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Altenburg Hauptnutzer PML springt ab – weiteres Jahr Bauverzug für Demenzzentrum
Region Altenburg Hauptnutzer PML springt ab – weiteres Jahr Bauverzug für Demenzzentrum
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13:29 15.09.2018
An diesen Tafeln im selten zugänglichen Tannenfelder Schlösschen nehmen am Samstagabend Investoren und ihre Gäste zum Dinner Platz. Quelle: Jens Rosenkranz
Tannenfeld

Für ein paar Stunden zieht an diesem Samstag Leben in das Tannenfelder Schlösschen. Am späten Nachmittag begrüßt in historische Gewänder gekleidetes Personal etwa 40 Gäste im Park mit Sekt und Zwiebelkuchen. Zwei Stunden später werden auf sechs festlich gedeckten Tafeln nach der altdeutschen Kartoffelsuppe feines Rinder-Ragout, gepökelter Schweinebauch mit Trockenobst und ostpreußische Kartoffelknödel gereicht – begleitet von klassischen Klängen. Nach Kaffee und Gebäck zieht gegen 22 Uhr wieder Ruhe ins Schlösschen und die 1,5 Hektar große Anlage ein.

Seit Mai müssten die Bagger rollen

Still aber dürfte es dort eigentlich gar nicht sein, es müssten längst die Bagger rollen. Denn eine Investorengruppe hatte angekündigt, im Mai dieses Jahres mit der auf zwölf Millionen Euro geschätzten Errichtung eines Pflegezentrums für Demenzkranke zu beginnen, zu der auch die Sanierung der fünf historischen Gebäude Tannegg, Planegg, Talegg, Waldegg und Brunegg sowie des Schlösschens zählt. Im September 2017 wechselte das bis dahin dem Landkreis gehörende historische Kleinod für 280 000 Euro den Besitzer (die OVZ berichtete).

Termine schon oft verschoben

Doch der Baustart muss nun um ein ganzes Jahr auf Mai 2019 verschoben werden. Das räumte Burkhard Schreiber, der Sprecher der Investoren-Gruppe, am Freitag der OVZ auf eine Anfrage ein.

Es ist nicht das erste Mal, dass die neuen Eigentümer ihre Termine verschieben. Als Schreiber die Pläne im Februar 2015 das erste Mal der Öffentlichkeit vorstellte, war noch von Anfang 2016 als Baubeginn und von Sommer 2017 für die Inbetriebnahme die Rede. Auch diese Ankündigung wurde danach mehrmals revidiert. Mai 2019 sei nun aber der endgültige Termin, betonte Schreiber.

PML hat andere Pläne

Den Verzug begründete der Sprecher, der im Hauptberuf bis vor Kurzem Chef der Commerzbank-Filiale in Altenburg war und innerhalb des Geldhauses nach Jena wechselte, mit einer fehlenden Baureife. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein weiteres Problem. Die Erfurter Firma PML (Pflege mit Leidenschaft) ist als Hauptmieter und Betreiber des Pflegezentrums ausgestiegen. Das bestätigte PML-Eigentümer Marcel Müller-Rechenbach der OVZ. Die Gründe hätten nichts mit Tannenfeld zu tun. Vielmehr werde sich PML strategisch neu ausrichten, sagte Müller-Rechenbach.

Noch kein neuer Betreiber

Einen neuen Betreiber gibt es im Moment noch nicht, dafür einige Interessenten und einen Wunschkandidaten, sagte Schreiber. Ziel sei, den neuen Mieter noch in diesem Jahr vertraglich zu binden. Danach könne es gut sein, dass dieser andere Nutzungskonzepte als PML hat und gewünschte bauliche Änderungen danach neu genehmigt werden müssen. In einem ersten Abschnitt ist geplant, zwei historische Gebäude umzubauen. Dafür bedarf es wegen statischer Änderungen noch einer Baugenehmigung. Außerdem erfolgt die Erschließung des Geländes, zu der eine neue Kläranlage und eine Wasserleitung gehören.

Nach der Sanierung zweier weiterer alter Villen folgt der Neubau eines Dreigeschossers mit 1300 Quadratmetern Fläche. Für dieses Vorhaben sei nur noch eine Bauanzeige nötig, sagt Schreiber. Dem schließt sich die Wiederherrichtung des Schlösschens an, das zu gastronomischen Zwecken, der Beherbergung von Angehörigen und der Unterbringung von Pflegekräften dient. Letztlich können so bis zu 130 demente Menschen in verschiedenen Pflegestufen betreut werden.

An Pflegezentrum soll nicht gerüttelt werden

„An diesem Nutzungskonzept wird in keiner Weise gerüttelt“, betont Schreiber. Man sei sicher, dass alle Pläne umsetzbar sind. Außerdem seien diese vom Landesverwaltungsamt in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan so bestätigt. Sollte von einem Pflegezentrum abgewichen werden, steige er aus.

Über den neuesten Stand der Dinge wollen die Investoren ihre Gäste aus Politik und Wirtschaft am Samstag vor dem Dinner unterrichten. Während eines Rundgangs durch die historischen Gebäude wird der Architekt erläutern, wie diese einmal aussehen könnten.

Sofern im Mai wirklich die Arbeiten beginnen.

Von Jens Rosenkranz

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