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Altenburg Hilfe für Demenzkranke
Region Altenburg Hilfe für Demenzkranke
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17:54 02.11.2012
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Altenburg

Von Jenifer Hochhaus

"Unsere Erhebungen zeigen, dass im Altenburger Land besonders viele Menschen mit Demenz leben", erklärt Projektleiterin Carmen Glandien, warum der Kreis eine der beiden Regionen ist, in denen die beiden Modellprojekte beginnen. Demnach seien hier rund 2000 Menschen von der Erkrankung betroffen. Zudem zeige die Demografieentwicklung des Landkreises, dass die Menschen immer älter werden und die Bevölkerungszahl somit sinkt. "Noch ein dritter Punkt spielt eine Rolle: Es gibt nur wenige niedrigschwellige Angebote, an die sich Betroffene wenden können."

Mit der Initiative möchte die Thüringer Alzheimer-Gesellschaft dies in den kommenden Monaten ändern (OVZ berichtete). "Aber es ist nicht einfach, neue Strukturen zu schaffen", sagt Glandien. Deshalb setzt der Verein auf ehrenamtliche Helfer, die Betroffenen bei den ersten Schritten helfen sollen. "Dabei geht es keineswegs darum, Menschen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung zu betreuen, sondern die Ehrenamtlichen sollen dabei helfen, dass sich Betroffene im Vorsorgesystem zurechtfinden." Denn nicht immer gebe es Kinder oder Enkel, welche die Erkrankten dabei unterstützen können.

Bis Ende des Jahres sollen die Ehrenamtlichen gefunden werden, Anfang des kommenden Jahres finden dann Schulungen statt. "In der ersten Phase werden wir erst einmal schauen, wie es anläuft", sagt Jörg Seifert vom Ehrenamtsbüro, mit dem die Alzheimer-Gesellschaft zusammenarbeitet. "Es ist eine wichtige Sache für den Landkreis, wenn Menschen sich engagieren. Aber natürlich ist die Mitarbeit in diesem Projekt nicht für jeden geeignet." Glandien nennt Zeit und das Interesse an der Arbeit mit älteren Menschen als gute Voraussetzungen. "Es wird unterschiedlich sein, wie aufwendig sich die Hilfe gestaltet. Ganz wichtig ist, dass Interessierte selbst psychisch stabil sind und sich das zutrauen."

Bei den Schulungen werden die Helfer mehr über die Krankheit, Hilfs- und Behandlungsmöglichkeiten erfahren. Anschließend sollen sie regelmäßig mit den Betroffenen, die von der Alzheimer-Gesellschaft vermittelt werden, in Kontakt treten. "Ziel ist es, die Erkrankten aus der Isolation herauszuholen", beschreibt Glandien. Viele Betroffene müssten sich erst daran gewöhnen, Hilfe von außen anzunehmen. Die Initiative soll dabei bereits in der Frühphase helfen.

Das Projekt ist zunächst bis Anfang 2014 angelegt. "Dann schauen wir uns an, wie es funktioniert hat", sagt Glandien. Im Idealfall sollen die beiden Modellprojekte in Suhl und im Altenburger Land auf andere Städte übertragen werden. Denn in ganz Thüringen leiden laut Angaben der Alzheimer-Gesellschaft rund 44 000 Menschen an Demenz.

Interessierte wenden sich an Carmen Glandien von der Alzheimer-Gesellschaft Thüringen, per E-Mail an info@alzheimer-thueringen.de oder % 0361 21031555.

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