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Historische Bauten Altenburgs wecken am Tag des offenen Denkmals Erinnerungen

Historische Bauten Altenburgs wecken am Tag des offenen Denkmals Erinnerungen

Rund 15 000 Besucher haben am Sonntag den Tag des offenen Denkmals genutzt, die historischen Bauten in Altenburg besichtigen zu können, so die vorläufige Schätzung der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Altenburg.

 

Hauptanziehungspunkte für viele waren das Teehaus und die Orangerie im Schlosspark, die erstmals Einblicke während der Bauphase gewährten.

 

Von Franziska Seifert

Angenehme Kühle boten die historischen Bauten gegen die flirrende Hitze des Sonntagnachmittages. Doch das war natürlich nicht der Hauptgrund, der Einheimische und Gäste reihenweise ins "Weiße Ross", ins "Stadt Dessau", das Paul-Gustavus-Haus oder in Teehaus und Orangerie zog. Denn es gab eine Menge zu sehen und zu erfahren in den über 30 privaten und öffentlichen Gebäuden des Skatstadt, die zum Tag des offenen Denkmals ihre Pforten geöffnet hatten.

Zu den Favoriten mit über 1000 Besuchern gehörten neben dem Paul-Gustavus-Haus auch die historischen Gaststätten "Weißes Ross" und "Stadt Dessau" in der Teichvorstadt. "Weißt du noch?", "wir waren hier früher oft", raunte es über die Flure, an deren Wänden sich verblichene Tapeten wellten oder gar die schiere Backsteinwand hervorblitzte. "Hier war die Hochzeit," erinnert sich eine ältere Dame im "Weißen Ross" und weist auf einen der jetzt kargen Räume.

Im ehemaligen Selbstbedienungs-Restaurant "Stadt Dessau", in deren oberen Etagen künftig Seniorenwohnungen entstehen sollen (OVZ berichtete), drängen sich die Besucher um alte Fotos und Baupläne, schwelgen in Erinnerungen und diskutieren das Vergangene. "Jeden Morgen fahre ich hier vorbei, da musste ich heute die Gelegenheit einfach nutzen, mal hineinzuschauen", sagte Schlossdirektor Thomas Knechtel, der mit seiner Familie einige Stationen besichtigen wollte, bevor es ihn an seine eigene Wirkungsstätte zog.

Die Ohlsche Klinik in der Carl-von-Ossietzky-Straße konnte mit 700 Besuchern keine Rekordzahlen erreichen. Doch die Freude über den Denkmalpreis der Stadt Altenburg 2011 überwog an diesem Tag beim Träger des dort ansässigen psychosozialen Diakoniezentrums, der Horizonte GmbH Altenburg. "Die Instandsetzung des Hauses war ein Spagat zwischen Denkmalschutz, Brandschutz und Nutzungsbedingungen. Umso mehr freuen wir uns über diese Anerkennung unserer Bemühungen", erzählte Geschäftsführer Frank Böhning stolz.

"Leider hatten wir insgesamt nicht so viele Besucher wie im vergangenen Jahr", resümierte Jürgen Fröhlich von der Unteren Denkmalschutzbehörde Altenburg. 2010 hatten über 30 000 Gäste die Denkmale der Skatstadt besucht, in diesem Jahr konnte nur etwa die Hälfte davon erreicht werden, die Zählungen der besichtigten Kirchen liegen noch nicht vor. "Allerdings sind viele Gebäude auch seit Jahren im Angebot des Denkmaltages, die werden natürlich nicht jedes Mal bestürmt", relativierte Fröhlich den Besucherrückgang. "Mir persönlich sind wenige, aber ernsthaft Interessierte lieber als eine breite Masse, die einfach nur durchläuft."

Auch die Befürchtungen langer Warteschlangen vor Teehaus und Orangerie sollten sich nicht bewahrheiten. "Da hatte ich schon mit mehr Leuten gerechnet", gab Fröhlich zu. Möglicherweise hätten die Warnungen im Vorfeld über einen Besucheransturm auch einige abgeschreckt.

Nichtsdestotrotz war der barocke Gebäudekomplex das meistbesuchte Denkmal der Stadt: Rund 3000 Besucher informierten sich über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten, bestaunten Stuckverzierungen und Deckengemälde. Zu ihnen gehörten auch Rosemarie Linke und Eva Pommer. Die beiden Schwestern aus Ehrenhain zeigten sich begeistert und freuen sich schon auf die Eröffnung. "Hier kann man bestimmt wunderschön feiern", ist sich Rosemarie Linke sicher und auch ihre Schwester hat schon Ideen für die Nutzung: "Tanzveranstaltungen in gepflegtem Ambiente, das fehlt Altenburg momentan."

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