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Altenburg Heiste bleibt kalt – Altenburger Sozialküche schließt
Region Altenburg Heiste bleibt kalt – Altenburger Sozialküche schließt
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00:32 25.10.2015
Zum Monatsende schließt die Sozialküche „Zur Heiste“ seine Pforten. Die „Neue Arbeit“ kann das Angebot für Bedürftige nicht mehr finanzieren. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Zu dieser schmerzlichen Entscheidung führten ausschließlich finanzielle Gründe: "Vor allem die für den gesamten Küchenbetrieb anfallenden Nebenkosten, besonders für die benötigte Energie, kann der Verein nicht mehr schultern", sagte Schatz. Vor allem in den beiden zurückliegenden Jahren seien die explodiert, als der Verein für die Frischhaltung des in den Tafelgärten geernteten Obstes und Gemüse eine ganze Armada von Kühltruhen unterhielt.

Alles in allem habe der Verein jeden Monat 3800 Euro an Miete und Nebenkosten für sein Domizil in dem Gewerbepark aufbringen müssen. "Und dabei war die Grundmiete wirklich moderat", betonte Schatz.

Hinzu kommt ebenfalls, dass die Anzahl der Esser, die dafür auch den Obolus von einem Euro entrichteten, deutlich gesunken ist. "Es sind nur noch circa 50, die dort essen, oder ihre Mahlzeit geliefert bekommen", ergänzt Jana Knöpke vom Vereinsvorstand.

Mit der Ausnahme des ebenfalls in der Ebertstraße angesiedelten Möbelladens sowie der Nähstube wird die "Neue Arbeit" die Räumlichkeiten komplett aufgeben und räumen. "Wir werden dort ab kommenden Monat noch eine Art Ausverkauf durchführen und dann umziehen", so Schatz.

Konkret wird die Verwaltung des Vereines ihre Zelte im Gebäude des Kulturbundes am Brühl aufschlagen und selbstverständlich auch alle anderen Angebote weiterführen. "Wir denken da an eine Reihe von verschiedenen Ausgabestellen von Lebensmitteln, die sich die Bedürftigen als Beutel oder ähnliches abholen können", erklärt die Vereinschefin. Im Rositzer Bernsteinhof soll es so einen Sozialladen geben, wie im Meuselwitzer Bürgertreff oder im Schmöllner Treff im Finkenweg. "Natürlich auch in Altenburg, aber da sind wir noch auf der Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Objekt", erklärt die Vereinschefin. "Denn wir wissen auch alle, dass die Betroffenen diese oft gespendeten Lebensmittel für ihren Lebensunterhalt dringend brauchen."

Keineswegs will die "Neue Arbeit" deshalb jetzt nach der Schließung der Sozialküche das soziale Engagement über einen langen Zeitraum unterbrechen. "Im Gegenteil: Wir wollen einen hoffentlich nahtlosen Übergang hinbekommen. Das soll auch für die Versorgung mit dem gesunden Frühstück gelten, dass an verschiedenen Schulen des Kreises angeboten wird und künftig im Rositzer Bernsteinhof zubereitet werden soll", erklärt Schatz. Gleiches gelte für das Projekt Tafelgärten in Zusammenarbeit mit den Kleingärtnern. Denn das frische Obst und Gemüse werde weiterhin dringend gebraucht.

Und außerdem werde der Verein von einer ganzen Reihe von Supermärkten mit Lebensmittelspenden beliefert, die an Bedürftige weiterleitet werden. "Fällt da die ,Neue Arbeit' als Abnehmer über längere Zeit aus, springen andere ein."

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