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Haben die Lacher immer auf ihrer Seite

Karnevalsclub Birke feiert 30-Jähriges Haben die Lacher immer auf ihrer Seite

Wenn Männer am Stammtisch sitzen und Entscheidungen treffen, kommt manchmal etwas vernünftiges heraus, man mag es kaum glauben. So geschehen vor 30 Jahren in Lucka, als elf Mannsbilder beim Bier in der Gartenanlage „Zur guten Hoffnung“ beschlossen, einen eigenen Karnevalsverein auf die Beine zu stellen.

Mut zum Humor Mitglieder des Männerballetts des Faschingsvereins Birke bei einem Auftritt.

Quelle: Mario Jahn

Lucka. Wenn Männer am Stammtisch sitzen und Entscheidungen treffen, kommt manchmal etwas vernünftiges heraus, man mag es kaum glauben. So geschehen vor 30 Jahren in Lucka, als elf Mannsbilder beim Bier in der Gartenanlage „Zur guten Hoffnung“ beschlossen, einen eigenen Karnevalsverein auf die Beine zu stellen. Weil das schwierig war, für Veranstaltungen des Anfang der 1980er-Jahre gegründeten Luckaer Karnevalsclub (LKC) Karten zu ergattern oder gar im Verein mitzumischen, wollten die Kleingärtner ihr eigenes Ding machen, erinnert sich Dieter Kieminski, der zu den Gründungsvätern der „Birke“ gehörte und als erster Präsident 20 Jahre an der Spitze stand. Auf den Namen „Birke“ sei man verfallen, weil die Gaststätte in der Gartenanlage „Zur Birke“ heißt und von Anfang an das Zuhause der närrischen Kleingärtner war.

„Wenn meinem Vater damals einer gesagt hätte, dass es den Karnevalsclub Birke noch in 30 Jahren gibt, dann hätte der keine Mark darauf verwettet“, erzählt Jens Kieminski, der dem Verein seit 25 Jahren angehört und seit zwei Jahren dessen Präsident ist. Weil er das eigentlich nie werden wollte, sei er nach dem Rücktritt seines Vaters auch nicht in dessen Fußstapfen getreten. „Ich wollte lieber im Hintergrund bleiben. Reden ist nämlich nicht so meins“, gesteht er.

Nach dem Rücktritt seines alten Herrn als Präsident habe es einen großen Abbruch gegeben. So manches langjährige Mitglied habe es ihm gleichgetan. Es seien zum Glück aber auch neue Narren dazugekommen. Dann sei es in kurzer Zeit zu mehreren Wechseln an der Spitze gekommen. „Als Jens Schröder dann 2015 sagte, dass er nicht mehr weitermachen will, stand für die anderen felsenfest fest, dass ich nun den Posten übernehme. Ich habe mich anfangs zwar gesträubt, doch wie man sieht, ohne Erfolg“, so der 48-Jährige.

Hatte der KCB zu seinen Hochzeiten mehr als 30 faschingsverrückte Mitglieder, sind es aktuell noch 20 plus die 16 Tanzmädchen. Einen Elferrat gab’s nur in den ersten Jahren. Ein Prinzenpaar leistete sich der Karnevalsverein aus Kostengründen nie. Die Tanzmädchen sind jedoch von Beginn an eine feste Größe. Allerdings tanzen bei der Birke nicht nur die Mädels, auch die Herren schwingen im Männerballett die Beine und Hüften. Da ist sich auch der Präsident nicht zu schaden, bei dem Sextett mitzumachen.

Damit die Herren der Schöpfung nicht gar zu sehr über die Strenge schlagen, sind ihre Angetrauten auch fast alle Mitglied beim KCB. Von den Gründungsmitgliedern halte heute nur noch Manfred Drechsler zur Stange. Und auch seine Frau Petra bringe mit Ende 60 das Publikum noch zum Lachen. „Ihre Texte stellt Petra selbst zusammen. Am liebsten nimmt sie bekannte Personen aufs Korn“, plaudert Jens Kieminski. Viele gute Ideen für Sketche habe Anja Fiedler. Deren Oma nähe seit Jahren die Kostüme.

Gingen die Narren in den ersten Jahren „Auf hohe See“, machten eine „Reise um die Welt“ oder ließen sich in der „Schwarzwaldklinik“ behandeln, haben die Programme mittlerweile kein festes Motto mehr. „Dennoch hat jede Saison ihre Besonderheiten, die sich ans aktuelle Geschehen anlehnen“, so der Obernarr des KCB. Anregungen für die Programmgestaltung suche man das ganz Jahr über.

In diesem Jahr habe man ausnahmsweise mal wieder ein Motto das da, wen wundert es, „30 Jahre KCB“ heißt. Dem närrischen Volk im Saal der Gartengaststätte wird darin ein Rückblick auf die vergangenen drei Jahrzehnte versprochen. „Wir konnten sogar meinen Vater, der Ehrenmitglied im Verein ist, überzeugen, diesmal einen Programmteil zu übernehmen“, so Jens Kieminski.

Als Konkurrenz zum LKC habe sich der KCB noch nie verstanden. Seit Jahren zelebriert man die Schlüsselübergabe in Lucka am 11.11. gemeinsam. Während der LKC das Gros der Vorbereitungen übernimmt, wird das Programm gemeinsam gestaltet. Deshalb gehört der ältere der beiden Luckaer Karnevalsvereine zu den elf Gastvereinen aus dem Altenburger Land, die bei der Jubiläumsveranstaltung, die heute Abend stattfindet, dabei sein werden.

Von Marlies Neumann

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