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Habicht: Der gejagte Jäger

Habicht: Der gejagte Jäger

Greifvögel werden seit jeher bewundert für ihre Anmut in der Luft, für ihren scharfen Blick, ihre Stärke und für ihr Jagdgeschick. Nicht umsonst zieren Greife zahllose Wappen.

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Der Habicht steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung.

Quelle: Mario Jahn

Doch Tradition ist es ebenfalls, den Tieren nachzustellen. Jäger und Landwirte empfinden sie nicht selten als Konkurrenten beziehungsweise dreiste Diebe. Ganz oben auf der Abschussliste standen schon immer die Habichte. Und viel habe sich daran bis heute nicht verändert, erfuhren rund 20 Interessierte im Altenburger Mauritianum. Sie waren der Einladung des Naturkundemuseums zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung gefolgt. Die Schau widmet sich bis zum 31. August dem Habicht, dem aktuellen Vogel des Jahres. Dieser wird stets vom Naturschutzbund (Nabu) und dem bayerischen Landesbund für Vogelschutz gewählt. 2015 stehen die Vögel mit den markanten Querstreifen auf der Brust im Zentrum der Aufmerksamkeit, weil sie noch immer verfolgt werden. Obgleich das seit Jahrzehnten illegal ist, denn Habichte sind streng geschützt. "Wer die Tiere tötet, begeht keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat", erklärte Mike Jessat, Museumsdirektor und Nabu-Landesvorsitzender in Personalunion, zur Ausstellungseröffnung. Dennoch sei es auch im Altenburger Land noch heute gang und gäbe, dass Habichte gefangen, erschlagen, vergiftet oder geschossen werden, so Jessat weiter. "Nach wie vor sterben die meisten eines unnatürlichen Todes."

 

Nichtsdestotrotz präsentierte Jessat auch eine Statistik, die aufzeigt, dass die Habicht-Population seit 1999 deutschlandweit ziemlich stabil ist. Im Landkreis sind laut Nabu-Chef etwa 30 Brutpaare zu Hause. Das ergab eine Studie vor etwa zehn Jahren ebenso wie eine aus den 1960er-Jahren. Und weil sich die Lebensräume der Tiere im Kreis nicht wesentlich verändert haben, also weder neue Brut-Möglichkeiten in Größenordnungen dazugekommen noch verschwunden sind, geht Jessat davon aus, dass die Zahl der Tiere ebenfalls gleich geblieben ist.

 

Vor allem am Rand von Wäldern bauen die Vögel ihre Horste weit oben in Astgabeln. "Inzwischen gibt es aber auch in Berlin oder Köln große Populationen. Hier in Altenburg haben wir jedoch noch kein Brutpaar beobachtet", so Jessat. Habichte, zu deren Familie die halb so großen Sperber gehören, sind treue Seelen. Paare bleiben in der Regel ein Leben lang zusammen und brühten meist in ein und demselben Horst.

 

Auf dem Speiseplan der Weibchen, die etwa so groß wie Mäusebussarde werden, stehen junge Hasen, Hühner und anderes Getier in dieser Größe. Habichtmännchen sind deutlich kleiner, dementsprechend schlagen sie gern Elstern, Stare, Kleinsäuger und ähnliche Tiere.

Jörg Reuter

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