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Halsbrecherische Tricks beim Skater-Contest in Altenburg

Halsbrecherische Tricks beim Skater-Contest in Altenburg

Der Skater-Contest erlebt am Sonnabend bei seiner zehnten Auflage zwar keine Rekordbeteiligung. Die Kunststücke oder besser gesagt Tricks, die die 16 Akteure auf den Skateboards an den einzelnen Geräten der Anlage hinter der Schwimmhalle zeigen, sind jedoch vom Allerfeinsten.

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Zur bereits erfahrenen Skaterszene gehört Nils Dähne. Seine waghalsigen Kunststücke mit dem Rollbrett begeistern die Zuschauern. Einer von ihnen hält die besten Sprünge mit der Kamera fest.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Jörg Wolf

Laute Beats schallen über den Skaterplatz gleich neben dem Großen Teich in Altenburg. Bei diesem Jubiläumswettbewerb stecken die Rhythmen nicht nur junge Akteure im Alter zwischen acht und über 20 Jahre sichtbar an. Auch um die 100 neugierige Zuschauer jeden Alters verfolgen staunend und begeistert die teilweise atemberaubenden wie halsbrecherisch anmutenden Kunststücke.

Zu denen gehört Rico Schwertner. Und sichtbar stolz ist der 40-Jährige auch, dass in diesem Jahr schon der zehnte Wettbewerb steigt. Denn Rico Schwertner ist als Sozialarbeiter und Betreuer im Städtischen Jugendhaus Rote Zora einer der Väter dieses Wettstreites und hat maßgeblichen Anteil daran, dass sich die junge Skaterszene so gut in der immer älter werdenden Skatstadt etabliert hat. Mit der fast in jedem Jahr um eine neue Attraktion, sprich ein neues Gerät, gewachsenen Skateranlage finden die jungen Leute beste Bedingungen vor.

"Als ich hier 1999 in der Zora angefangen habe, gab es die Skater mitsamt dem Platz zwar auch schon", erinnert sich Schwertner. Aber die agierten sozusagen in einer Grauzone, bauten sich ihre Gerätschaften selber aus organisierten Holzpaletten und anderem Umfunktionierten. "Das sah auf der einen Seite nicht nur nicht gut aus und erinnerte mehr oder weniger an Müll. Das war aber auch kreuzgefährlich. Beschwerden wegen des vermeintlichen und tatsächlichen Mülls sowie der Lärmbelästigung gab es immer wieder", erzählt der Sozialarbeiter.

Die Leute aus der Roten Zora gingen damals auf die Skater zu, luden sie zu sich ins Haus ein und gaben ihnen Unterstützung. Bei der Stadtverwaltung rannte man mit diesen Integrationsbemühungen offene Türen ein. "Und dann ging es mit der Anlage Jahr für Jahr aufwärts, weil neue Gerätschaften von der Stadt und der Sparkasse Stück für Stück gesponsert und dabei Meinungen und Anregungen der Skater ernst genommen wurden. Die Geräte sind nach ihren Vorstellungen gefertigt und aufgebaut. So hat sich die Szene hier etabliert", sagt Schwertner.

Und auch am Sonnabend konnte ein neues Schmuckstück auf der Anlage eingeweiht werden: Eine neue Rampe am Hang, für 2000 Euro von der Sparkasse gesponsert, ermöglicht rasante Anläufe. Im Laufe der Jahre seien von Stadt und Sparkasse bereits mehrere 10 000 Euro investiert worden.

"Natürlich lösten sich damals die anfänglichen Probleme, auch im Umgang miteinander, nicht auf einen Schlag. Es war ein Prozess, und der verlief erfolgreich", erinnert sich der Sozialarbeiter sichtlich stolz auf die derzeit rund 30 Mitglieder umfassende Gruppe, in der mittlerweile schon die zweite und dritte Generation aktiv ist und zu denen sich zunehmend auch Fans der BMX-Räder gesellen.

"Anfangs haben wir uns auf anderen Anlagen umgeschaut, die unter anderem in Gera, Schmölln, Leipzig oder Zwenkau stehen. Mittlerweile kann man ohne Übertreibung sagen, dass wir beispielsweise Gera in Bezug auf die Nutzung überholt haben", schätzt der 40-Jährige. Was vor allem daran liege, dass es in Altenburg in Sachen Engagement für die Skater und von denen selber zu keiner Zeit ein Nachlassen gab.

Bestes Beispiel: Vor zwei Jahren wurde eine Skater-School gegründet, in der die älteren Artisten der Rollenbretter ihr Wissen und Können an Jüngere weitergeben. "Da ist man schon stolz drauf", sagt Tobias Scheibner. Umgangssprachlich heißt der 22-Jährige aber nur Erbse und gehört mit zur ersten Skatergeneration. Am Sonnabend übernahm er die Moderation des Contests. "Und hier hat sich im Vergleich zum Jahr 2002 wirklich etwas entwickelt."

Eine Jury bewertet beim Contest die Tricks der einzelnen Starter. "Schweregrad, Ausführung und Flüssigkeit der Aktionen sind dabei wichtige Kriterien. Und natürlich wird genau beobachtet, ob das jeweilige Kunststück gestanden wurde", erklärt Erbse als Kenner der Szene.

Bei den über 16-jährigen Startern erweist sich Florian Trenkmann aus Dresden als der Überflieger. Er siegt in seiner Alterskategorie und zeigt auch den besten selber kreierten Trick. Willi gewinnt bei den Kleineren und Alex Franz beim BMX-Contest. "Das war schon oft atemberaubend", lobt Schwertner nicht nur diese Leistungen.

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