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Herzschlag-Finale Altenburger Lateinformation unterliegt im Duell gegen Viernheim

Herzschlag-Finale Altenburger Lateinformation unterliegt im Duell gegen Viernheim

Ein ausverkauftes Haus, ein frenetisch mitgehendes Publikum und eine klasse Leistung, die den zweiten Platz in der Tages- sowie der Endwertung bedeutet.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Ellen Paul

Das verschlägt selbst den in dieser Hinsicht verwöhnten Formationstänzern des TSC Tanzkreis Schwarz-Gold Altenburg die Sprache. Eine solch gigantische Kulisse wie am Samstagnachmittag hat der Goldene Pflug bislang vermutlich noch nicht gesehen. Auf den Tribünen ist kein freies Plätzchen mehr zu erhaschen. Die Leute sitzen sogar auf den Treppenstufen oder versuchen, am Geländer einen Stehplatz zu ergattern. Die Halle brodelt, die Halle tobt. Die Zuschauer wollen die beiden einheimischen Mannschaften zu Bestleistungen treiben, aber zugleich einen interessanten, stimmungsvollen und sportlich hochklassigen Nachmittag erleben.

Und das können sie. Die Leistungsdichte in der Oberliga Süd ist über alle Maßen groß. Ob Bad Homburg mit seinem Tina-Turner-Titeln, Maintal mit seinem Abba-Medley oder Viernheim mit seinen starken Filmmusiken von von Fluch der Karibik über Armageddon bis James Bond - alle warten mit tollen Leistungen und einer ebensolchen Show auf. Sie alle werden vom Publikum mit viel Beifall unterstützt.

Ohrenbetäubend wird das Klatschen, Johlen, Tröten und Rasseln verständlicherweise immer dann, wenn die Altenburger auf Parkett müssen. Und das ist beim A-Team gleich dreimal und beim B-Team zweimal. Weil sich die Wertungsrichter angesichts besagter Leistungsdichte nämlich nach der Vorrunde nicht sicher sind, wer im Kleinen und wer im Großen Finale um die Plätze tanzen soll, gibt es eine Zwischenrunde. In die kommen acht der insgesamt elf Teams. Die beiden Skatstädter sind darunter.

Was beim A-Team selbstverständlich erwartet wird, ist für das B-Team schon ein Erfolg. Im Vorjahr hatten die Tänzer es mit ihrer "Explosive"-Choreografie nämlich nicht in die damals ebenfalls angesetzte Zwischenrunde geschafft. In dieser Saison warten die acht Paare mit einem Klassiker auf: Mea Culpa. Diese mystische Geschichte mit Musik von Enigma und Ausschnitten aus Carmina Burana, gesungen von Mönchen, hatte drei Jahre lang die erste Mannschaft zu Erfolgen geführt. Mit neuen Kostümen - die Damen mit Glitzer-Oberteil und stahlblauem Röckchen, die Herren tiefschwarz - bieten sie Mea Culpa in einer neuen, überarbeiteten Choreografie.

Obwohl das Publikum die Schützlinge von Therese Schaller gern im Großen Finale gesehen hätte, reicht es am Ende nur für Platz 8. Dennoch ist die Trainerin "super zufrieden". "Sie haben durchgängig konstante, gute Leistungen gezeigt. Ich bin echt stolz. Leider ist das von den Wertungsrichtern nicht anerkannt worden."

Noch viel mehr hadert Therese Schaller allerdings mit der Wertung für das A-Team, in dem sie selbst mit tanzt. Denn der TSC Schwarz-Gold Altenburg und der TSC Rot-Weiß Viernheim liegen nach insgesamt vier Turnieren punktgleich an der Spitze. Beide bieten am Sonnabend daher dreimal alles Können auf, beide wollen unbedingt den Sieg. Am Ende sehen die Preisrichter die Viernheimer vorn. 2-1-1-1-1 für die Gäste aus Hessen, 1-2-2-2-2 für die Gastgeber.

Die Mannschaft von Trainerin Birgit Schaller ist geschockt. Tränen fließen. Ratlosigkeit bei Sportlern und Publikum, weil niemand weiß, woran es gelegen hat, was den Ausschlag gab. Sogar bei der Siegerehrung, wo in den Vorjahren selbst bei schlechteren Ergebnissen immer gefeiert wurde, herrscht einfach nur Ratlosigkeit und Trauer.

"Mir ist immer noch schlecht. Es war der erste Gedanke heute beim Aufwachen, es wird der letzte vor dem Einschlafen sein", hat sich Therese Schaller auch tags darauf noch nicht gefangen.

Ihre Schwester Henriette wagt schon einen Blick nach vorn. "Wir treffen uns morgen wie immer montags beim Griechen und werden alle noch mal darüber reden. Und sicher schon für die nächste Saison planen. Denn aufgeben werden wir auf gar keinen Fall."

Manch einer glaubt inzwischen, dass der zweite Platz sogar sein Gutes haben und vor größerer Enttäuschung bewahren könnte. Sicher wäre nämlich selbst bei einem Sieg der Aufstieg für die Altenburger nicht gewesen. Denn dem A-Team droht für das Turnier in Viernheim nachträglich eine Disqualifikation, weil drei von fünf Wertungsrichtern einen Lift (verbotene Hebefigur) gesehen haben wollen. Die Skatstädter haben Berufung eingelegt. Die Entscheidung des Sportgerichts steht noch immer aus. Jetzt ist sie ohnehin (fast) bedeutungslos.

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