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Altenburg: Straftaten am laufenden Band – sechs Monate Haft für Georgier

Amtsgericht Altenburg: Straftaten am laufenden Band – sechs Monate Haft für Georgier

Das Amtsgericht Altenburg hat eine Asylbewerber aus Georgien zur einer sechsmonatigen Haftstrafe wegen Diebstahl und versuchter Körperverletzung verurteilt. Er hatte im Sommer Zigaretten gestohlen und einen Detektiv bedroht. Der 40-jährige kommt immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz.

Ein 40-jähriger Georgier musste sich vor Justitia verantworten.

Quelle: David Ebener

Altenburg. Vor zwei Jahren kam Hugzar K. nach Deutschland. Der Georgier beantragte Asyl, kann oder will sich seitdem so gar nicht an die Gesetze halten, die in dem Land gelten, von dem er und seine Familie gern Hilfe hätte und seit zwei Jahren auch bekommt. In dieser Woche stand er deshalb erneut vor Gericht – diesmal in Altenburg. Mit dabei sein musste ein Dolmetscher, weil der Angeklagte kein Wort deutsch spricht. Das traf auf seine ebenso im Saal sitzenden Angehörigen zu, darunter seine Frau mit ihrem erst wenige Wochen alten Sohn sowie vier weitere Familienangehörigen.

Dabei wiegen die Vorwürfe gegen ihn nicht sonderlich schwer. Der 40-Jährige ließ am 21. Juli dieses Jahres aus dem Kaufland in Südost zwei Schachteln Zigaretten mitgehen. Dabei wurde er vom Hausdetektiv erwischt und vor dem Markt festgehalten. Hugzar K. wehrte sich, schlug mit der Faust zu, verfehlte den Detektiv jedoch, weil der auswich, und floh in eine Gartenanlage.

Die Polizei nahm den Georgier nach einer Suche schließlich unweit des Marstalls fest, weil er gut beschrieben wurde und weil wohl nicht gar so viele Georgier in Altenburg mit einem roten Shirt und einer Dreiviertel-Jeans in dieser Gegend an jenem Abend herumliefen.

Doch eigentlich hätte Hugzar K. gar nicht in Altenburg sein dürfen, woraus sich neben Diebstahl und versuchter Körperverletzung der dritte Tatvorwurf ergab. Sein Aufenthaltsrecht war nämlich nur auf drei sächsische Landkreise und die Stadt Chemnitz beschränkt. Nach Altenburg gelangte der Mann als Beifahrer auf einer Fahrt von Zwickau nach Döbeln, wo er seinen Wohnsitz hat. Der Georgier geriet angeblich deshalb soweit vom Wege ab, weil seine schwangere Frau Hunger hatte und er nicht wusste, wo er war. Das Gericht ließ diesen Anklagepunkt dann auch fallen.

Aber Hugzar K. ist kein unbeschriebenes Blatt und wurde von vier Justizbeamten in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Denn sein Vorstrafenregister ist seit den zwei Jahren in Deutschland schon recht stattlich. Auf zwei Diebstähle in Grimma und Erfurt folgte ein Diebstahl mit Waffen in Chemnitz, der schließlich mit einer sechsmonatigen Haftstrafe geahndet wurde, ausgesetzt zu zwei Jahren auf Bewährung. In dieser Zeit wurde Hugzar K. wegen fahrlässigen Fahrens ohne Führerschein aus dem Verkehr gezogen, in Döbeln wegen des Verstoßes gegen den Aufenthaltsbeschränkungen verurteilt und an gleicher Stelle nochmals wegen Kennzeichenmissbrauchs.

Auch der Zigaretten-Klau fiel in die Bewährungszeit. Sein Verteidiger ordnete Hugzar K. dennoch in die unterste Kriminalitätskategorie ein und beantragte, auch weil sein Mandant geständig war, Familie hat und die Taten bereut, lediglich eine Geldstrafe von 1000 Euro. Ganz anders sah dies die Staatsanwaltschaft, die Hugzar K. als unbelehrbar bezeichnete, der aus seinen bisherigen milden Urteilen nichts gelernt habe, und deshalb ein Jahr und sechs Monate Haft beantragte.

Wieder auf freien Fuß setzen mochte auch Richter Sandy Reichenbach den Georgier nicht, der sich bei seinem Entschluss auch nicht von den bitteren Tränen erweichen ließ, die die Frau des Angeklagten während der Verhandlung vergoss. Er begehe am laufenden Band Straftaten, verzeichne eine hohe Rückallgefahr, aber keine günstige Sozialprognose, begründete das Gericht sein Urteil – eine sechsmonatige Haftstrafe.

Nicht aufgehellt zur Verhandlung wurde, ob der Asylantrag von Hugzar K. bereits genehmigt ist und wie sich das weiter angewachsene Strafenregister auf seinen Fall auswirkt.

Von Jens Rosenkranz

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