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Heyersdorfer Orgelsanierung erhält weitere Unterstützung

„Orgel des Monats“ Heyersdorfer Orgelsanierung erhält weitere Unterstützung

Große Freude in Heyersdorf: Die Opitz-Orgel in der Dorfkirche wurde von der Stiftung Orgelklang zur „Orgel des Monats“ gekürt. Das damit verbundene Fördergeld kommt der derzeit laufenden Sanierung des Klangkörpers zu Gute. Und die biegt derzeit auf die Zielgerade ein.

Noch fehlt einiges, aber die Sanierung der Heyersdorfer Orgel ist auf einem guten Weg.

Quelle: Bastian Fischer

Heyersdorf. Es ist voll im Kirchenschiff. Leitern stehen herum, die Bänke sind teilweise abgehängt, an den Stützpfeilern lehnen alte Holzverkleidungen, Werkzeug und Kabel wohin das Auge blickt. Keine Frage: In der kleinen Dorfkirche in Heyersdorf wird derzeit kräftig gearbeitet.

Und das hat einen guten Grund. Immerhin soll das Prunkstück des Gotteshauses, die historische Orgel, schon bald wieder mit vollem Klang den Gottesdienst einläuten. Rundum saniert und auf Vordermann gebracht, versteht sich.

Dafür, dass dabei alles nach Plan verläuft, ist Christian Reinhold zuständig. Der 60-Jährige Orgelbauer aus dem sächsischen Bernsdorf weiß genau was er tut, schließlich hat er im Lauf seines Berufslebens schon zig Orgeln wieder instandgesetzt – immer mit ganz viel Herzblut. „Man geht eben eine gewisse Beziehung ein“, erklärt er. Am Ende jeder Restaurierungsphase erscheint ihm das jeweilige Instrument „wie ein Kind, das man in die Freiheit entlässt“. Was im ersten Moment pathetisch klingen mag, wird von Reinhold gleich darauf augenzwinkernd relativiert: „Natürlich hoffe ich dann, dass ich nie wieder von ihm höre.“

Sein aktuelles Projekt ist eine ebensolche besondere Beziehung. Die in Heyersdorf beheimatete Orgel ist eine von insgesamt 33 Stück aus den Händen von Christoph Opitz, stammt aus dem Jahre 1858 – und ist damit genau 99 Jahre älter als Reinhold selbst, wie er schmunzelnd feststellt.

Das Instrument ist bis heute fast unverändert in dem Zustand verblieben, in dem es Mitte des 19. Jahrhunderts die Opitz’sche Werkstatt verlassen hatte. „Die Bauern in der Gemeinde waren sparsam“, erläutert Reinhold, „und das ist ein Glück.“ Denn anders als Instrumente, die in größeren Kirchen in den Städten und Metropolen immer auch dem Zeitgeschmack und den sie spielenden prominenten Musikern angepasst oder entsprechend verbessert worden seien, blieb die originale Substanz der Heyersdorfer Orgel erhalten.

Trotz des insgesamt guten Zustandes des Instruments, war spätestens nach der sieben Jahre dauernden Sanierung der Dorfkirche, die 2014 abgeschlossen werden konnte, klar, dass als nächstes die Orgel an der Reihe sein sollte.

Für das Projekt hat sich die Gemeinde in den zurückliegenden drei Jahren mächtig ins Zeug gelegt. So wurden Konzerte im Gotteshaus organisiert, deren Erlöse der Orgel zugute kommen sollen. Gleiches gilt für den Verkauf von Kaffee und Kuchen sowie – für jene, die es deftiger mögen – von Wurst aus Hausschlachtung, der von engagierten Heyersdorferinnen nach den Gottesdiensten organisiert wurde: Jeder Cent wanderte in den Sanierungstopf.

Insgesamt rund 34 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt. Seit Montag dieser Woche dürfen sich die Heyersdorfer über eine weitere Finanzspritze freuen: Denn die Stiftung Orgelklang, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland getragen wird, hat das hiesige Instrument zur „Orgel des Monats“ erklärt. Mit 2500 Euro werden die laufenden Arbeiten so zusätzlich unterstützt.Zuvor hatten bereits auch sächsische Landeskirche, thüringer Denkmalamt und die Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen Gelder zur Verfügung gestellt.

Ein Engagement und eine Unterstützung, die auch Christian Reinhold freuen. Sicher, gibt er zu, die nötige Summe sei gerade für eine kleine Gemeinde wie Heyersdorf nicht zu verachten. „Aber Orgeln waren zu allen Zeiten teuer, auch für unsere Vorfahren war das eine große Investition.“

Entsprechend kann sich Reinhold nun ganz gelassen den umfangreichen Arbeiten widmen. Zunächst wurde das gesamte Innere des Instruments intensiv gereinigt und selbstverständlich auf Holzwurm nachbehandelt. Im Anschluss ging es an die eigentlichen Klangkörper, wurden vom Fachmann die Metallpfeifen sowie die Windladen repariert. Als letzten Schritt geht Christian Reinhold nun den technischen Wiederaufbau des historischen Instruments an. Zeitnot fürchtet er dabei keine: „Alles läuft nach Plan.“

Wenn der aufgeht, steht der feierlichen Wiedereinweihung der Orgel nichts mehr im Wege. Pünktlich zum Martinstag am 11. November wollen die Heyersdorfer mit einem Festgottesdienst um 15 Uhr das geliebte Instrument wieder in Betrieb nehmen.

Von ovz

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