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Gute Geister bringen Lumpziger Bockwindmühle in Schuss

Keine Winterpause Gute Geister bringen Lumpziger Bockwindmühle in Schuss

Das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel stehen unmittelbar vor der Tür. Doch viele Mitglieder des Vereins Altenburger Bauernhöfe sind gedanklich bereits im Frühsommer. Aus ihrer Sicht ist in wenigen Wochen Pfingsten. Denn am 5. Juni ist die fast 300 Jahre alte Maschine die Kulisse für die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentags.

Die Lumpziger Bockwindmühle ist nun fertig saniert, nun folgen der Mühlenhof und angrenzende Gebäude.

Quelle: Mario Jahn

Lumpzig. Das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel stehen unmittelbar vor der Tür. Doch viele Mitglieder des Vereins Altenburger Bauernhöfe sind gedanklich bereits im Frühsommer. Aus ihrer Sicht ist in wenigen Wochen Pfingsten. Zumindest fühlt es sich angesichts der vielen Arbeit, die bis dahin noch erledigt werden muss, für den Vereinsvorsitzenden Martin Burkhardt so an. Denn am 5. Juni ist die fast 300 Jahre alte Maschine die Kulisse für die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentags und der Verein, der sich seit Jahren liebevoll um die Restaurierung der Bockwindmühle kümmert der Gastgeber für Tausende Besucher. Für den Bauernhöfeverein eine Ehre aber auch eine Verpflichtung. Schließlich sollen sich Mühle und Mühlenhof, wenn alle Augen auf den Lumpziger Ortsteil Hartha gerichtet sind, möglichst gut präsentieren.

Zwar liegt es gewissermaßen in der Natur der Sache, dass die Gäste eines Sanierungsprojektes, wie der Bockwindmühle, fast bei jeder Stippvisite etwas Neues entdecken können. Doch zur Eröffnung des Mühlentags soll es erst recht so sein. Geht alles auf wie gewünscht, wird vor allem ein großer Teil des Mühlenhofs, das einstige Domizil der Müller, in neuem alten Glanz erstrahlen. „Die Mühle an sich ist nun fertig“, erklärt Martin Burkhardt, während das Holzbauwerk knackend und knarzend dem Wind Paroli bietet. Die letzte Veränderung erfuhr das technische Denkmal in diesem Jahr, mit dem Wiedereinbau der Müllerstube. Der winzige Verschlag mit Bett und Ofen diente wohl einst als Zuhause für den Bäckergesellen. Wie bereits bei der Mühlensanierung konnten auch für den kleinen Raum etwa 70 Prozent des historischen Holzes wiederverwendet werden, erklärt Burkhard und verweist auf die verrußte Wandverkleidung.

Demgegenüber wird die Scheune des Mühlenhofs gewissermaßen ein Neubau werden. Deren Fachwerk-Konstruktion soll dieser Tage aufgestellt werden. Das alte Gebälk war bis unters Dach verrottet und konnte nicht mehr gerettet werden, weshalb eine neues Fachwerk nach historischem Vorbild in Auftrag gegeben wurde. Rund 20 000 Euro, in denen 5 000 Euro Eigenanteil erhalten sind, hatte der Bauernhöfeverein hauptsächlich aus dem Regionalbudget 2016 zur Verfügung.

Für das kommenden Jahr hat der Verein die Zusage für 40 000 Euro, wovon 10 000 Euro Eigenanteil sind. Mit dem Geld kann die Scheune im Großen und Ganzen fertiggemacht werden, in die eine alte Bohlenstube aus Großstöbnitz eingebaut werden soll.

Parallel dazu bauen die Vereinsmitglieder das alte Stallgebäude daneben weiter aus. In diesem und im Vorjahr wurde es auf Basis von traditionellem Handwerk saniert. Nun wird im Parterre ein mit Holz befeuerter Backofen eingebaut, in dem spätestens zu Pfingsten der Obermeister der Bäckerinnung, Henning Gerth, das beliebte Mühlenbrot wie zu Urgroßmutters Zeiten backen will. Im Mittelraum, der wie das gesamte Erdgeschoss fertig ist, könnte eine Senfwerkstatt eingerichtet werden, was aber noch nicht sicher sei, so Burkhardt. Fest stehe hingegen, dass daneben eine zweistöckige Schau-Käserei eingerichtet wird. „Oben wird der Trockenraum sein, an dem auch eine Käsedarre angebaut wird. Gewissermaßen ein Holzlattenschrank außen an der Wand, in dem die Käselaibe reifen.“ Vor 100 Jahren gab es so etwas in jedem Hof im Altenburger Land, heute gibt es gar keine mehr.

Apropos Geschichte: Die der Bockwindmühle soll zum Mühlentag in Buchform aufgearbeitet vorliegen. Autor Andreas Klöppel und der Kamprad Verlag wollen ein Buch auf den Markt bringen, in dem sowohl die Historie der Müller, als auch die der Sanierung erzählt wird. Die Finanzierung soll – ganz zeitgemäß – mit dem sogenannten Crowdfunding zusammenkommen. „Den Film für die Online-Präsentation haben wir gerade gedreht“, sagt Roland Ludwig, Projektmanager im Kamprad Verlag. Voraussichtlich Anfang des Jahres werde die Geldsammelaktion starten.

Von Jörg Reuter

Bockwindmühle Lumpzig 50.9360616 12.2537309
Bockwindmühle Lumpzig
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