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Handwerk im Altenburger Land blickt optimistisch in die Zukunft

Frühjahrsumfrage Handwerk im Altenburger Land blickt optimistisch in die Zukunft

Das Handwerk in Ostthüringen steht derzeit auf festen Beinen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer. Viele Firmen sind mit der Auftragslage zufrieden. Vor allem im KfZ-Gewerbe und auf dem Bau blicken die Chefs optimistisch in die Zukunft.

Das Kraftfahrzeug-Gewerbe sticht derzeit mit einer positiven Entwicklung heraus.

Quelle: dpa

Altenburg/Gera. Die positive konjunkturelle Stimmung im Ostthüringer Handwerk hält an. Das gilt auch für das Altenburger Land, wie aus der aktuellen Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer für Ostthüringen ersichtlich ist.

83 Prozent der befragten Betriebe schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Im Altenburger Land sind es sogar 86,2 Prozent, ein Plus von gleich 7,5 Prozentpunkten zum Vorjahr. Laut Handwerkskammer-Sprecher André Kühne sticht vor allem das Kraftfahrzeug-Gewerbe mit einer positiven Entwicklung heraus. „Bewerteten lediglich knapp 26 Prozent dieser Betriebe ihre Lage im Vorjahr gut, so stieg der Anteil in diesem Frühjahr auf 34,5 Prozent.“ Das Handwerk des gewerblichen Bedarfs als Zulieferer für die Industrie weise hingegen eine leicht negative Tendenz auf. Diese Betriebe hätten mit einer rückläufigen Exportquote zu kämpfen.

Für ihre Frühjahrsumfrage schreibt die Handwerkskammer für Ostthüringen 1500 ihrer 9600 Mitgliedsunternehmen an. Etwa jeder dritte Firmenchef würde die Fragen beantworten, so Kühne gegenüber der OVZ. Die Ergebnisse deckten dennoch den Querschnitt aller Branchen und Regionen ab.

Die gute Binnennachfrage und die niedrigen Zinsen sorgen auch im Ostthüringer Baugewerbe für wachsende Umsätze. Motor bleibe der private Wohnungsbau, der zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte auf 59 Prozent zunahm, verdeutlicht Kühne. Der gewerbliche Bau folge mit 31 Prozent, während mit Aufträgen der öffentlichen Hand im Bau kaum noch was zu verdienen sei.

Die Zahl der Beschäftigten im ostthüringer Handwerk ist wegen der guten Auftragslage leicht geklettert. 88 Prozent der Betriebe hielten den Personalbestand konstant oder stellten zusätzliche Mitarbeiter ein. Im Altenburger Land gaben 8,2 Prozent der Firmenchefs an, das Personal seit Frühjahr 2014 aufgestockt zu haben. Drei von vier Betrieben arbeiteten im gleichen Besatz, während 16,4 Prozent der Unternehmen Personal abbauten.

Kühne: „Im Ostthüringer Handwerk konnte in fast allen Regionen der Aufschwung der vergangenen Jahre gehalten werden.“ Vor allem der Wirtschaftsraum Altenburger Land zeige eine positive Entwicklung. Jena bleibe der Klassenprimus, wo 94 der befragten Betriebe eine gute oder befriedigende Lage attestieren. Rückläufig sei hingegen die Entwicklung in Gera und im Saale-Orla-Kreis.

Verhalten optimistisch blicken die Handwerksfirmen in die Zukunft. In Ostthüringen erwarten 89 Prozent der Betriebe, dass ihre Geschäftslage konstant bleibt oder sich verbessert. Jeder fünfte Betrieb rechnet mit wachsenden Umsätzen. Im Altenburger Land geht jeder zweite Betrieb von einer guten Geschäftslage aus, 39 Prozent von einer befriedigenden. Das belegen auch die Erwartungen ans Personal. 11,7 Prozent der Handwerksbetriebe zwischen Lucka und Ponitz wollen weitere Mitarbeiter einstellen, 81,7 Prozent glauben, die jetzige Beschäftigtenzahl zu halten. Der Optimismus in und um Altenburg spiegelt sich auch bei den Auftragserwartungen wider. 27,1 Prozent der Chefs rechnen mit volleren Auftragsbüchern, 66 Prozent meinen, dass ihre jetzige Auftragslage so bleibe. Und auch bei den Investitionen wollen die Handwerksfirmen im Altenburger Land insgesamt gesehen zulegen.

„Die Lage im Ostthüringer Handwerk ist zwar stabil, dennoch verhindern einige politische Hemmnisse den weiteren Aufschwung“, bewertet Handwerkskammer-Präsident Klaus Nützel die Zahlen. Sorgen bereite der fehlende Fachkräftenachwuchs. „Deshalb muss die Integration der Flüchtlinge durch Sprachkurse und Ausbildungsmöglichkeiten oberste Priorität haben.“ Perspektiven für die Flüchtlinge böten in punkto Fachkräftesicherung auch Perspektiven für das Handwerk. Es seien aber auch mehr berufsorientierte Maßnahmen für Regelschulen und Gymnasien und ein dezentrales Berufsschulnetz notwendig, um den dringend benötigten Nachwuchs für das Handwerk zu begeistern.

Von Frank Prenzel

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