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Altenburg Hilfe für Innenstadt-Händler: Mehr Parkplätze und Gratisminuten in Altenburg
Region Altenburg Hilfe für Innenstadt-Händler: Mehr Parkplätze und Gratisminuten in Altenburg
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00:29 11.01.2016
Unweit des Capitols in der Altenburger Teichsstraße soll auf einem einstigen archäologischen Ausgrabungsgelände einer großer Parkplatz neu gebaut werden. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Michael Wolf (SPD) reagiert auf das Ladensterben in der Altenburger Innenstadt. Mit einem Paket an Maßnahmen will der Oberbürgermeister dem Einzelhandel unter die Arme greifen und die City beleben. Wie er am Donnerstag auf Nachfrage sagte, werde ab 1. Februar die erste halbe Stunde auf allen öffentlichen Parkplätzen kostenlos sein. Im Gegenzug kostet das Abstellen der Autos wochentags zwischen 17 und 18 Uhr sowie sonnabends wieder Gebühren. Darüber hinaus entstehen umgehend 21 neue Parkplätze. Zudem sollen die Fußgängerzone auf dem Markt verkleinert werden, größere Parkflächen neu entstehen sowie die umstrittene Ansiedlung des Saller-Marktes vorangetrieben werden.

„Erste Überlegungen dazu gab es bereits im Sommer, als von einem Ladensterben noch gar nicht die Rede war“, sagte Wolf und wehrte damit Vorwürfe ab, er würde nun erst wegen der Häufung von Geschäftsaufgaben in die Offensive gehen. Ursprünglich habe er die kostenlose halbe Stunde bereits am 1. November einführen wollen. „Aber das ging wegen der schlechten finanziellen Situation und der Monopolisierung von Firmen für die technische Einrichtung nicht.“

Einnahmen in sechsstelliger Höhe weggefallen

Dass der Rathaus-Chef nun abends und sonnabends wieder Gebühren einführt, liegt an den wegfallenden Einnahmen in sechsstelliger Höhe und am fehlenden Nutzen der aktuellen Regel. „Es war als Angebot für die Einkäufer gedacht, stattdessen parken aber die Mitarbeiter alles zu“, so Wolf weiter. Zudem werde nun auch der Weibermarkt an dieses System angeschlossen.

Die 21 neuen Parkplätze sieht der OB jedoch als „Sofortmaßnahme gegen Ladensterben“. Durch Änderung von Markierungen, die beginnen sollen, sobald es die Witterung zulässt, will man an der Rückseite des Areals am Markt sieben, auf dem Parkplatz am Topfmarkt zwei, in der Johannisstraße sechs und auf dem westlichen Teil des Marktes weitere sechs zusätzliche Stellplätze schaffen. Letztere übrigens durch eine neue Fläche und durch den Wegfall der Behindertenparkplätze. „Denn Behinderte können mit ihrem Ausweis auch außerhalb markierter Flächen stehen, solange sie den Verkehr nicht behindern“, erklärte Wolf.

Weitere Überlegungen für Parkplätze

All das kann das Stadtoberhaupt selbst anordnen. Für alles Weitere braucht er Beschlüsse des Stadtrats. Stimmt dieser zu, könnte sich die Fußgängerzone auf dem Markt so verkleinern, dass Weibermarkt, die Schluppe zur Moritz- und die Sporenstraße wieder uneingeschränkt befahrbar werden und am östlichen Markt eine weitere Parkplatzreihe entsteht. Die neu zu bauenden Parkplätze befinden sich auf der Freifläche gegenüber der Tanzschule Schaller in der Johannisvorstadt und auf dem bisherigen archäologischen Ausgrabungsgelände unweit des Capitols in der Teichstraße. Wie groß die Kapazitäten dort sein werden, „lässt sich aufgrund des frühen Planungsstadiums aber noch nicht sagen“, so Wolf. Angesichts der Flächengrößen ist aber von bis zu 90 Plätzen auszugehen.

Abgesehen davon gibt es auch Überlegungen, weitere Grundstücke zu kaufen, um weitere Stellflächen anzubieten. Als zusätzliches Mittel zur Innenstadt-Belebung sieht Wolf den Saller-Markt an, der auf dem Topfmarkt entstehen und in einer Tiefgarage weitere 150 Parkplätze bringen würde. „Ich werde um diese Ansiedlung kämpfen und hoffe, dass wir zu einem Durchbruch kommen“, so Wolf, der sich mit dem Investor in 14 Tagen trifft. Daneben kritisierte er seine Politessen und Politeure: „Wir sorgen zwar für Sicherheit und Ordnung, aber die Umsetzung eines Größtmaßes an Toleranz beim Parken ist bisher ungenügend gelungen.“

Alles in allem glaubt Wolf, dass die Händler, die in der Innenstadt „kreativ sind und ein ordentliches Konzept haben, auch weiterhin gut leben werden“. Es gebe aber mittlerweile auch Leerstand durch zu hohe Mieten. „Da muss ein Umdenkprozess einsetzen“, erklärte der OB, der eine Bitte an die Händler hat: „Sie sollten jetzt endlich wieder an einem Strang in eine Richtung ziehen und selbstbewusst sein. Denn wir haben etwas zu bieten.“

Von Thomas Haegeler

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