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Altenburg Heute zu Besuch am Stand des Holzländischen Frischhandels aus Rüdersdorf
Region Altenburg Heute zu Besuch am Stand des Holzländischen Frischhandels aus Rüdersdorf
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00:23 28.09.2018
Im Verkaufswagen des Holzländischen Frischhandels ist Sylvia Voigt seit 22 Jahren einen Institution. Quelle: Jörg Reuter
Altenburg

„Ja, und dann mach ich am nächsten Morgen den Mülleimer auf, kommt mir doch die Maus wieder entgegen“, erzählt Bärbel Städter ihre Anekdote zu Ende – und bringt Sylvia Voigt und die Wartenden in der Schlange am Stand des Holzländischen Frischhandels auf dem Altenburger Markt zum Lachen. Ein paar Worte darüber, was Kater Schnurzi angestellt hat, gehören für die Altenburgerin zum Einkauf bei Sylvia Voigt einfach dazu. Immerhin ist sie seit vielen Jahren Stammkundin, denn die Seniorin schwärmt für den Kaninchensalat oder die frischen Täubchen des Holzländischen Frischhandels. Und natürlich nimmt sie auch jede Woche eine Leckerei für Schnurzi mit. „Ich brauche nur den Namen sagen – und bekomme ein Stück Hühnerbrust. Das ist das Schöne hier“, meint die Rentnerin, bevor sie ihre Runde über den Wochenmarkt fortsetzt.

Über 20 Jahre Stammkundschaft

Inzwischen hat auch Sylvia Voigt die wartenden Kunden fertig bedient und findet ein wenig Zeit zum Plausch mit der OVZ. „Da haben Sie aber Glück, denn bei mir steht meist eine kleine Schlange“, erklärt sie. Und kaum hat sie’s gesprochen, steht schon wieder jemand am Tresen und fragt wie nahezu alle Kunden nach dem Kaninchensalat. „Leider nicht, der ist heute schon alle“, muss Sylvia Voigt erneut antworten. Überhaupt haben sich ihre Auslagen am frühen Nachmittag bereits sichtbar gelichtet.

„Das war heute früh noch alles voll“, sagt sie und ist stolz, wie gut die Geschäfte mittwochs in Altenburg laufen. Seit 22 Jahren verkauft sie hier für den Rüdersdorfer Feinkosthändler. „Den Kundenstamm auf dem Markt in Altenburg habe ich für unsere Firma mit aufgebaut“, erzählt sie. Deshalb liege ihr dieser auch besonders am Herzen. „Ich kenne viel Kunden schon so lange und sehe wie, deren Kinder groß werden. Inzwischen kommen Frauen, denen ich, als sie Kinder waren, eine Wiener geben habe, mit den eigenen Kindern, die jetzt von mir ein Würstchen kriegen.“

Eigene Rezepte ohne Konservierungsstoffe

Über so treue Käufer freut sich auch Prokuristin Manuela Krüger. Denn davon leben letztlich alle 17 Mitarbeiter. Direkt nach der Wende 1989 gründete sie in Rüdersdorf im Landkreis Greiz mit Frank Krüger die Firma Holzländischer Frischhandel. Mehr oder weniger zufällig seien sie damals auf Geflügelprodukte gestoßen. Dabei geblieben sind sie nicht zuletzt, weil die ambitionierten Hobbyköche dadurch die Möglichkeiten bekamen, ihre eigenen Ideen und Rezepte zu verwirklichen. „Unsere Salate, die Sülze oder die eingeweckten Gerichte – das stellen wir alles selbst her. Ganz frisch und ohne Konservierungsstoffe“, erklärt Krüger. Selbst die Wurstrezepte für Geflügelsalami, Kaninchenleberwurst, Wildknacker und so weiter stammen aus ihrer Küche. „Hergestellt wird die Wurst aber von einem benachbarten Fleischer, der sie extra für uns produziert.“

Die Rohstoffe bezieht der Holzländische Frischhandel zum einen vom Astenhof in Hainspitz nahe Eisenberg. „Von dort bekommen wir das Geflügel und Eier.“ Ein bekannter Jäger aus dem Ort wiederum liefere das Wild frisch aus den Wäldern, informiert die Prokuristin. „Dazu beziehen wir aus Frankreich, weil es in Deutschland keine entsprechenden Angebote mehr gibt, die Kaninchen, Enten und Tauben.“

Kaninchen, Ente und Wild haben Saison

Deren Beliebtheit bei den Kunden steigt gen Winter deutlich, hat Verkäuferin Sylvia Voigt über Jahre beobachtet. Im Sommer würden vor allem Hühnchen und leichte Kost nachgefragt. Wenn es dann wieder kühler wird, entscheiden sich die Leute demgegenüber häufiger für Kaninchen, Ente oder Wild. „Aber absolute Hochsaison ist bei uns natürlich um die Weihnachtszeit. Dann wird alles gekauft und wir stehen hier mit drei Leuten, um den Ansturm zu schaffen“, sagt Voigt, bevor sie sich wieder um ihre Kundschaft kümmern muss.

Von Jörg Reuter

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