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Altenburg Hochwasserschutz in Wilchwitz: Bürgerinitiative will mehr Druck machen
Region Altenburg Hochwasserschutz in Wilchwitz: Bürgerinitiative will mehr Druck machen
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00:32 08.04.2018
Im Jahr 2013 verschluckte die Flut auch die komplette Mittelstraße. Knapp fünf Jahre später hat sich in Sachen Hochwasserschutz noch nichts getan. Quelle: privat
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Wilchwitz

Wenn Thomas Hermann an jene schlimmen Tage im Mai und Juni 2013 zurück denkt, ist sein Unbehagen deutlich zu spüren. Wie bei allen Wilchwitzern, deren Hab und Gut vor knapp fünf Jahren im Hochwasser der Pleiße unterging. „Diese Flut hatte sich ja schon angedeutet, als Lehndorf unterging. Deshalb haben wir wie schon 2002 beizeiten die notwendigen Vorkehrungen getroffen und Sandsackbarrieren errichtet. Aber was uns 2002 noch geholfen hatte, war 2013 nutzlos. Das Wasser stieg noch stärker und überflutete letztendlich auch den unteren Ort “, sagt Hermann, der die Flut nicht nur privat, sondern auch dienstlich als Feuerwehrmann erlebte.

Die Schockstarre angesichts der Zerstörungen löste sich in dem rund 650 Einwohner zählenden Nobitzer Ortsteil recht schnell. Zügig herrschte bei der Anwohnerschaft Klarheit, dass nur ein neuer Damm ausreichend Schutz vor so einem Hochwasser bieten könnte. Damals zog die Bürgerschaft weitgehend an einem Strang und schuf schon die notwendigen Voraussetzungen. Beispielsweise stellten Grundstückseigentümer das für so einen Bau benötigte Land zur Verfügung.

Auch Rocco Burkhardts Besitz stand im Wasser: „Es gab knapp ein Jahr nach der Flut 2014 eine Bürgerversammlung, auf der die Verantwortlichen von Politik und Fachbehörden über den Stand der Vorbereitungen für den Bau des Hochwasserschutzes informierten. Damals versprach uns beispielsweise Landrätin Michaele Sojka eindringlich, schnell Zwischenstände mitzuteilen“, so Burkhardt.

Heute – fast fünf Jahre nach dem Hochwasser – ist diesbezüglich nichts passiert. „Im Ort wurde niemand entgegen aller Versprechungen über die Zwischenstände bei den Planungen informiert. Geschweige denn, dass auch nur ein Bauwerk zum Schutz in Angriff genommen wurde“, empört sich auch Steffen Taube, der Dritte in einer Runde von fünf Initiatoren mit Thomas Pohl sowie Günther Quaas, die jetzt handeln wollen. „Im Ort gab und gibt es keinerlei Informationen zum Stand. Alles andere kommt aus der Gerüchteküche. Bei uns Wilchwitzern wächst die Befürchtung, dass wir mal wieder außen vor bleiben“, wirft Günther Quaas erregt ein.

Aus dieser Notlage heraus hat die Runde jetzt gehandelt: Am 9. April, dem kommenden Montag, soll um 19 Uhr im Vereinshaus des Wilchwitzer Feuerwehrvereines die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „Bau des Hochwasserschutzes Wilchwitz“ stattfinden. „Dazu sind alle Wilchwitzer und Kraschwitzer eingeladen und zum Mitmachen aufgerufen“, ergänzt Thomas Pohl. Am Osterwochenende wurde der Aufruf bereits per Flugblatt an die Haushalte verteilt.

Die Hoffnung der Gründer: Als Bürgerinitiative könne man den Forderungen aus dem Dorf ein viel höheres Gewicht verschaffen und vor allem an verlässliche Informationen gelangen, die dem Einzelnen bislang nicht zugänglich waren. Keineswegs will man nur meckern, sondern Ämter und Behörden auch unterstützen. „Innerhalb der Bevölkerung hat man da besser Möglichkeiten, Probleme auf Augenhöhe aus der Welt zu schaffen. Aber vorher brauchen wir Informationen und die versprochene Transparenz“, meint Hermann.

Von Jörg Wolf

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