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Altenburg Herman de Vries ist der nächste Gerhard-Altenbourg-Preisträger
Region Altenburg Herman de Vries ist der nächste Gerhard-Altenbourg-Preisträger
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16:34 13.11.2018
Herman de Vries: from earth[: world], 2007, Ausreibungen von Erde auf Papier, 102 × 204 cm Quelle: Herman de Vries
Altenburg

Er ist der wichtigste Thüringer Kunstpreis und inzwischen weit über die Region hinaus anerkannt: der Gerhard-Altenbourg-Preis. Benannt nach dem berühmten Altenburger Maler und Grafiker, soll die alle zwei Jahre vergebene hochrangige Auszeichnung herausragende Lebenswerke von Gegenwartskünstlern würdigen. Am Dienstag wurde bekannt, wer der nächste Preisträger ist. Das Kuratorium des Gerhard-Altenbourg-Preises entschied sich am vergangenen Wochenende im Lindenau-Museum in nicht öffentlicher Runde für den seit 1970 im niederfränkischen Knetzgau lebenden niederländischen Künstler Herman de Vries.

Der 87-Jährige hat sich durch ein künstlerisches Werk einen Namen gemacht, das sehr eng mit der Natur verbunden ist, schilderte das Lindenau-Museum am Dienstag in einer Mitteilung. Er ist zugleich Botaniker, Naturphilosoph, Eremit, Wanderer und Poet. Sein Material ist die Natur, insbesondere die Welt der Pflanzen, die er auf ausgedehnten täglichen Wanderungen sammelt, sortiert und collagiert. Dabei entstanden in den letzten Jahrzehnten enzyklopädische Werke von tiefer poetischer Kraft. Die Vielfalt von Gräsern, Rinden, Blüten, Blättern, Erden und Steinen wird in raumgreifenden Installationen oder seriell fixiert auf großen Papierbögen ganz neu sinnlich erfahrbar.

Herman de Vries: Zweige der Bäume, 2003, Zweige auf Papier, 148 × 243 cm Quelle: Herman de Vries

de Vries arbeitete zunächst als Gärtner

Herman de Vries besuchte von 1949 bis 1951 die Reichsgartenschule in Hoorn und arbeitete als Gärtner in Frankreich und den Niederlanden. Kurz darauf begann er künstlerisch zu arbeiten. Zunächst entstanden im Umfeld der Gruppe ZERO informelle Bilder, später flocht er sein Interesse an zufälligen Entwicklungsprozessen in seine Arbeiten ein. Parallel dazu blieb sein Hauptinteresse die Erforschung der Natur, der er künstlerisch und phänomenologisch auf die Spur zu kommen sucht.

Herman de Vries Quelle: Lindenau-Museum

Große Aufmerksamkeit wurde de Vries zuteil, als er 2015 auf der Biennale di Venezia im Niederländischen Pavillon ausstellte. Weitere Ausstellungen der letzten Jahre fanden in Tokio (2007), Paris (2008), Moyland (2009), in der Kunsthalle Schweinfurt (2010), im Ernst Barlach Haus Hamburg (2016), in der Staatsgalerie in Stuttgart (2016) und im spanischen León (2017/18) statt.

20 Jahre Gerhard-Altenbourg-Preis

Der seit 20 Jahren von einem Kuratorium unter Vorsitz des Lindenau-Museum Altenburgs vergebene Gerhard-Altenbourg-Preis trägt den berühmten Altenburger Künstler nicht nur im Namen – das Werk des Preisträgers soll dem Schaffen Gerhard Altenbourgs auch verwandt sein. Im Fall von Herman de Vries wurde besonders die Naturnähe hervorgehoben. Auch Gerhard Altenbourg hat viele Anregungen für seine Motive auf Wanderungen durch die Landschaft um Altenburg erhalten. Pflanzenformen sind Teil seiner eigenwilligen Bildfindungen. Schon als junger Mann hatte er ein kleines Naturalienkabinett angelegt.

Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert, die von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Sparkasse Altenburger Land und dem Freistaat Thüringen aufgebracht werden. Der Künstler erhält 10 000 Euro als Preisgeld, 40 000 Euro werden für eine Ausstellung und einen Katalog verwendet. Die Ausstellung wird von Oktober bis Dezember nächsten Jahres im Lindenau-Museum stattfinden.

Kuratorium aus Sponsoren, Politikern, Kunstsachverständigen

Das Kuratorium des Preises setzt sich aus den Sponsoren, Vertretern der Politik und Kunstsachverständigen zusammen. Nur Letztgenannte sind vorschlagsberechtigt, alle Kuratoriumsmitglieder haben jedoch ein Stimmrecht. In diesem Jahr nahmen unter anderem Björn Egging, der Konservator der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Anke Hervol von der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin, Anette Kruszynski, stellvertretende künstlerische Direktorin der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Professor Kai Uwe Schierz, Direktor der Kunstmuseen der Stadt Erfurt, an der Wahl des Preisträgers teil. Vorsitzender des Kuratoriums ist der Direktor des Lindenau-Museums, Roland Krischke.

Von OVZ

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