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Altenburg Helfer retten 26 Senioren in Meuselwitz in letzter Minute
Region Altenburg Helfer retten 26 Senioren in Meuselwitz in letzter Minute
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16:46 21.04.2017
Feuerwehrleute aus Meuselwitz, Lucka, Starkenberg und Kriebitzsch verhindern am Freitag in der Meuselwitzer Puschkinstraße eine Katastrophe. Quelle: Jens Rosenkranz
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Meuselwitz

Sabine Trosch sitzt am Freitagvormittag bei einer Tasse Kaffee im Gemeinschaftsraum mit zwei Schwestern, als ihr ein beißender Geruch in die Nase fährt. Die Hausmeisterin der Einrichtung für betreutes Wohnen in der Alexander-Puschkin-Straße in Meuselwitz verlässt den Raum im Erdgeschoss, steht jetzt mitten im Qualm und läuft sofort ins Freie. „Mir ist richtig übel geworden, und ich hab’ nichts mehr gesehen“, sagt sie der OVZ. Auf der Straße drückt sie sofort auf die Notruf-Tasten ihres Handys.

Zum Glück. Denn der Brand im ehemaligen Amtsgericht der Schnauderstadt schlittert haarscharf an einer Katastrophe vorbei. Durch den Anruf der Hausmeisterin können Feuerwehr und Rettungskräfte rechtzeitig alarmiert werden, wodurch am Ende kein Mensch im Gebäude Schaden nimmt. Denn dort leben 26 Senioren, zwischen 75 und über 90 Jahre alt. Sie müssen jetzt so schnell wie möglich aus dem Haus, in dem sich gefährlicher Rauch breit macht. Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Polizisten bringen die alten Leute über das Treppenhaus ins Freie. Der Fahrstuhl darf nun nicht mehr benutzt werden, doch viele Bewohner können nicht mehr richtig laufen, einige sind bettlägerig. Sie werden mit Tragen hinuntergebracht, manche schaffen es allein auf die Straße oder werden gestützt.

Dieser Stromzähler-Kasten im Keller gerät in Brand und sorgt für eine starke Rauch- und Hitzeentwicklung im Wohngebäude. Quelle: Jens Rosenkranz

Erst als alle Bewohner und Pflegekräfte in Sicherheit sind, entschließt sich Christian Kühn, mit der Brandbekämpfung zu beginnen. „Vorrang hatte, Menschenleben zu retten“, sagt der Einsatzleiter der Feuerwehr Meuselwitz der OVZ. Die Lage schätzt Kühn als äußert kritisch ein. Der Qualm kommt aus dem Keller, das wird schnell klar. Dorthin zu gelangen, geht jetzt nur noch mit Masken und Sauerstoff-Flaschen. Von der Straße ins Haus, dort über die Treppe und durch verwinkelte Gänge legen die Kameraden nun Schläuche, um das Feuer im Anschlussraum zu löschen. Ausgebrochen war es durch einen technischen Defekt des Stromzähler- und Verteilerkastens, der daraufhin in Brand geriet, so lautet die erste Erkenntnis. Warum, ist völlig unklar. Das Gebäude und auch die technischen Anlagen waren 2001 saniert worden, ehe der Besitzer, eine GmbH mit Sitz in Rosenheim, das Haus für das betreute Wohnen nutzte.

Während der Löscharbeiten dringen nun dicke Qualmwolken aus den Kellerfenstern und verstören auch die Anwohner ringsherum, von denen etliche auf Straße laufen. Die Feuerwehr stellt wenig später zwei Hochdruck-Gebläse auf, die mit ohrenbetäubendem Lärm den Rauch aus dem Gebäude drücken. Der ist bald verflogen, nicht aber der beißende Gestank, der noch gegen Mittag und damit drei Stunden nach Brandausbruch, jenen in die Nase fährt, die das Gebäude betreten.

Die Senioren sind mittlerweile in einer Bowlingbahn, unweit des Gebäudes, und im Bürgertreff vorübergehend untergebracht. Einige haben nur Schlafsachen und Bademantel an, wirken verstört. Auch jener alte Bewohner, der aus der Stadt vom Einkaufen zurückkam und seinen Augen nicht traute, als er die vielen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr vor seinem Haus sieht. Nun ist er froh, dass seine gehbehinderte Frau gerettet wurde. Viele wollen nun wieder in ihre Wohnungen, weil alle nur das haben, was sie auf dem Leibe tragen. Doch das ist unmöglich. Zwei bis drei Tage mindestens wird dies dauern. Vor allem müssen der völlig zerstörte Stromverteiler und der ausgebrannte Kellerraum repariert und die Brandursache ermittelt werden. Bis dahin kommen die Senioren bei Verwandten unter. Auch die Arbeiterwohlfahrt Gößnitz nimmt über zehn von ihnen auf.

Bürgermeister Udo Pick (BfM) atmet gegen Mittag auf, als das Feuer gelöscht ist. „Ich bin so froh, dass niemand verletzt wurde.“

Von Jens Rosenkranz

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