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Altenburg Gymnasium Meuselwitz soll noch dieses Jahr Geld für Instandsetzung bekommen
Region Altenburg Gymnasium Meuselwitz soll noch dieses Jahr Geld für Instandsetzung bekommen
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17:17 06.12.2018
Der Kreistag Altenburger Land, hier bei seiner ersten Sitzung nach der diesjährigen Sommerpause, diskutierte am Mittwoch über das Gymnasium Meuselwitz. Quelle: Thomas Haegeler
Altenburg

„Ich habe eine Schule in einem solchen Zustand noch nie gesehen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, es ist Gefahr im Verzug.“ Mit diesen eindringlichen Sätzen stimmte der einstige Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) am Mittwochabend den bis dahin zaudernden Kreistag um, sich möglichst bald um das Meuselwitzer Veit-Ludwig-von Seckendorff-Gymnasium zu kümmern. Toiletten müssten gesperrt werden, Türen seien defekt, Fensterbänke so marode, dass man sich an ihnen verletzten könnte, sagte Wolf. „Das sind unsere Kinder!“ Wenn die nicht mal mehr auf die Toiletten gehen könnten, seien Grenzen überschritten, bestehe dringender Handlungsbedarf.

Wolf unterstützt Antrag der Regionalen

Wolf stellte seine ansonsten übliche Aversion gegen die Fraktion der Regionalen beiseite und unterstützte deren Antrag, im Haushalt 2019 zusätzlich 20 000 Euro für die Renovierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen in der Sporthalle und dem Erweiterungsbau des Gymnasiums einzustellen. Denn für beide maroden Gebäude ist im kommenden Jahr nämlich gar kein Geld vorgesehen. Die Regionalen bezeichneten die Sanitäranlagen als funktionsuntüchtig, die Wände in der Sporthalle seien verdreckt und renovierungsbedürftig. „Da kann man niemanden mehr reinlassen“, warnte Fraktionschef Klaus-Peter Liefländer und fragte: „Wird hier der Tod des Gymnasiums auf Raten in Kauf genommen?“

Alter DDR-Anstrich

Der emotionale Auftritt des Altenburger Ex-OB lag an einem kürzlichen Besuch der heruntergekommenen Räumlichkeiten, den er das erste Mal dort vornahm. Dass sich neben ihm auch andere Politiker dort umsahen, war dem Druck der Elternvertretung geschuldet und dem der Schüler, die mit einer Unterschriftensammlung eine Sanierung eingefordert hatten (OVZ berichtete).

Besonders in die Nase fuhr Wolf der alte Anstrich aus DDR-Zeiten. 28 Jahre nach der Wende sollte man diesen endlich mal überstreichen, forderte der SPD-Politiker.

Haushaltsreste fließen

Das könnte nun tatsächlich bald passieren. Denn nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung stand auf einmal fest, dass noch in diesem Jahr Geld für Instandsetzungen vorhanden ist. Dabei handelt es sich um sogenannte Haushaltsreste, Gelder also, die 2018 übrig sind. Die Regionalen zogen daraufhin ihren Antrag zurück.

Nicht alle Kreisräte freilich hatten zuvor eine solch schnelle und unbürokratische Lösung im Sinn. Die Linken beantragten, zunächst einmal 10 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie auszugeben, um den genauen Instandsetzungsbedarf, einschließlich von Alternativlösungen für die Mensa, zu ermitteln und „konkrete Vorschläge für Lösungsmöglichkeiten“ zu unterbreiten.

Keine spontane Entscheidung

CDU-Fraktionschef Frank Tanzmann regte an, diesen Antrag und auch den der Regionalen zunächst in den Fachausschüssen zu beraten. Dem schloss sich sein Amtskollege von der SPD an. Volker Schemmel bezeichnete das Meuselwitzer Gymnasium zwar als ein großes Problem. Um es zu lösen, sei eine spontane und impulsive Entscheidung ungeeignet. Geld für die Schule könne doch in einem Nachtragshaushalt im kommenden Jahr bereitgestellt werden, erklärte Schemmel.

Neben Wolf unterstützte einzig Sabine Fache (Linke) den Antrag der Regionalen. Jetzt Geld für das Gymnasium in den Haushalt 2019 einzustellen, sei ein Signal an den Förderverein, auch selbst etwas in der Schule zu tun, sagte sie. Vor solchen Instandsetzungen sei dies an vielen anderen Schulen ebenso gewesen.

Kreistag beschließt Haushalt 2019

157,5 Millionen Euro beinhaltet der Haushalt des Altenburger Landes für das kommende Jahr, den der Kreistag am Mittwoch ohne Gegenstimmen beschloss. Acht Räte enthielten sich, allesamt von den Linken. Die von den Gemeinden zu zahlende Umlage steigt um 624 000 auf 31,7 Millionen Euro. Die vom Land bereitgestellte Schlüsselzuweisung sinkt um 107 000 Euro auf 37,9 Millionen Euro. Der Landkreis nimmt 2019 Kredite in Höhe von 3,7 Millionen Euro auf, 2,1 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Getilgt werden 1,55 Millionen Euro.

Wichtigste Investitionen sind der Neubau der Bühnenmaschinerie und eine neue Logistik im Theater Altenburg (4 Millionen Euro), die Fortführung der Sanierung der Grundschule Nobitz (1,75) sowie der Turnhalle Rositz (250 000), die Sanierungsplanung für das Lindenau-Museum (620 000) sowie Ausgaben für Informationstechnik (554 000). Für die Sanierung von Kreisstraßen sind 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Dabei geht es um die Abschnitte Ehrenberg – Prößdorf, um die Ortslagen Fockendorf und Posterstein und um den Raudenitzer Berg in Nöbdenitz.

Lediglich 15 000 Euro sind für Reko-Maßnahmen im stark sanierungsbedürftigen Haus 1 des Meuselwitzer Gymnasiums vorgesehen. Die von Land und Bund bereitgestellten 48 Millionen Euro für Lindenau-Museum und Marstall sind noch nicht im Haushalt abgebildet.

Von Jens Rosenkranz

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