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Altenburg Hängepartie um THW-Domizil
Region Altenburg Hängepartie um THW-Domizil
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19:37 25.08.2013

Der Bauantrag wurde bereits im Februar im Bauamt der Stadt Altenburg eingereicht. Eine Genehmigung gibt es jedoch bis heute nicht. Und damit auch keinen Baustart. Dieser hätte aber spätestens zum Monatsbeginn erfolgen müssen, um den Umzugstermin ins neue Domizil zum Jahresende zu halten. Jetzt ist die Angelegenheit Chefsache geworden.

Manfred Metzger ist ein Mann, der seine Worte genau abwägt. Der Berliner ist der Landesbeauftragte für das THW in den Bundesländern Sachsen und Thüringen. Außerdem ist er auch für Berlin und Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt zuständig. Als Architekt ist Metzger in Sachen Bau ein Mann vom Fach. "In 20 Jahren haben wir insgesamt 60 solcher Stützpunkte errichtet. Aber dass ein Projekt so schleppend voran kommt, habe ich noch nie erlebt", sagte Metzger. Dabei ist Eile geboten: Denn der Mietvertrag des Hilfswerkes im alten Domizil sollte zum Jahresende auslaufen. Den Helfern drohte im wahrsten Sinne des Wortes die Obdachlosigkeit oder ein Asyl in Containern. Denn angesichts des Verzugs ist inzwischen klar, dass der Neubau nicht bis zum Jahresende fertig wird.

Metzger vereinbarte mit dem Altenburger Bauamt ein klärendes Krisengespräch. Mit am Tisch: der verantwortliche Planer und Bauherr sowie die Bundesimmobilienverwaltung als künftiger Mieter des neuen Stützpunktes, die später die Räumlichkeiten an das Hilfswerk weitervermietet.

Letztendlich stellte sich für Manfred Metzger heraus, dass wohl jede Seite ein Stückchen Verantwortung an der Situation trägt. "Vonseiten der Planung waren Anträge nachzubessern oder es fehlte eine Originalunterschrift. Woanders kann so etwas gelöst werden, indem man die Papiere per E-Mail schickt oder Probleme telefonisch aus der Welt schafft. Aber im hiesigen Bauamt versicherte man mir ebenso glaubwürdig, dass die Thüringer Gesetzgebung nun mal so genau sei und man sich an die zu halten habe", berichtete Metzger. Auch seine eigene Bundesbehörde, deren Landessitz für Sachsen und Thüringen sich pikanterweise ausgerechnet in Altenburg befindet, habe in dieser Sache schlecht kommuniziert. "Als klar wurde, dass hier einige Blöcke aufeinanderstoßen, hätte man schon früher Alarm schlagen können."

Metzgers dreistündige Kurzvisite in der Skatstadt durchschlug diesen scheinbar gordischen Knoten. Wo erst monatelanger Stillstand herrschte, soll es nun ganz schnell gehen: "Ende dieses Monats, spätestens in der ersten Septemberwoche soll die Baugenehmigung erteilt werden und der Bau losgehen", kündigte der Landesbeauftragte an.

Bis zum Jahresende und damit bis zum Auslaufen des bisherigen Mietvertrages ist der Neubau aber nicht mehr fertig zu bekommen. Doch auch die drohende Obdachlosigkeit der Altenburger Hilfswerker konnte Metzger abwenden. "Mit dem Vermieter der jetzt genutzten Immobilie konnten wir erreichen, dass der bestehende Vertrag um ein halbes Jahr bis Ende Juni 2014 verlängert wird. Steht der Neubau im Mai, hat der Ortsverband also noch rund zwei Monate Zeit für den Umzug."

Etwas bleibt dennoch hängen: "Grundsätzlich war ich schon überrascht, dass sich ein Landesbeauftragter selber um so ein Problem kümmern muss. Dafür hat man doch eigentlich vor Ort die jeweiligen Fachleute", sagte Metzger.

Im hiesigen Ortsverband war die Stimmung unter den Helfern angesichts der nicht enden wollenden Hängepartie am Boden. "Ja, sie war sogar richtig mies, weil es Woche um Woche nur hieß, dass noch keine Baugenehmigung vorliegt. Aber wir wussten ja, dass am alten Platz am Weißen Berg zum Jahresende Schluss ist. Die Ungewissheit hat die Stimmung ziemlich heruntergezogen. Jetzt hoffen wir, dass alles in geregelten Bahnen läuft", sagte der stellvertretende Ortsbeauftragte Marko Freier. © Kommentar

Jörg Wolf

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