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Historische Epitaphe in der Bartholomäikirche sind wieder komplett

Restaurationsende Historische Epitaphe in der Bartholomäikirche sind wieder komplett

Jahreslang lagen sie offensichtlich vergessen auf diversen Dachböden. Epitaphe oder Gedenkbilder von Altenburger Persönlichkeiten, die in einer der Kirchen nach ihrem Tod beigesetzt wurden. Jetzt sind sie wieder restauriert und hängen in der Bartholomäikirche. Dort sollen sie im Rahmen eines Gottesdienstes am Sonntag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Bernd Herrmann und Restaurator Johannes Schaefer (v.l.) am Epitaph in der Bartholomäikirche Altenburg, der hier einen neuen Platz gefunden hat.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. In den zurückliegenden Tagen hatte der Altenburger Restaurator Johannes Schaefer sozusagen in einem heißen Schlussspurt gesteckt. In der Bartholomäikirche galt es insgesamt acht gereinigte und restaurierte Epithaphe an die Wände zu bringen. „Epitaphien sind Porträts oder Schriften, die einst an den Kirchenwänden angebracht wurden, um an bekannte Persönlichkeiten zu erinnern, die in der jeweiligen Kirche beigesetzt wurden, was früher nicht unüblich war“, erklärt der 42-Jährige. Deshalb nenne man diese Darstellungen auch Andachts- oder Gedenkbild.

Seit 2012 ist der Restaurator mit diesen sehr persönlichen Erinnerungen an einst für Altenburg verdiente Persönlichkeiten befasst. Zuvor hatten die meisten der acht Stücke ein ziemlich tristes Dasein geführt. Vier von ihnen fanden sich beispielsweise auf dem Dachboden des Gemeindehauses in der Geraer Straße, zwei unterm Dach der Brüderkirche. Ebenso bewegt ist die Geschichte dieser reich verzierten Epitaphe, von denen nur ein Teil schon immer in der Bartholomäikirche hing. „Weitere erinnerten in der alten Franziskanerkirche, wo an gleicher Stelle bis 1905 die heutige Brüderkirche steht. Weitere Epitaphe hingen in nur noch als Ruine vorhandenen Gottesackerkirche.“

Bis die acht historischen Kunstwerke wieder in neuem Glanz erstrahlen konnten, musste der Experte einen ziemlich langen Weg gehen. „Erst erstellt man dafür ein Konzept, dass man dem Landesamt für Denkmalschutz zur Begutachtung übergibt. Kommt von dort grünes Licht, was im konkreten Fall 2013 war, kann man mit der detaillierten Sichtung der Substanz beginnen“, erinnert sich der Restaurator. Im gleichen Jahr begann Schaefer mit der Sicherung der vorgefundenen Substanz: „Erst muss der Holzwurmbefall bekämpft werden. Nachträgliche Übermalungen wurden dann beseitigt und abplatzende oder abblätternde Originalfarben gesichert. Dann gab es eine gründliche Reinigung und selbstverständlich die Wiederherstellung sogenannter Fehlflächen, ohne dass das Werk jetzt wie neu wirkt.“

Das zuletzt restaurierte Andachtsbild widmete sich Johann Christfried Sagittarius, der von 1656 bis 1689 in Altenburg als Generalsuperintendent tätig war und 1689 in Altenburg verstorben und in der Gottesackerkirche beigesetzt wurde.

Jetzt hängt dessen dreiteiliges Epitaph seit wenigen Tagen bei den anderen in der Bartholomäikirche. „Als Restaurator freut man sich schon von Berufswegen, wenn historische Objekte gerettet, restauriert und damit der Nachwelt erhalten werden können. Wenn so etwas wie im konkreten Fall in der eigenen Heimatstadt glückt, dann ist dieses Gefühl umso stärker“, sagt Schaefer.

Das soll angemessen gefeiert werden: Am Sonntag ist der um 10 Uhr in der Bartholomäikirche beginnende Gottesdienst diesen Epitaphen gewidmet. „Abgeplatzte Farbe, verblasste Konturen und gebrochene Zierelemente: In diesem Zustand wurde das letzte Epitaph der Bartholomäikirche auf einem Dachboden gefunden – vernachlässigt, vergessen. Die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen“, so der geschäftsführende Pfarrer Sandro Vogler.

Mit dem Restaurator Johannes Schaefer will Sandro Vogler darüber sprechen, welche Gemeinsamkeiten sich zwischen restaurierten Bildern und unseren persönlichen Biografien finden lassen, heißt es in der Ankündigung. Angesprochen sind dabei speziell alle Jubilare, die in diesen Tagen an ihre Konfirmation vor 50 oder mehr Jahren denken.

Von Jörg Wolf

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