Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Historische Epitaphe in der Bartholomäikirche sind wieder komplett
Region Altenburg Historische Epitaphe in der Bartholomäikirche sind wieder komplett
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 13.06.2017
Bernd Herrmann und Restaurator Johannes Schaefer (v.l.) am Epitaph in der Bartholomäikirche Altenburg, der hier einen neuen Platz gefunden hat. Quelle: Foto: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

In den zurückliegenden Tagen hatte der Altenburger Restaurator Johannes Schaefer sozusagen in einem heißen Schlussspurt gesteckt. In der Bartholomäikirche galt es insgesamt acht gereinigte und restaurierte Epithaphe an die Wände zu bringen. „Epitaphien sind Porträts oder Schriften, die einst an den Kirchenwänden angebracht wurden, um an bekannte Persönlichkeiten zu erinnern, die in der jeweiligen Kirche beigesetzt wurden, was früher nicht unüblich war“, erklärt der 42-Jährige. Deshalb nenne man diese Darstellungen auch Andachts- oder Gedenkbild.

Seit 2012 ist der Restaurator mit diesen sehr persönlichen Erinnerungen an einst für Altenburg verdiente Persönlichkeiten befasst. Zuvor hatten die meisten der acht Stücke ein ziemlich tristes Dasein geführt. Vier von ihnen fanden sich beispielsweise auf dem Dachboden des Gemeindehauses in der Geraer Straße, zwei unterm Dach der Brüderkirche. Ebenso bewegt ist die Geschichte dieser reich verzierten Epitaphe, von denen nur ein Teil schon immer in der Bartholomäikirche hing. „Weitere erinnerten in der alten Franziskanerkirche, wo an gleicher Stelle bis 1905 die heutige Brüderkirche steht. Weitere Epitaphe hingen in nur noch als Ruine vorhandenen Gottesackerkirche.“

Bis die acht historischen Kunstwerke wieder in neuem Glanz erstrahlen konnten, musste der Experte einen ziemlich langen Weg gehen. „Erst erstellt man dafür ein Konzept, dass man dem Landesamt für Denkmalschutz zur Begutachtung übergibt. Kommt von dort grünes Licht, was im konkreten Fall 2013 war, kann man mit der detaillierten Sichtung der Substanz beginnen“, erinnert sich der Restaurator. Im gleichen Jahr begann Schaefer mit der Sicherung der vorgefundenen Substanz: „Erst muss der Holzwurmbefall bekämpft werden. Nachträgliche Übermalungen wurden dann beseitigt und abplatzende oder abblätternde Originalfarben gesichert. Dann gab es eine gründliche Reinigung und selbstverständlich die Wiederherstellung sogenannter Fehlflächen, ohne dass das Werk jetzt wie neu wirkt.“

Das zuletzt restaurierte Andachtsbild widmete sich Johann Christfried Sagittarius, der von 1656 bis 1689 in Altenburg als Generalsuperintendent tätig war und 1689 in Altenburg verstorben und in der Gottesackerkirche beigesetzt wurde.

Jetzt hängt dessen dreiteiliges Epitaph seit wenigen Tagen bei den anderen in der Bartholomäikirche. „Als Restaurator freut man sich schon von Berufswegen, wenn historische Objekte gerettet, restauriert und damit der Nachwelt erhalten werden können. Wenn so etwas wie im konkreten Fall in der eigenen Heimatstadt glückt, dann ist dieses Gefühl umso stärker“, sagt Schaefer.

Das soll angemessen gefeiert werden: Am Sonntag ist der um 10 Uhr in der Bartholomäikirche beginnende Gottesdienst diesen Epitaphen gewidmet. „Abgeplatzte Farbe, verblasste Konturen und gebrochene Zierelemente: In diesem Zustand wurde das letzte Epitaph der Bartholomäikirche auf einem Dachboden gefunden – vernachlässigt, vergessen. Die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen“, so der geschäftsführende Pfarrer Sandro Vogler.

Mit dem Restaurator Johannes Schaefer will Sandro Vogler darüber sprechen, welche Gemeinsamkeiten sich zwischen restaurierten Bildern und unseren persönlichen Biografien finden lassen, heißt es in der Ankündigung. Angesprochen sind dabei speziell alle Jubilare, die in diesen Tagen an ihre Konfirmation vor 50 oder mehr Jahren denken.

Von Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Luther läuft – besonders im Lutherjahr 2017! In Sachsen und Thüringen hat der Reformator viele Spuren hinterlassen. Wir wollen sie finden. Und Neues, Spannendes, Witziges am Wegesrand entdecken. LVZ-Mitarbeiter haben die Wanderschuhe geschnürt und gehen auf Pilgertour. 8. Etappe: Von Zwickau über Crimmitschau nach Altenburg und Gnandstein.

10.06.2017

Am Donnerstag organisierte die IG Metall im Armaturenwerk Altenburg einen Warnstreik. An diesem beteiligte sich die gesamte Produktionsmannschaft und ein Drittel der Angestellten. Mit dem Ausstand wollen die Armaturenwerker ihre Forderung nach einem Euro mehr pro Stunde Nachdruck verleihen. Das Unternehmen bezeichnete den Streik als unverhältnismäßig.

09.06.2017
Altenburg Kreisstraßenmeisterei - Technikpark der maroden Maschinen

Im Rahmen eines Betriebsrundgangs in der Kreisstraßenmeisterei informierte sich der Werkausschuss des Kreistages über aktuelle Probleme. Dabei erfuhren die Mitglieder, dass es bei der Technik einen enormen Investitionsstau gibt. Im Anschluss beschloss das Gremium den Kauf eines neuen Kleintransporters. Damit kann ein defektes Fahrzeug ausgetauscht werden.

12.06.2017
Anzeige