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Handwerk im Altenburger Land zeigt sich robust

Handwerk im Altenburger Land zeigt sich robust

Die konjunkturelle Lage im Handwerk des Altenburger Landes zeigt sich weiter robust. Auch wenn es eine Abschwächung gegenüber den Rekordwerten des Vorjahres gibt.

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Handwerker wie Dachdeckermeister Eric Müller können momentan nicht klagen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Gera. Wie aus der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer (HWK) für Ostthüringen unter ihren Mitgliedsbetrieben hervorgeht, beurteilen vier von fünf Betrieben (79 Prozent) im Kreis das Geschäftsklima als gut oder befriedigend. Und: Die Erwartungen bleiben auch für die kommenden Monate überwiegend optimistisch, was vor allem an der guten Binnenkonjunktur liegt.

 

Zufriedenheit: Zwar sank die Zahl der zufriedenen Handwerksbetriebe im Altenburger Land im Vergleich zum Vorjahr von 91 auf 79 Prozent, womit man in Ostthüringen vom zweiten auf den letzten Platz rutschte, aber das hat andere Ursachen. "Die Gespräche mit den Firmen bestätigen das nicht", sagte HWK-Sprecher André Kühne auf OVZ-Nachfrage. Er könne sich den Unterschied zwischen wahrgenommener Stimmung und Umfrageergebnis nur mit einem methodischen Mangel erklären. "Es ist immer die Frage, welche Betriebe man erwischt, denn diese werden in jedem Kreis zufällig ausgewählt." Daher habe man diesmal wahrscheinlich eher pessimistische erwischt.

 

Das glaubt auch Wilfried Krys. Denn der Geschäftsführer der hiesigen Kreishandwerkerschaft kann den extremen Rückgang der Zufriedenheit aus seinem Alltag ebenfalls nicht bestätigen: Spreche er mit Leuten, heiße es derzeit stets: "Ich kann mich nicht beklagen." Auch mit wirtschaftlichen oder finanziellen Problemen habe er in den letzten 1,5 Jahren nicht zu tun gehabt. "Die Gesamtsituation ist gut bis ausgesprochen gut."

 

Trend-Treiber: Als Treiber dieses Trends sieht Krys im Altenburger Land ganz klar das Bau- und Ausbaugewerbe. "Das läuft besonders gut", erklärte der Geschäftsführer. Für die vollen Auftragsbücher gebe es hier zwei Gründe. "Erstens ist Geld so billig wie nie, und zweitens sagen sich die Leute: Wer weiß, was morgen ist, da lasse ich mir lieber jetzt ein neues Bad machen."

 

Damit wiederum bestätigt Krys die HWK-Umfrageergebnisse, die bei personenbezogenenen Dienstleistern und im Baugewerbe Spitzenwerte von 96 und 92 Prozent Zufriedenheit erreichen. Tatsächlich verschlechtert hat sich dagegen die Stimmungslage im Gesundheitsgewerbe, bei dem nur noch 64 statt 78 Prozent ihre Geschäftssituation als gut oder befriedigend bewerten. Insgesamt ist über alle Gewerke im Vorjahresvergleich ein leichter Auslastungs- und Umsatzrückgang zu verzeichnen, bei dem aber die boomenden Handwerksbranchen wiederum positiv aus dem Rahmen fallen.

 

Investitionslage: Die anhaltend positive Grundstimmung lässt auch die Investitionsbereitschaft der Ostthüringer Handwerker auf gutem Niveau verharren. Trotzdem nimmt die Zahl der investierenden Betriebe gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozentpunkte auf nunmehr 33 Prozent ab. Dafür ist die durchschnittliche Investitionssumme von 13 700 Euro im Frühjahr 2014 auf nunmehr 17 600 Euro je Betrieb gestiegen. "Die Erklärung liegt darin, dass investitionsintensive Gewerke wie das Bauhauptgewerbe deutlich zugelegt haben", so HWK-Sprecher Kühne. Hier sei die Investitionssumme von im Schnitt 9900 Euro auf nunmehr 21 500 Euro geklettert. "Zudem schlagen die, denen es gut geht aufgrund des billigen Geldes, deutlich mehr zu. Wer Zweifel hat, ist eher vorsichtig."

 

Personalbestand: Das gute Klima wirkt sich auch positiv auf die Beschäftigtenentwicklung aus. 85 Prozent der Betriebe können ihren Personalbestand konstant halten oder vergrößern. Negativer Ausreißer ist hier das Lebensmittelhandwerk. Fast jeder fünfte befragte Betrieb dieser Branche musste Mitarbeiter entlassen. "Bäckern und Fleischern setzt der Wettkampf mit den Handelsriesen zunehmend zu", kommentierte Krys diesen Umstand.

 

"Dass es mehrheitlich gut läuft, sieht man vor allem daran, dass die Firmen im Kreis weiter Fach- und Nachwuchskräfte suchen, aber keine finden", erklärte Krys weiter. "Im Wettbewerb mit der Industrie und dem produzierenden Gewerbe haben wir nicht die besten Karten." Nachteilig wirken sich hier weniger die Bezahlung als vielmehr die Arbeitsumstände und -zeiten aus. "In der Fabrik ist die Schicht dann und dann vorbei, während es beim Handwerker schon mal heißt: Wenn Arbeit da ist, die keinen Aufschub duldet, muss sie gemacht werden."

Thomas Haegeler

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