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Herzensangelegenheit im Heimatort

Herzensangelegenheit im Heimatort

Eigentlich sollte es nicht so schnell gehen, doch seit September trainiert René Eichelkraut erstmals eine Männermannschaft. Er hat die Kreisoberliga-Kicker des TSV Windischleuba übernommen.

Möglich macht es ein eher unglücklicher Umstand, was seine eigene aktive Karriere angeht - eine langwierige Verletzung an der Hüfte, die er sich vergangene Saison im Trikot von Motor Altenburg zuzog.

 

"Ich habe danach versucht, immer etwas zu machen und mich mehr oder weniger durchgeschleppt. Doch es könnte sein, dass ich mich noch einer Operation unterziehen muss. Daher ist derzeit an das aktive Fußballspielen gar nicht zu denken", sagt der 37-Jährige. Er geht davon aus, dass für ihn die Zeit in der Verbandsliga vorbei ist und er höchstens noch einmal in einer unterklassigen Liga auflaufen könnte. Für ihn endet wohl damit eine zehnjährige Fußballzeit bei Motor Altenburg. Als Höhepunkt mit den Skatstädtern bezeichnet er den Verbandsliga-Aufstieg 2009. Doch auch an seine Zeit als Torwart in einer gesamten Rückrunde blickt er gern zurück. "Bei einem Internetmagazin war ich da sogar einmal in der Elf des Spieltags", erinnert er sich schmunzelnd. Als seinen größten Erfolg bezeichnet er allerdings ein Erlebnis mit einem sächsischen Fußballverein. "Es war ganz klar der Aufstieg mit dem Hausdorfer SV in die Landesliga 2004." Damals brauchten die Hausdorfer am letzten Spieltag einen Punkt beim direkten Kontrahenten Nordwest Leipzig. Eichelkraut erzielte in der fünften Minute der Nachspielzeit das 1:1 und hat die Szene heute noch vor Augen. Aus beruflichen Gründen zog es ihn danach aber zurück nach Altenburg, wo er schon in Jugendjahren gespielt hatte. In Windischleuba hat er im frühesten Kindesalter ein Jahr gespielt.

 

Doch da René Eichelkraut gerade einmal 100 Meter vom Sportplatz in Windischleuba entfernt wohnt, hat er die Entwicklung des Vereins stetig verfolgt. "Ich habe selbst bei Spielen zugesehen oder mich immer telefonisch informiert." Im September bekam er einen Anruf - von TSV-Präsident Lothar Schäfgen. "Wir haben uns eine halbe Stunde zusammengesetzt, die sportlichen Rahmenbedingungen besprochen und dann stand für mich schnell fest, dass ich es hier versuchen will. Es ist mein Heimatverein - also auch eine Herzensangelegenheit. Zunächst einmal trainiere ich diese Saison, danach müssen wir mal sehen."

 

13 Mann stehen im Kader der ersten Windischleubaer Mannschaft. "Was das angeht, komme ich ja vom Regen in die Traufe", sagt er augenzwinkernd in Bezug auf seine Zeit bei Motor Altenburg. "Grundvoraussetzung für mich war, dass die Trainingsbeteiligung gut ist. Sonst hätte ich es nicht gemacht." Als René Eichelkraut das Amt übernahm, stand der TSV weit unten in der Kreisoberliga und hat sich inzwischen stabilisiert. "Ein einstelliger Tabellenplatz ist nun das Ziel. Ich sehe ja, was die Jungs können." Nach vorne möchte Eichelkraut mit gepflegten Kurzpässen spielen, hinten soll möglichst oft die Null stehen. "Ich war zwar lange Zeit meiner Karriere Stürmer, doch da vertrete ich die Meinung meiner ehemaligen Trainer Jochen Kunath und Harald Haese, dass die Defensive die Grundlage für langfristige Erfolge ist. Die Funktion des Spielertrainers kommt für ihn dabei nicht in Frage. "Das habe ich selbst nie gemocht, daher werde ich das nicht machen." Für sein Team geht es morgen zum Auswärtsspiel zur zweiten Mannschaft des SV Rositz. "Das wird ein echter Prüfstein. Aber die Jungs haben sich in den vergangenen Spielen wieder einen Namen gemacht. Und wenn sie mit Leidenschaft agieren, dann kommen auch Zuschauer wieder."

Robin Seidler

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