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Hitzeperiode lässt Mensch und Natur im Altenburger Land leiden

Hitzeperiode lässt Mensch und Natur im Altenburger Land leiden

Das Altenburger Land hat die bisher heißesten Tage des Jahres hinter sich. Am wärmsten war es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Mittwoch mit 33 Grad Celsius im Schatten, gestern Nachmittag wurde die 30-Grad-Marke - wie schon am Dienstag - erneut geknackt.

Unter der Hitze litten Natur wie Menschen gleichermaßen. Nach gestrigen Angaben des DWD wird trotz der gewittrigen Niederschläge heute die zweithöchste Waldbrandwarnstufe erreicht. Auch die Rettungsdienste mussten öfter ausrücken als sonst.

 

"Wir hatten mehr zu tun", sagte der stellvertretende Leiter der Altenburger Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes, Jörg Paukert, gestern. Besonders Kreislaufbeschwerden hätten sich gehäuft. "Etwas Schlimmes war aber nicht dabei." Betroffen seien vorwiegend ältere Menschen und Kranke. "Und bei dem einen oder anderen kam auch Unvernunft dazu."

 

Das bestätigte Wolfgang Hartick von der Rettungsleitstelle in Gera. "Es gibt etwas mehr, aber keine schweren Fälle", erklärte der Feuerwehrmann, dem - wie auch dem DRK - gestern Nachmittag noch keine Zahlen vorlagen. "Das reicht von Leuten, denen es schlecht wird bis hin zum Umkippen. An heißen Tagen gibt es aber generell weniger Herzinfarkte, weil sich die meisten Leute nicht so sehr belasten." Gefährlich werde es meist erst, wenn es wieder etwas kühler ist. "Dann verengen sich verstopfte Gefäße wieder und die Leute denken, dass sie das Liegengebliebene nachholen müssen, wodurch das Blut schneller strömt und sich an den Gefäßen noch mehr ablagert, was schließlich zum Infarkt führt."

 

Zu dieser Erklärung passte auch die Lage im Klinikum Altenburger Land. "Seit die Temperaturen stark gestiegen sind, kommen nicht mehr Patienten als sonst, zwischen 60 und 70 am Tag", stellte Andrea Krammer, Bereichsleiterin Pflege in der Notfallaufnahme gestern fest. Es seien die normalen Sommer- und Badeunfälle. "Auch Kreislaufdisregulationen kommen schon mal vor." Sie rät deshalb bei Hitze, sich möglichst im Haus aufzuhalten, pralle Sonne zu meiden und viel zu trinken.

 

Das taten nachweislich zumindest die Altenburger. Denn der Wasserverbrauch in der Skatstadt stieg von Dienstag zu Mittwoch um circa drei Prozent, teilte die Sprecherin der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa), Carola Blümel, auf Nachfrage mit.

 

Detaillierte Informationen hingegen hatten die für Straßen zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung. "Alle leiden unter der Hitze, da lässt sich auch die Beanspruchung von Straßen, vor allem ohne Asphaltdecke, nicht vermeiden", erklärte Fachbereichsleiter Bernd Wenzlau. Zwei Stellen in Nobitz und am Borgishainer Berg vor Gößnitz hätten bereits angefangen zu schwimmen. "Deshalb haben wir sie mit Splitt abgestreut." Und Warnschilder aufgestellt, ergänzte der Chef der Kreisstraßenmeisterei, Frank Schmutzler.

 

Doch Wenzlau sieht die Gefahr mit sinkenden Temperaturen noch nicht gebannt: "Durch die großen Temperaturunterschiede bei Gewittern können Spannungsrisse in den Straßen auftreten. Aber wir wollen hoffen, dass wir diesmal verschont bleiben, denn wir waren schon genug betroffen. Ich habe jedenfalls nicht die Hand gehoben, als die Gewitter verteilt wurden."

 

Thomas Haegeler

Thomas Haegeler

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