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Hauchdünne Leitungen für Tausende Bits im Altenburger Land

Breitbandausbau Hauchdünne Leitungen für Tausende Bits im Altenburger Land

Der Breitbandausbau im Altenburger Land soll ab diesem Jahr massiv vorangetrieben werden. In Schmölln hat die Telekom gerade mit dem weiteren Ausbau ihres Netzes begonnen. Davon profitieren ab November 1900 Haushalte. Parallel dazu werden im Landratsamt die ersten Ausschreibungen für den staatlich geförderten Ausbau vorbereitet.

Norman Müller, Tilo Häußler und Marcel Albert zeigen Sven Schrade (v.l.), wie Glasfasern verschweißt werden.

Quelle: Jörg Reuter

Schmölln/Altenburg. Viel dünner als ein menschliches Haar sind die Glasfasern, die das Altenburger Land ans weltweite Datennetz anschließen sollen. Leitungen mit einem Querschnitt von nur 0,009 Millimetern. Sie sollen im Landkreis jetzt ganz groß rauskommen. Der Breitbandausbau – wo noch nicht erfolgt – soll ab diesem Jahr massiv vorangetrieben werden. In Schmölln etwa hat die Telekom gerade mit dem weiteren Ausbau ihres Netzes begonnen. Parallel dazu werden im Landratsamt die ersten Ausschreibungen für den staatlich geförderten Ausbau vorbereitet. In dieser Woche geht in der Kreisbehörde die entsprechende Richtlinie für die Landesfördermittel ein. „Damit können wir das Millionen-Projekt jetzt angehen“, sagt Wirtschaftsförderer Wolfram Schlegel.

Bereits Ende März hatte der Landkreis die Zusage für fast 12 Millionen Euro in Berlin erhalten (die OVZ berichtete). Sie stammen aus dem milliardenschweren Förderprogramm des Bundes zum Breitbandausbau. Wie berichtet, ist eine Kofinanzierung von Bund, Land und Kommunen geplant, um die internetarmen Flecken auf der Landkarte zu beseitigen. 50 Prozent der Gesamtsumme in Höhe von fast 20 Millionen Euro will der Bund übernehmen, 40 Prozent steuert der Freistaat zu und maximal 10 Prozent Eigenanteil schlagen für die Kommunen zu Buche. „Bei einem so großen Vorhaben ist für die Ausschreibung externes Fachwissen sowohl auf juristischer als auch auf technischer Seite notwendig“, betont Schlegel.

Läuft es nach Plan, werden Fachbüros in den kommenden Wochen die Ausschreibungen erarbeiten. Wie viele Lose es zu verteilen gibt, stehe noch nicht fest. „Aber es werden mindestens zwei sein“, so Schlegel. Um die sich dann die Telekommunikationsunternehmen bewerben können. „Ausgeschrieben wird der Ausbau der für die Telekom nicht rentierlichen Regionen, also jener Gebiete, wo die Anschlusskosten weit über den zu erwartenden Einnahmen durch Abnehmer liegen“, erklärt Telekom-Regionalmanager Marcel Albert.

Rentierlich hingegen ist hingegen der weitere Ausbau des Netzes in Schmölln. Schon jetzt seien 2500 Haushalte der Knopfstadt mit schnellem Internet versorgt. Im November sollen 1900 dazukommen, die dann einen schnellen Anschluss mit Datenraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde nutzen können. „Damit ist bis auf wenige kleine Ecken die Kernstadt erschlossen“, sagt Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Im kommenden Vierteljahr werden drei Kilometer Glasfaserkabel verlegt. „Diesen Ausbau finanziert die Telekom aus eigenen Mitteln“, erläutert Albert zum Baustart. Eine Glasfaser mit 0,009 Millimeter Stärke reicht für bis zu 600 Anschlüsse. „Es werden jedoch bedeuten weniger, denn wir lassen immer einen Puffer“, so Albert.

Möglich sind diese enormen Übertragungsraten, weil sich Licht recht einfach in ein Spektrum auffächern lässt. Das heißt, jeder Nutzer bekommt eine Farbnuance zugeteilt – in den Tönen Blau, Grün, Gelb, Rot – die jeweils einer Wellenlänge entspricht. Knifflig ist dabei die Verbindung der Glasfasern: Sie müssen exakt miteinander verschweißt sein, damit das Licht nicht gebrochen wird. Die Kontrolle und das Einmessen der neuen Leitungen werde nach den Verlegearbeiten weitere drei Monaten dauern, kündigt die Telekom an. Deshalb müssten sich interessierte Kunden in Schmölln bis November gedulden.

Für Anwohner in den meisten Schmöllner Ortsteilen außerhalb der Kernstadt dauert es noch deutlich länger. Diese Lagen gelten als nicht rentierlich, sind also auf die Gelder von Land und Bund angewiesen, die in den nächsten Monaten nach und nach fließen sollen.

Von Jörg Reuter

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