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Altenburg Hochzeit und Geburtstag an einem Tag - die Eheleute Gehlert gaben sich am 25. Dezember 1948 das Ja-Wort
Region Altenburg Hochzeit und Geburtstag an einem Tag - die Eheleute Gehlert gaben sich am 25. Dezember 1948 das Ja-Wort
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20:24 26.12.2013
Ruth und Gerhardt Gehlert sind seit 65 Jahren verheiratet. In all den Jahren ist der Garten immer ihr liebstes Hobby geblieben. Quelle: Mario Jahn

Erst am Wochenende war wieder so ein Termin. Bei Gehlerts war Polterabend - zur eisernen Hochzeit. Die große Familienfeier steigt morgen.

Ihr Ja-Wort haben sich die Eheleute am ersten Weihnachtsfeiertag 1948 gegeben. Übrigens an dem Tag, an dem Ruth 20 Jahre alt wurde. "Wir hatten es eilig, weil unser Sohn unterwegs war", erzählt die eiserne Braut. Außerdem seien die Zeiten damals nicht einfach gewesen und die Familie habe rechnen müssen. Also legten sie gleich mehrere Feste auf einen Tag. "So war es einfacher für uns", erinnert sie sich schmunzelnd.

Erst im Jahr zuvor war Gerhardt Gehlert aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Die Engländer hatten ihn in Italien interniert. "Ich hatte Glück, dass ich vor dem Krieg Schmied gelernt hatte, so musste ich nicht nach Russland", denkt der 90-Jährige an die schlimme Zeit zurück. Wirklich besser wurde die auch nicht, als er wieder in seinem Elternhaus in Selleris zurück war, in dem die Eheleute Gehlert noch heute leben. "Es war zwar nichts kaputt bei uns im Dorf, aber es gab von allem zu wenig." Den Spaß haben sich die jungen Leute trotz der Not nicht verderben lassen. Besonders angesagt sei es seinerzeit gewesen, am Wochenende nach Mockern tanzen zu gehen, wissen beide noch heute.

An einem dieser Abende auf dem Saal hat es dann zwischen Ruth und Gerhardt gefunkt. Und einige Zeit später war aus dem Paar eine kleine Familie geworden. Als Schmied hat Gerhardt Gehlert aber nicht wieder gearbeitet. "Ich bin dann nach Rositz gegangen und habe 40 Jahre im Teerverarbeitungswerk als Rohrverleger und Schweißer gearbeitet." Seine Ehefrau hatte derweil Verkäuferin in einem der Ledergeschäfte in Altenburg gelernt. Nach der Babypause arbeitete sie dann in der Drogerie in der Baderei, wo sie bis zur Rente blieb.

Dann wurden die Zeiten besser und die Familie fuhr wie viele andere auch gern und regelmäßig in den Urlaub. Als Hobby haben sie den kleinen Garten am Haus bewirtschaftet und sie ließen sich von der Feuerwehr anheuern. "Die haben mich irgendwann einmal gefragt, und ich habe ja gesagt", so Gerhardt Gehlert, der stolz ist, den Brandschützern bereits 60 Jahre anzugehören. Als der Sohn aus dem Haus war, stieß auch Ruth zur Truppe. Immerhin 40 Jahre sind es auch bei ihr inzwischen.

Richtig aufgeblüht sind beide dann, als sie in Rente gegangen sind. Die neuen Möglichkeiten nach der Wende nutzten sie in vollen Zügen. Jetzt verreisten sie viel, unternahmen mal was mit dem Enkel, zu dem inzwischen ein Urenkel gekommen ist. Und alle erscheinen sie morgen wieder zur großen Familienfeier anlässlich von eiserner Hochzeit und Geburtstag.

Jörg Reuter

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