altenburg", das im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt wurde. Erstmals wurden Details des rund ein halbes Jahr unter Verschluss gehaltenen Papiers auf der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt.

"Wenn wir als Kommune wirtschaftlich leistungsfähig bleiben wollen, gehören alle Bereiche auf den Prüfstand", begründete Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) das Papier. Weil man eine wirklich neutrale Einschätzung des Zustandes haben wollte, habe man sich für das Gutachten externen Sachverstand geholt. Und zwar mit Roland Goertz, der nicht nur Chef der Berufsfeuerwehren Erfurt und Karlsruhe war. Der Professor und promovierte Chemiker gilt auch als Experte für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit von Feuerwehren.

Wolf bekannte offen, dass er über die Ergebnisse des Gutachtens "verdutzt und auch ein wenig sauer" gewesen sei. Vermutlich weil es zu dem Ergebnis kommt, dass künftig trotz weiter drastisch sinkender Einwohnerzahlen eine Personalverringerung der Feuerwehr ausgeschlossen ist - und damit erhoffte Einspareffekte wegfallen.

"Zwar reduziert sich die Einwohnerzahl auf unter 30 000 und damit jene Grenze, für die der Gesetzgeber zwingend die Vorhaltung von hauptamtlichen Feuerwehrleuten vorsieht. Aber die Gefahrenpotenziale, beispielsweise bei Infrastruktur und Wirtschaft, bleiben bestehen und erfordern ein solches Hauptamt. Eine Stadt wie Altenburg kommt ohne das nicht aus", so der frühere Leitende Branddirektor.

Der Status Berufsfeuerwehr sei allerdings zu überdenken und besser abzuschaffen. Denn laut Gesetzgeber umfasse eine personell ordnungsgemäß ausgestattete Berufswehr Schichtstärken von zehn Mann. Rechne man ein, dass immer Kameraden im Frei, im Urlaub, auf Weiterbildung oder krank sind, braucht es knapp 50 Planstellen, um diesen Personalschlüssel zu erfüllen. Altenburg hat derzeit 28 Planstellen, die gerade so für eine Schichtstärke von je sechs Löschprofis ausreichen.

Dies sei aber andererseits genug, um eine Freiwillige Feuerwehr mit jeweils sechs hauptamtlichen Kräften pro Schicht zu installieren. Dafür würden nur 30 Planstellen gebraucht - aber auch gleichzeitig gut ausgebildete freiwillige Feuerwehrleute als Reserve.

"Denn die sechs Hauptamtlichen können zwar die Anrückefristen im gesamten Stadtgebiet halten. Aber sie sind nicht in der Lage, größere Einsätze allein zu bewältigen", hob Goertz hervor. Bislang weist jedoch die Freiwillige Wehr erhebliche Defizite bei Personal und Ausbildung auf. Und noch eine "Gewohnheit" hält er für dringend veränderungswürdig: "Wenn die sechs Hauptamtlichen woanders hinfahren, sind sie hier nicht mehr verfügbar: Das halte ich für gefährlich." Vereinbarungen mit dem Landratsamt und den Umlandgemeinden könnten Abhilfe schaffen.

Zwei Dinge versprach der OB gleich: Die fehlenden zwei Stellen werden in die Planung aufgenommen und am Beamtenstatus für alle Hauptamtlichen wird sich nichts ändern. © Kommentar

Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer von Altenburg mit dem Auto nach Nobitz möchte, hat seit Monaten große Probleme und kommt nur mit längeren Umwegen ans Ziel. Seit gestern ist die Strecke aber wieder deutlich kürzer.

19.09.2014

In den Marstall, eines der eindrucksvollsten historischen Gebäude Altenburgs, soll wieder Leben einziehen. Und nicht nur beim traditionellen Marstallkonzert oder der Kreativmesse im Rahmen des Denkmaltages zeigte sich: Die Altenburger lieben den markanten Bau, der einst unter Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts für seine Reit- und Kutschpferde errichtetet wurde, der aber sichtbar unter jahrzehntelangem Verfall litt.

18.09.2014

2015 wird ein gutes Kinojahr. Das bisher eher schlechte Jahr 2014 ist noch zu retten. Denn jetzt im Herbst starten so viele Filme wie lange nicht in die Kinos. Das kann auch die bisher schlechte Bilanz des Kinojahres im Döbelner Kino "CiD" noch retten.

16.09.2014
Anzeige