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Hier geht’s lang: Erste Etappe der Radweg-Beschilderung abgeschlossen

Hier geht’s lang: Erste Etappe der Radweg-Beschilderung abgeschlossen

Mit dem Anschrauben des vorerst letzten Wegweisers ist im Altenburger Land die Beschilderung wichtiger Radwege abgeschlossen worden. 70 000 Euro wurden in das Projekt investiert.

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Geschafft, das letzte Schild ist angeschraubt und Landrätin Michaele Sojka (M.), Fremdenverkehrschefin Christine Büring und Planer Peter Leischner können sich freuen.

Altenburg. Mitte April war der erste von 664 Wegweisern der neuen touristischen Radwegebeschilderung des Landkreises aufgestellt worden. Radplaner Peter Leischner hatte im Auftrag des Fremdenverkehrsverbands Altenburger Land eine Beschilderungskonzeption für vier Rundrouten mit über 155 Kilometern erarbeitet, die im Auftrag des Landkreises in den vergangenen Monaten umgesetzt wurde. Das letzte Schild konnte nun am Dienstag in Waltersdorf symbolisch angeschraubt werden.

Wie das Landratsamt informierte, weisen die nach dem offiziellen thüringischen und sächsischen Standard neu gestalteten 345 Schilder mit farbigen Plaketten auf die jeweiligen Rundrouten, aber auch auf überregionale und thematische Routen hin. Dazu geben die 239 Hauptwegweiser noch Auskunft über die Infrastruktur mit Symbolen für Bahnhöfe, Gaststätten und Sehenswürdigkeiten, die nun auch ohne Kartenmaterial gut auf dem Drahtesel zu finden sein sollen.

Insgesamt standen 70 000 Euro in diesem Jahr für die Konzeption und die Aufstellung der Beschilderung zur Verfügung. Da im Sinne der Landesförderung nur überregionale Wege wie der Thüringer Städtekette-Radweg und Hauptwege wie der Pleiße-Radweg förderfähig sind, entschied man sich für die Nutzung des Regionalbudgets, über das der Kreis weitgehend selbst entscheiden kann.

Allerdings können die Bürger des Altenburger Landes und ihre Gäste nun zwar viele, aber längst noch nicht alle Ecken des Landkreises solcherart geleitet per Rad erkunden. Denn vom Altenburger Land führen die Wege traditionell auch ins Kohrener Land, ins Zwickauer Land, nach Waldenburg und Blankenhain und in Richtung Ronneburg.

Um einerseits die finanziellen Belastungen über mehrere Jahre zu verteilen und andererseits etwas mehr Zeit für die überregionalen Planungen einzuräumen, entschied man sich dafür, die landkreisübergreifenden Radrouten erst in einer zweiten Tranche gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen auszuschildern. Zudem sollen in einem dritten Schritt auch Zielführungen markiert werden, sodass man dann beispielsweise von Schmölln nach Meuselwitz und weiter nach Zeitz, von Borna über Frohburg nach Göpfersdorf oder von Crimmitschau über Schmölln nach Altenburg fahren kann, ohne sich zu verirren, erläutert Christine Büring vom Fremdenverkehrsverband Altenburger Land das Konzept.

Der Verband setze sich seit Jahren für die Umsetzung einer modernen Beschilderung ein und hoffe auf Unterstützung, damit auch die zweite und dritte Tranche des Projekts in den folgenden Jahren verwirklicht werden können.

Auch Landrätin Michaele Sojka (Linke) sieht im Radtourismus eine Chance für die Entwicklung des ländlichen Raumes, aber durchaus auch für die Stadt Altenburg. Übernachtungsgäste bleiben länger, wenn sie Kultur mit aktivem Erleben des Landkreises verbinden können und Ausflugstouristen haben es aus den sächsischen Metropolen nicht weit. Touristische Wege verbinden zudem das Altenburger Land mit dem dicht bevölkerten mitteldeutschen Raum und geben dem Landkreis so immer stärker die immer schon geforderte "Scharnierfunktion", erklärte Sojka.

-Kommentar

 

Farbige Routen führen durchs Osterland

- Rot: Von Altenburg ins Kohrener Land

- Dunkelgrün: Im Altenburger Obstland

- Hellgrün: Von der Burg Posterstein zur Buga

- Orange: Auf den Spuren der Braunkohle

- Lila: Von der Skatstadt ins Schnaudertal

- Türkis: Zwischen Sprotte und Pleiße

- Dunkelblau: Vom Sprottetal zum Wieratal

Die ADFC-Radreiseanalyse 2012 bestätigt, dass Radfahren in Thüringen ein starkes Segment im Natur- und Aktivtourismus ist. Der Freistaat behauptete sich unter den zehn beliebtesten Raddestinationen Deutschlands, verbesserte sich im Ranking im Vergleich zum Vorjahr und landete auf Platz fünf nach Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Franken.

Radurlaube und Radfahren im Urlaub liegen im Trend. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor und wichtiger Wachstumsmarkt generiert der Fahrradtourismus in Deutschland einen jährlichen Gesamtbruttoumsatz von 9,16 Milliarden Euro. 84,4 Prozent der deutschen Radurlauber fuhren 2011 auf deutschen Routen. Bei Urlaubern aus dem Ausland liegt Radfahren mit 19 Prozent unter den sportlichen Aktivitäten an der Spitze vor Baden an Seen/Meer und Wandern, Wassersport, Nordic Walking, Joggen/Laufen und Mountainbiken.

In Thüringen hat sich eine erfolgreiche touristische Entwicklung des Radtourismus vollzogen. Es ist gelungen, den allgemeinen Trend zu Radreisen und Radfahren im Urlaub aufzugreifen und sowohl im Marketing und Vertrieb touristischer Angebote als auch im weiteren qualitativen Ausbau der radtouristischen Infrastruktur umzusetzen.

Die landkreis- und länderübergreifende Zusammenarbeit wurde im Interesse einer ganzheitlichen Vermarktung des Radfernwegenetzes ausgebaut. Ein Radfernwegenetz mit rund 1700 Kilometern sowie ein verbindendes Radhauptnetz und thematische Radrouten bieten ideale Voraussetzungen für einen Natur- und Aktivurlaub.

http://www.adfc.de/radreiseanalyse/die-adfc-radreiseanalyse-2012.

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