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Altenburg Gute Botschaften für den allerletzten Zipfel
Region Altenburg Gute Botschaften für den allerletzten Zipfel
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20:44 20.01.2012
Altenburg

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Von Jens Rosenkranz

"Das Altenburger Land ist erkennbar vorangekommen", sagte der Landrat. Hier lasse es sich gut leben und arbeiten und es sei der richtige Platz zum Investieren. Rydzewski erinnerte an zahlreiche Grundsteinlegungen, Richtfeste, Einweihungen sowie Firmenjubiläen. Dazu zählte er das in Betrieb genommene ambulante medizinische Zentrum in Schmölln, den begonnenen Neubau des Medicums am Klinikum Altenburger Land sowie das neue Altenpflegeheim in Löbichau. Außerdem seien das Schulinvestprogramm abgeschlossen, viele Projekte der Wachstumsinitiative realisiert oder begonnen und ein neues Konzept für den Flugplatz erstellt worden. Auch die schwierige Theaterfinanzierung sei beschlossen, sagte der Landrat. Er kündigte an, dem Kreistag eine Beschlussvorlage zum Neubau einer Schulsporthalle in Langenleuba-Niederhain vorzulegen. "Die Eltern und Kinder warten schon viel zu lange darauf."

Einen Großteil seiner Ansprache verwendete der Landrat für teils heftige Kritik an der Landregierung. Die Thüringer Finanzpolitik stelle Gemeinden und Landkreis vor erhebliche Probleme, weil die Konsolidierung der Landesfinanzen zu großen Teilen auf den Schultern der Kommunen abgeladen wird. Mehr als ein Jahrzehnt lang habe man es versäumt, Landespersonal und Behörden zu reduzieren, staatliche Zwischenstellen abzubauen, Standards zu verändern und das Regelwerk zu vereinfachen. Die Kommunen hätten ihre Hausaufgaben in solchen Fragen schon lange gemacht.

Man solle sich darauf einstellen, "dass es den Landkreis Altenburger Land ab 2018 nicht mehr geben könnte", ging der Landrat auf eine mögliche Gebietsreform ein. "Ein Großkreis Gera-Greiz-Altenburger Land mit der Kreisstadt Gera ist keine Utopie. Das liegt alles vermutlich schon in der Schublade." Rydzewski kritisierte solche Pläne "als bürgerferne, bezirksähnliche Verwaltungseinheiten" und zweifelte die angekündigten Einspareffekte an. Die Beispiele aus Sachsen und Sachsen-Anhalt belegten, dass eine Kreisgebietsreform über einen langen Zeitraum viel Geld kostet. Positive Effekte seien nicht nachgewiesen. Wirkliche Einsparungen werde man nur erreichen, wenn die Dienstleistungen der Landkreise erheblich ausgedünnt werden. Für Bürger und Betriebe bedeuteten dies weniger Service, weitere Wege und längere Wartezeiten.

Rydzewski erneuerte seine Kritik, dass Kreis von der Landesregierung vernachlässigt werde, gewann der Randlage jedoch einen positiven Aspekt ab. "Wir hatten schon öfter den Eindruck, von unserer Landesregierung so auch behandelt zu werden - als die Allerletzten." Von der Mitte Mitteldeutschlands aus gesehen sei man jedoch der erste Landkreis von Thüringen, sagte er.

Trotz der vielen Probleme warnte der Landrat davor, dass der Landkreis nur noch verwaltet werde und sich nichts mehr bewege. Das führe zwangsläufig zu Missständen und es wäre unverantwortlich "vor unseren Kindern und Enkeln". Deshalb seien weitere Investitionen nötig. Kunst und Kultur müssten auf gutem Niveau erhalten, Freizeiteinrichtungen geschaffen, Vereine und Ehrenamt gefördert und systematisch an der Verbesserung von Wohn- und Lebensqualität gearbeitet werden.

Für eine angenehme und gekonnte musikalische Umrahmung des Empfanges sorgten der Chor des Christlichen Spalatin-Gymnasiums und das Blasorchester Lucka. Im Anschluss an die Ansprache des Landrates nutzen viele Gäste die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich an einem reichhaltigen Buffet zu stärken.

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