Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Hitzige Debatten über Radweg und Gewerbepark
Region Altenburg Hitzige Debatten über Radweg und Gewerbepark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 10.06.2017
o entspannt wie auf diesem Radweg kann man nicht überall in Lucka fahren. Der Stadtrat beschäftigte sich jetzt mit einem Streitfall in Breitenhain. Quelle: Mario Jahn
Lucka

In der Sitzung des Stadtrates Lucka am Mittwoch kam die Frage auf, wie es mit dem Rad- und Fußweg im Ortsteil Breitenhain weitergehen soll. Dieser liegt zwischen Burgstraße und Neue Siedlung. „Es kam vermehrt zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und Radfahren“, sagte Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn in der Sitzung. Die Lösung, die jetzt im Stadtrat abgestimmt wurde, sieht vor, dass Fahrrecht für Radfahrer einzuziehen und aus dem Weg wieder einen reinen Fußweg zu machen.

Dieser Vorschlag stieß bei einem der anwesenden Bürger auf wenig Verständnis. Für ihn war es nicht nachzuvollziehen, wieso ein Beschluss – gefasst 2007 – nun wieder umgekehrt werden sollte. Die Argumente der Bürgermeisterin, die Gefahrenlage sei für die Bürger, vor allem für Kinder an dieser Stelle zu hoch und müsse daher minimiert werden, ließ er nicht gelten.

Vier rechtwinklige Kurven machen den Weg uneinsehbar, und daher kann es so schnell zu Kollisionen kommen. Den Vorschlag aus dem Zuhörerraum, man könne die Kurven mit einer Baumaßnahme entschärfen, lehnte Backmann-Eichhorn ab. „Wieso sollen wir hier unnötig Geld investieren? Der Weg bleibt bestehen, nur muss man als Radfahrer die Meter nun eben schieben“, sagte sie.

Noch ist indes nichts spruchreif. Nachdem der Stadtrat für die Einziehung abgestimmt hat, wird es nun für drei Monate die Gelegenheit sein, im Rathaus Argumente gegen die Änderung vorzubringen. Diese werden dann im weiteren Verlauf der Bearbeitung berücksichtigt. Erst dann wird es einen abschließenden Beschluss im Stadtrat geben.

Ein ähnliches Verfahren hat auch der Bebauungsplan Industrie- und Gewerbepark Lucka, Hemmendorfer Straße, deren erste Änderung am Mittwoch den Stadtrat passierte – mit einer Enthaltung und einer Gegenstimme – durchlaufen. Der Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft SPD, LWV und die Linke, Eckhard Kretzschmar, warf der Bürgermeisterin vor, die Änderung habe nur ein Ziel. Nämlich den Versuch der nachträglichen Legalisierung von bereits getätigten Baumaßnahmen. Dem stellte Backmann-Eichhorn entgegen, dass der geänderte Flächennutzungsplan dieses Argument ad absurdum führe.

„Wir haben sechs Jahre und sechs Monate um diese Änderung gerungen“, sagte sie. „Durch Verzögerungen, Änderungs- und Aufhebungsbeschlüsse sind der Stadt Mehrkosten von 30 000 Euro entstanden.“ Mit dem nun gefassten Beschluss ist auch der Weg frei, dass das Wellpappenwerk Lucka ein Hochwasserschutzbecken baut.

Von Tatjana Kulpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Luther läuft – besonders im Lutherjahr 2017! In Sachsen und Thüringen hat der Reformator viele Spuren hinterlassen. Wir wollen sie finden. Und Neues, Spannendes, Witziges am Wegesrand entdecken. LVZ-Mitarbeiter haben die Wanderschuhe geschnürt und gehen auf Pilgertour. 8. Etappe: Von Zwickau über Crimmitschau nach Altenburg und Gnandstein.

10.06.2017

Jahreslang lagen sie offensichtlich vergessen auf diversen Dachböden. Epitaphe oder Gedenkbilder von Altenburger Persönlichkeiten, die in einer der Kirchen nach ihrem Tod beigesetzt wurden. Jetzt sind sie wieder restauriert und hängen in der Bartholomäikirche. Dort sollen sie im Rahmen eines Gottesdienstes am Sonntag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

10.06.2017

Am Donnerstag organisierte die IG Metall im Armaturenwerk Altenburg einen Warnstreik. An diesem beteiligte sich die gesamte Produktionsmannschaft und ein Drittel der Angestellten. Mit dem Ausstand wollen die Armaturenwerker ihre Forderung nach einem Euro mehr pro Stunde Nachdruck verleihen. Das Unternehmen bezeichnete den Streik als unverhältnismäßig.

09.06.2017