Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Hochkarätige Konzerte, begeistertes Publikum, aber auch mal leere Stühle

Altenburger Musikfestival Hochkarätige Konzerte, begeistertes Publikum, aber auch mal leere Stühle

Das Musikfestival anno 2017 ist Geschichte. Es strotzte einmal mehr vor Angeboten gar vielfältiger musikalischer Richtungen. In Summe waren es 17 Konzerte in nur elf Tagen. Im Gespräch mit der OVZ ziehen die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Altenburger Musikfestival, Rolf Olischer (67) und Klaus-Jürgen Kamprad (54) Bilanz.

A-capella-Gesang, ein Beatles-Revival, Operette, große Oper oder klassisches Konzert – all das bietet das Altenburger Musikfestival.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das Musikfestival anno 2017 ist Geschichte, das 27. mittlerweile an der Zahl. Es strotzte einmal mehr vor Angeboten gar vielfältiger musikalischer Richtungen. In Summe waren es 17 Konzerte in nur elf Tagen. Im Gespräch mit der OVZ ziehen die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Altenburger Musikfestival, Rolf Olischer (67), Inhaber einer Leipziger Konzert- und Gastspielagentur, und Klaus-Jürgen Kamprad (54), Chef des gleichnamigen Altenburger Verlags, Bilanz.

Rolf Olischer, Inhaber einer Leipziger Konzert- und Gastspielagentur

Rolf Olischer, Inhaber einer Leipziger Konzert- und Gastspielagentur.

Quelle: Mario Jahn

Ein Jahr Vorbereitung im sechsköpfigen Vorstand, unzählige Stunden Freizeit in die Organisation investiert, mit hohen Erwartungen ins Festival gestartet. Sind sie in Erfüllung gegangen?

Rolf Olischer: In jedem Fall. Es waren vom 10. bis 20. August wunderbare Tage mit ebensolchen Konzerten. Das Feedback vom Publikum war bislang durchweg positiv, und das zu unserer Freude aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsschichten. Dafür tragen wir ja schon bei der Programmgestaltung Sorge. Denn bei allem künstlerischen Anspruch, den wir selbst haben, müssen wir aber zugleich an das Publikum denken. Bei guter künstlerischer Qualität braucht es eben auch immer eines gewissen Entertainment, um die Gäste zu begeistern. Das hat in vielen Fällen wunderbar geklappt und uns an einigen Spielstätten an die Kapazitätsgrenzen geführt.

Was waren denn in diesem Jahr die Renner?

Rolf Olischer: Im Kulturgut Garbisdorf, im Renaissanceschloss Ponitz und im Altenburger Teehaus sind wir aus dem Stühle-Schleppen nicht mehr herausgekommen, so viele Leute begehrten am Abend vor Ort noch um Einlass. Auch Schmölln hat sich in den zurückliegenden Jahren sensationell entwickelt. Und die Tenne in der Altenburger Brauerei, die auf Drängen ihres Chefs und Festivalfans Sebastian Leikeim zum ersten Mal dabei war, hat eingeschlagen wie eine Bombe. Die Stimmung beim Auftritt der Notendealer war einfach toll.

Klaus-Jürgen Kamprad, Chef des gleichnamigen Altenburger Verlags

Klaus-Jürgen Kamprad, Chef des gleichnamigen Altenburger Verlags.

Quelle: Mario Jahn

Das ist aber ja schon eine ziemlich gestandene A-cappella-Band aus Freiberg. Widerspricht das nicht dem Anliegen des Altenburger Musikfestivals, jungen Künstlern eine Chance zu geben, vor großem Publikum aufzutreten?

Klaus-Jürgen Kamprad: Das ist und bleibt selbstverständlich unser Anliegen, aber es lässt sich nun mal nicht bei jedem Konzert durchhalten. Sonst könnten wir die Programmvielfalt nicht bieten. Jungen Leuten fehlt mitunter auch die Erfahrung, um das Publikum so zu begeistern wie etwa ein Felix Reuter. Er ist ja schon ein alter Hase, aber die Leute lieben ihn. Selbst bei seinem nunmehr vierten Festival-Auftritt ist der Run auf die Karten ungebrochen. Wir versuchen also immer, eine gute Mischung hinzubekommen.

Für einen neuen Besucherrekord dürfte es allerdings trotzdem nicht reichen, weil sich Petrus gleich am ersten Wochenende nicht gerade als Festivalfan outete.

