Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Hilfsaktion für verunglückten Altenburger „Bratwurst-Rol“
Region Altenburg Hilfsaktion für verunglückten Altenburger „Bratwurst-Rol“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 08.11.2018
So kennen ihn viele Altenburger: Roland Saupe alias „Bratwurst-Rol“ mit Dieselameise in seinen jüngeren Tagen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Schytomyr

Es sollte eine fröhliche Familienzusammenkunft werden, doch die Fahrt endete als Horror-Trip: Ein Altenburger ist in der Ukraine bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden. Seit Wochen liegt er dort im Krankenhaus, hadert mit Sprachproblemen, fremden Gesetzen und finanziellen Nöten. Glück im Unglück: Seine Freunde aus Altenburg haben eine Aktion gestartet, um dem 62-Jährigen zu helfen.

Der Verunglückte ist im Landkreis kein Unbekannter. Roland Saupe tourt seit Jahren als „Bratwurst-Rol“ durch die Region. Sein Markenzeichen: die Dieselameise aus DDR-Produktion, ein Vorgängertyp des Multicar. Das zum mobilen Verkaufsstand umgebaute Gefährt hat ihn für viele Kunden legendär gemacht.

Im Auto mehrfach überschlagen

Doch nun ist völlig offen, wie es für Roland Saupe weitergeht. Roli, wie ihn seine Freunde nennen, liegt mit Brüchen und Fleischwunden in einer Klinik in Schytomyr, rund 120 Kilometer westlich von Kiew. „Er ist mit dem Auto von der Straße abgekommen. Die tief stehende Sonne hatte ihn geblendet“, schildert Carolin Grünig, gebürtige Wolf, die sich um Roli kümmert. „Der Wagen hat sich mehrfach überschlagen. Mit im Auto saß seine ukrainische Freundin, deren Familie sie besuchen wollten.“ Auch sie wurde schwer verletzt. Sie sei zwar inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt, habe aber noch mit den Unfallfolgen zu kämpfen. Roland Saupe hingegen dürfe die Ukraine nicht verlassen, bis die Ermittlungen und das Gerichtsverfahren wegen des Unfalls mit Personenschaden abgeschlossen sind. „Am 8. Dezember steht der nächste Gerichtstermin an. Mindestens so lange muss Roli noch dort bleiben“, erzählt Carolin Grünig.

Geld für Arzt und Medikamente

Die 31-Jährige hat zusammen mit Freundin Jenny Gehrhardt die Initiative ergriffen, als sie von dem Unfall erfuhr. Denn Roli, der für die Auslandsreise keine private zusätzliche Krankenversicherung hat, müsse für Behandlung und Medikamente und später den Rücktransport im Krankenwagen bar bezahlen. „Für ihn eine enorme Belastung. Außerdem braucht er einen Anwalt. Und die Familie der Freundin ist Hunderte Kilometer weg, steht für Hilfe nicht zur Verfügung.“

Altenburgerinnen reisen in die Ukraine

Die beiden Altenburger Frauen wollen deshalb am kommenden Dienstag zu Roli fahren, haben Bustickets gekauft und Kontakt mit der Deutschen Botschaft in Kiew aufgenommen. Um all die Ausgaben zu finanzieren, haben sie über Facebook einen Hilferuf gestartet – „mit toller Resonanz“, freut sich Carolin Grünig. 1230 Euro seien bereits gespendet worden. Außerdem fand am vergangenen Montag ein Treffen von rund einem Dutzend Helfern in Kosma statt. Gemeinsam wurde beraten, wie es weitergehen soll. „Großer Dank an alle, die hier mitmachen“, zollt die Altenburgerin Respekt – auch ihrem Arbeitgeber vom Kulturhof Kosma, der kostenlos den Saal für Treffen zur Verfügung stelle. Das nächste Mal am 20. November um 18.30 Uhr. Dann wollen Carolin Grünig und Jenny Gehrhardt allen Interessierten erzählen, was sie für Altenburgs „Bratwurst-Rol“ in der fernen Ukraine auf den Weg bringen konnten.

Wer spenden oder anderweitig helfen möchte, kann das Treffen nutzen oder Carolin Grünig per Mail erreichen: roland-braucht-hilfe@t-online.de

Von Kay Würker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwei „Jugendclubs“ hat Altenburg noch. Das „Abstellgleis“ und das „East Side“ sind Zufluchtsort für deutsche wie ausländische Kinder gleichermaßen, die immer mehr und immer jünger werden. Am Personalschlüssel der Einrichtungen ändert das nichts...

08.11.2018

Sie engagieren sich in Sport und Kultur, kümmern sich um Kinder und Jugendliche, sind für Kirche und Heimatpflege aktiv, fahren zu Feuerwehreinsätzen. Im Rahmen der inzwischen 16. Ehrenamtsgala wurde am Dienstagabend 25 Mal die Goldene Ehrennadel verliehen. Ebenso 5 Mal das Ehrenamtszertifikat der Thüringer Ehrenamtsstiftung.

07.11.2018

Monika und Herbert Fiddrich aus Altenburg feiern Eiserne Hochzeit. Sie blicken zusammen auf 65 Jahre Ehe zurück, in denen sie viel erlebt haben.

08.11.2018