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Altenburg Härtetest für Mensch und Maschine
Region Altenburg Härtetest für Mensch und Maschine
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18:15 05.07.2013

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Das behauptet Steffen Gehrt, Wanderführer beim Deutschen Alpenverein. Dem Radtouristik-Experten zufolge ließen sich die für den Tourismus nicht förderlichen Mängel schnell beheben.

Gute Schilder sind spitze - sofern sie in die richtige Richtung zeigen. Einer der wichtigsten Hinweise für ortsunkundige Radfahrer, die sich aus Richtung Süden der Skatstadt nähern, stiftet die totale Verwirrung. In Höhe der Ortsumfahrung bei Mockern zeigt das Schild nicht nach Altenburg, sondern in Richtung Paditz und damit an der Skatstadt vorbei.

Für Steffen Gehrt kann es dafür nur zwei Gründe geben. 1. Rad-Touristen aus dem Süden sollen nicht in die Stadt gelangen. 2. wenn doch, nur auf einem riesigen Umweg. So oder so werden sie genötigt, den Fernradweg Thüringer Städtekette zu verlassen. Doch finden sie ihn jemals wieder? Als dritte Möglichkeit könnte man mit allen Wassern gewaschene Touristen in Erwägung ziehen, die Hinweisschildern schon immer gänzlich misstrauen, sich stets gefühlsmäßig einer Stadt nähern und dabei auf ihren natürlichen Orientierungssinn setzen. Nur diese Spezies besitzt kurz vor Altenburg die nötige Gabe, die Stadt zu finden. Fährt sie auf einer unbeschilderten Strecke direkt auf Altenburg zu, gelangt sie nach 300 Metern tatsächlich wieder auf den richtigen Weg, also auf die Thüringer Städtekette, der sie nun mit schönen Hinweistafeln und auf einer idyllischen Strecke durch den Stadtwald in die Innenstadt geleitet.

Doch Vorsicht! Ortsunkundige erwartet spätestens an der Post wegen fehlender Hinweise in Richtung Leipzig wieder ein Härtetest. Ähnlich ergeht es dort Radlern aus Richtung Norden, also zum Beispiel aus Borna. Sie müssen sich entscheiden, die holprige und als Radweg eigentlich unzumutbare Pflasterstraße hoch zum Marstall zu strampeln oder aber zum Kepplerplatz. Nur welche Richtung ist richtig?

Auf unsicheren Wegen wähnen sich ebenso Radler, die von der Kunst kommend nach links in die Käthe-Kollwitz-Straße abbiegen sollen. Der viele Verkehr wegen zweier Bundesstraßen macht bereits stutzig, wenn nicht sogar ängstlich. Aber es gibt ja zum Glück einen extra ausgebauten Radweg. Das Dumme ist nur, dass der bald abrupt endet und erst nach 500 Metern am Kaufland in Südost wieder anfängt, was man aber nur genießen kann, wenn man bis dahin nicht die Nerven verloren hat.

Steffen Gerth fragt sich, warum Fernradler am Teichknoten nicht an der Zwickauer Straße entlanggeleitet werden und hinter dem Tennisplatz gemütlich im Stadtwald verschwinden und bald den Radweg in Richtung Paditz erreichen. Diese Strecke schlägt Gehrt auch anstelle des ausgeschilderten Abschnitts vor, der durch den Paditzer Fußweg führt. Erstens ist auch der ein steiler Abschnitt und man muss zuvor die viel befahrene Zwickauer Straße überqueren.

Für Radfahrer wenig beschaulich geht es auch in einem anderen Teil der Stadt zu, und zwar an der Eisenbahnbrücke kurz vor Rasephas. Dort weist das Radwege-Schild nach rechts in Richtung Windischleuba/Frohburg. Steffen Gerth fragt sich hier, warum die Fahrer den schmalen und steilen Weg hoch zur Leipziger Straße geschickt werden, die sie sich auch mit vielen Fußgängern teilen müssen. Er fände es besser, den Weg über Rasephas nach Knau und Gerstenberg zu nehmen und von dort nach Windischleuba zu fahren.

Aber selbst diese flache und teils sogar idyllische Strecke hat ihre Tücken. Am Denkmalring in Knau nämlich werden Radfahrer, die in Richtung Borna wollen, per Radwegeschild auf einen Härtetest für Fahrer und Material geschickt. In Richtung Lehma geht es ab einer Bahnbrücke auf einem fürchterlichen Feldweg weiter, der mit Schlaglöchern förmlich übersäht ist. In welcher Amtsstube auch immer man bei Knau ein Radwegeschild anbringen ließ, für Steffen Gehrt steht fest, dass dies nur jemand getan haben muss, der ausschließlich auf eine Landkarte geschaut hat. "Wer jemals mit dem Rad hier war, würde niemals andere Radfahrer auf diesen Weg schicken."

Jens Rosenkranz

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