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Gymnasium Schmölln: 2,1 Millionen Euro teurer Anbau soll bis Ende 2018 stehen

Investition Gymnasium Schmölln: 2,1 Millionen Euro teurer Anbau soll bis Ende 2018 stehen

Das Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln soll bis Ende 2018 einen Anbau an der Südseite des Schulteils in der Helmholtzstraße bekommen. Dass beschloss der Bauausschuss des Kreistages am Dienstag. Das Land hat unterdessen signalisiert, zwei Drittel der Summe zu bezuschussen. Das Gebäude in der Schlossstraße wird dafür geschlossen.

An der linken Seite des Schmöllner Gymnasiums in der Helmholtzstraße soll der Neubau auf Stelzen entstehen und mit dem Altbau verbunden werden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Schmölln. 18 Uhr, lauer Sommerabend mit 26 Grad. Was macht man da? Kühles Bier, Grillen, Ausspannen im Garten, noch ein Sprung in den Badesee, was sonst? Acht Mitglieder des Wirtschafts- und Bauausschusses des Kreistages und etliche Behörden-Mitarbeiter setzten sich bei dieser erfreulichen Ausgangslage am Dienstag stattdessen in einen gut aufgewärmten Ratssaal im Landratsamt, und dass, obwohl es nur einen einzigen richtigen Tagesordnungspunkt gab. Allerdings roch dieser stark nach historischer Bedeutung:

Als jene acht Kreisräte nach knapp 45 -minütiger Beratung die Hand hoben, stand fest, dass das Schmöllner Roman-Herzog-Gymnasium einen 2,1 Millionen Euro teuren Anbau bekommt, und damit auch das Ende des ehrwürdigen Schulteils in der Schlossstraße besiegelt ist, das dann nicht mehr benötigt wird. Was aus ihm wird, ist völlig unklar.

Klar ist hingehen, dass das 27,5 mal 23 Meter messende neue Gebäude an der linken Südseite des Hauses in der Helmholtzstraße angebaut werden und auf Stelzen stehen soll. Klar ist, dass das Landratsamt dafür baldigst einen Fördermittelantrag stellen möge – in Fachkreisen ein deutliches Signal, dass Erfurt auch Kohle rüberschieben möchte. Klar ist damit, dass dies nur 66 Prozent der Bausumme ist, das restliche Drittel aus dem Kreishaushalt fließt, was der Kreistag aber erst beschließen muss. Klar ist, dass der Neubau bis Ende 2018 abgeschlossen und abgerechnet sein muss, denn so will es die Förderrichtlinie.

Glasklar ist, dass damit die Zeit drängt. Denn neben dem Anbau muss auch das bestehende Gebäude saniert und umgebaut werden, zum Beispiel wird der Speisesaal im Keller vergrößert. Außerdem fordert das Gesetz bei Investitionen dieser Größenordnung den Einbau eines Amok-Warnsystems, wozu zum Beispiel Lautsprecher in jedem Klassenraum gehören. Das allein kostet 150 000 Euro. Insgesamt müssen in das Altgebäude 811 000 Euro investiert werden, wodurch sich die Bausumme auf 2,9 Millionen Euro erhöht. Angesicht dieses Umfangs geht Baufachbereichsleiter Bernd Wenzlau davon aus, dass sich einige Arbeiten im Altbau bis in das Jahr 2019 hinziehen. Dass außerhalb der Ferien, also in der Schulzeit, gearbeitet wird, sei ohnehin klar.

Vor der Beschlussfassung wurden zwei weitere Varianten des Anbaus diskutiert, die durch ein Architekturbüro entworfen wurden. Eine sollte auf der anderen Seite des Altbaus, die andere in der Mitte der Südseite errichtet werden. Sie wurden aus baulichen Gründen verworfen, außerdem sind sie teurer.

Im 600 Quadratmeter großen Obergeschoss des Neubaus werden Kursräume, eine Bibliothek und ein großer Mehrzweckraum entstehen, da die Aula in der Schlossstraße dann nicht mehr zur Verfügung steht. Durch die Stützen entsteht im Erdgeschoss eine offene Bauweise, hier sind ein überdachter Pausenhof und Stellflächen für Fahrräder geplant. Allerdings gilt dieses Gelände als hochwassergefährdet. Nach Ansicht des Landratsamtes sei der Neubau nötig, wenn der Teil Schlossstraße wegfällt. Zugrundegelegt wird eine maximale Schülerzahl von 450, zum Schuljahresbeginn werden es rund 390 sein.

Derweil haben in Schmölln die Überlegungen begonnen, was aus dem alten Schulteil in der Schlossstraße wird. Dabei hegt sich die Hoffnung, dass in dem markanten Gebäude im Stadtzentrum der Fachdienst Bildung und Infrastruktur des Landratsamtes einzieht, der derzeit in der Karl-Marx-Straße beherbergt ist. Bürgermeister Sven Schrade (SPD) wurde kürzlich vom Stadtrat beauftragt, darüber Verhandlungen mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) zu führen. Für Gespräche über eine andere Nutzung braucht Schrade nun die Zustimmung des Stadtrates.

Für Katja Keller (Linke) ist dies eine unnötige und hinderliche Einschränkung, vor allem weil das Landratsamt Gebäude loswerden möchte. Die Stadträtin befürchtet sogar, dass das „Schloss“ einst leer stehen könnte.

Von Jens Rosenkranz

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