Rolf Olischer: Ja, das war wirklich schade, vor allem das Eröffnungskonzert mit Vocaldente am Freitag ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Denn da fing der Regen im Gegensatz zum Donnerstag schon vor Konzertbeginn an, was viele Leute zu Hause bleiben ließ. Aber das ist nun einmal das Risiko von Open-Air-Veranstaltungen, auf deren Flair wir aber auch künftig nicht verzichten wollen. Was die Besucher angeht, so liegen uns die genauen Zahlen noch nicht vor. Aber wir verfolgen eh nicht das Ziel, jedes Jahr irgendwelche Rekorde zu brechen. Vielmehr freut es uns, dass sich das Publikum stetig ändert und wir immer wieder neue Leute begrüßen können. Inzwischen werden wir sogar von Kulturreise-Gruppen gebucht, wie beispielsweise für die Konzerte in der Meuselwitzer Orangerie und zur Operngala in Altenburg.

Klaus-Jürgen Kamprad: Es ist wunderbar zu erleben, mit welcher Begeisterung die Menschen im gesamten Altenburger Land unsere Angebote annehmen und zu den Konzerten kommen. Der Mittwoch beispielsweise war bislang eigentlich immer eine feste Größe für die Rotarier. Das hat diesmal nicht geklappt, und wir hatten schon etwas Bammel. Am Ende haben wir die Interessenten im Teehaussaal kaum unterbekommen.

Was war für jemanden, der das Programm maßgeblich zusammenstellt und die Künstler kennt, die größte Überraschung?

Rolf Olischer: Das Landesjugendzupforchester erwies sich als die größte Überraschung des diesjährigen Festivals überhaupt. Das war mal ein ganz anderer Klangkörper. Die jungen Musiker hatten eine solche Lust am Spielen, und das auf ganz hohem Niveau.

Aber gerade hier gab es das mit Abstand geringste Interesse. Im großen Festsaal des Altenburger Schlosses waren gerade mal vier Stuhlreihen besetzt.

Rolf Olischer: Ja, das war ausgesprochen schade und enttäuschend. Im Nachhinein muss man bekennen, dass sich das Orchesters einfach schlecht vermarktet hat. Wer als Zupforchester moderne Thüringer Komponisten offeriert, lässt die Leute im Unklaren, was sie erwartet. Aber die Veranstaltung war wie gesagt absolut top, so dass wir sie im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholen werden, voraussichtlich in der Schmöllner Kirche.

Der zweite Freitag stellt sich zunehmend generell als Problemkind heraus. Die reinen klassischen Konzerte haben es offenbar schwer. Da beklagt ja bekanntlich das Theater in Altenburg ebenso Jahr für Jahr zu viele leere Stühle.

Rolf Olischer: Ja, das macht uns schon etwas Sorgen. Wir überlegen, ob wir den Freitag zugunsten einer anderen Veranstaltung canceln.

Klaus-Jürgen Kamprad: Es ist eben schwer, im Vorfeld zu wissen, was beim Publikum tatsächlich ankommt. Wir haben nach so vielen Jahren immer noch jeden Abend Lampenfieber. Aber wir sind durch viele ausverkaufte Konzerte auch verwöhnt und legen uns die Messlatte selbst etwas hoch.

Trotzdem muss man ja aber an die Einnahmen und damit die Finanzierung denken.

Klaus-Jürgen Kamp-rad: Unser Festival ist grundsätzlich immer im Vorfeld finanziell abgesichert. Darauf achtet schon Vereinschef Thomas Wagner sehr penibel. Unser Dank geht an dieser Stelle deshalb an alle Sponsoren und den Schloss- und Kulturbetrieb Altenburg als Mitveranstalter für die Unterstützung.

Was erwartet das Publikum denn im nächsten Jahr, verraten Sie uns mal das Highlight für 2018.

Rolf Olischer: Das geht nicht, weil wir das Programm bis auf die Eckdaten wie Operetten- und Operngala selbst noch nicht kennen. Im Vorfeld unseres Weihnachtskonzerts am 17. Dezember beraten wir auf der Versammlung des Fördervereins unsere Ideen mit den Mitgliedern. Fest steht aber der Termin, den man sich schon mal vormerken kann: 9. bis 19. August. Zum Muttertag 2018 startet mit dem Vorschaukonzert auch der Kartenvorverkauf. Der wird immer besser angenommen. Wer also auf Nummer sicher gehen und sich Enttäuschung ersparen will, sollte darauf zurückgreifen. Und uns erspart man das Stühle-Schleppen (lacht).

Von Ellen Paul

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr