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Altenburg Hochwasserschutz in Meuselwitz dauert länger – und könnte teurer werden
Region Altenburg Hochwasserschutz in Meuselwitz dauert länger – und könnte teurer werden
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00:21 30.09.2017
Manfred Slawinsky sorgt sich wegen des derzeit stockenden Hochwasserschutzes in Meuselwitz: Die Schnauder fließt direkt an seinem Grundstück entlang. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Manfred Slawinsky wird schnell emotional, wenn er über die Hochwassersituation im Meuselwitzer Ortsteil Zipsendorf spricht. „Ich wohne seit 1939 in Meuselwitz, habe viele Hochwasser miterlebt“, berichtet er. Sukzessive habe sich die Situation über die Jahre verschlechtert: Reichte das Wasser früher noch bis zur zweiten Stufe vor der Haustür, stand bei der letzten Flut bereits der Hausflur unter Wasser. „Bisher sind wir immer mit dem Wasser fertig geworden, aber inzwischen habe ich Angst“, gibt der 82-Jährige zu.

Der Grund findet sich wenige Schritte hinter seinem Haus in der Otto-Engert-Straße. Direkt an Slawinskys Grundstück schlängelt sich die Schnauder entlang, genau hier ist auch die Stadt seit Anfang des Jahres tätig, um notwendige Schutzmaßnahmen zu verwirklichen. Allein, so Slawinsky, es tut sich derzeit nichts. Zwar sei im Frühjahr das Baufeld entsprechend beräumt worden (die OVZ berichtete), seitdem ruhten aber die Arbeiten. „Überall wird zum Hochwasserschutz gebaut, doch hier passiert nichts“, empört er sich. Die Verzögerung sei gefährlich, die Schnauder inzwischen schon so weit zugewachsen, dass bei einem Hochwasser mit teils noch schlimmeren Überschwemmungen zu rechnen sei.

Dass die Arbeiten ins Stocken geraten sind, bestätigt auf Anfrage auch Bauamtsleiterin Ilona Krüger. Bei der Ausführungsplanung zum Hochwasserschutz seien Anfang des Jahres Planänderungen für die nötige Erweiterung des Stauraumkanals nötig geworden. So soll die neue Entlastungsleitung im Wiesenweg nun mit einer größeren Nennweite ausgeführt werden. Auch werde die Leitungstrasse verlängert und tiefer gelegt, das Auslaufbauwerk statt mit einer Überlaufschwelle mit einer Rückstausicherung ausgestattet.

„Hierzu mussten hydraulische Prüfungen durchgeführt werden, das dauert seine Zeit“, erklärt Krüger. Alle Änderungen hätten erneut von der Unteren Wasserbehörde genehmigt werden müssen. Zudem seien Probleme mit steigendem Grundwasser festgestellt worden, ein Baugrundgutachten somit notwendig. „Die zuständige Firma ist derzeit sehr ausgelastet, wir mussten acht Wochen darauf warten.“

Die Arbeiten seien jedoch für eine korrekte Ausschreibung unumgänglich gewesen. Die werde nun, so Krüger, im Oktober auf nationaler Ebene veröffentlicht. Der Zuschlag an eine Firma sei für die letzte Stadtratssitzung im Dezember geplant. Baubeginn soll im Januar 2018 sein, die Arbeiten dann bis zum Jahresende durchgeführt werden.

Die sich daraus ergebende Verzögerung von einem halben Jahr räumt Krüger ein. Auch können sich die auf insgesamt 1,2 Millionen Euro bezifferten Kosten der Maßnahme noch erhöhen, da die Auftragslage des Baugewerbes derzeit sehr gut sei, die Angebotspreise also abweichen könnten. Zwar sei das Vorhaben zu 75 Prozent mit Mitteln der Thüringer Aufbaubank gefördert, die Eigenmittel zweckgebunden aus der allgemeinen Rücklage für Hochwasserschutz sichergestellt. Sollten die Kosten jedoch signifikant steigen, könnte es durchaus problematisch werden. „Durch die spätere Ausschreibung im Oktober erhalten wir aber möglicherweise bessere Konditionen“, hofft die Ressortchefin.

Der erneute Bewuchs indes sei in der Ausschreibung berücksichtigt worden, wirke sich nur unbedeutend auf die Kosten aus und stelle aus ihrer Sicht keine erhöhte Gefahr dar, so Krüger. Die noch verbliebenen Baumstümpfe würden planmäßig im Zuge der eigentlichen Baumaßnahme entfernt, im Nachgang werde sich die Stadt wie gewohnt um Grünschnitt und Gewässerpflege kümmern.

Von Bastian Fischer

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