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Altenburg Hör mal, wer da zwitschert – Tierfreunde treffen sich im Schlosspark
Region Altenburg Hör mal, wer da zwitschert – Tierfreunde treffen sich im Schlosspark
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00:34 19.04.2018
Sobald Vogelkenner Mike Jessat (4.v.l.) in Richtung eines gefiederten Sängers zeigte, nahmen die Teilnehmer den Vogel oft per Fernglas ins Visier. Quelle: Wolfgang Riedel
Altenburg

„Ob das Stakkato des unscheinbaren Zilps, das Schmettern des winzigen Zaunkönigs oder das Trommeln des Buntspechtes, für Naturfreunde wird so der Gesang gefiederter Zweibeiner mitunter zum Ohrenschmaus“. So stimmte Walter Röhler aus Frohburg am Sonnabend auf die Vogelstimmenführung durch den Schlosspark Altenburg in Regie des Vogelkenners Mike Jessat ein. Die 28 Teilnehmer waren vor allem auf Vögel neugierig, die sie bisher nicht oder nur sehr selten sichten konnten.

Star ist Vogel des Jahres 2018

Gleich zu Beginn des Rundgangs machte Jessat die Besucherschar auf hohe Pfeiftöne aufmerksam: „Das ist der wohlklingende Gesang der Mönchsgrasmücke, die hier in einem Busch zwitschert. Die Mönchskappe als ihr Erkennungszeichen ist bei den Männchen schwarz. Bei den Weibchen und Jungvögeln dagegen rötlich-braun“, informierte Jessat und wies dabei auf einen Star im Hintergrund hin, der die Stimmen anderer Vögel oder Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen kann. Er wurde zum Vogel des Jahres 2018 gekürt.

„Dort auf dem Ahorn-Baum agiert gerade ein Grünspecht“, und schon zeigte der Ornithologe in die jeweilige Richtung. Einige aus der Schar der Vogelfreunde brachten daraufhin sofort ihr Fernglas in Anschlag, um den Grünen bestens nah vor die Augen zu bekommen. Genauso wie Wilfried Zimmermann aus Windischleuba oder Grit Reitzenstein und Marion Gerth aus Altenburg. Grünspechte suchen ihre Nahrung vorwiegend am Boden und fressen mit Vorliebe Ameisen, war zudem von Jessat zu hören.

Wo ist der Waldkauz aus dem Schlosspark?

„Existiert denn der Waldkauz noch im Schlosspark?“, wollte die Altenburgerin Monika Bessler wissen. Mike Jessat bejahte ihre Frage. Er gab ihr aber zu verstehen, dass ja der Waldkauz ein Waldvogel sei und so dessen Bleibe nicht immer so ohne Weiteres auszumachen ist. Derweil erwähnte Margitta Richter einen Buntspecht, der regelmäßig ans Futterhäuschen ihres Altenburger Grundstückes kommt, ehe auch sie neugierig zwei Eichelhäher in den Fokus nahm. „Der Eichelhäher ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenvögel, dessen Population sich ganz gut erholt hat“, so Jessat. Die Altenburgerin Grit Hiller hörte indes gespannt hin, als ein Rundgangsteilnehmer den Eichelhäher auch als „Waldpolizisten“ bezeichnete. Denn dieser prächtig gefiederte Rabenvogel schreit beim Sichten von Eindringlingen in den Wald seine typischen Warnrufe durch die Bäume.

Mit Blick auf Türkentauben gab Mike Jessat zu verstehen, dass diese erst in den 1960er-Jahren aus Kleinasien hier einwanderten, besser: einflogen. Birgit Rechenberger aus Wintersdorf bedauerte sehr, dass man kaum noch Stieglitzschwärmen begegnet. Jessat begründete dies mit einem allgemeinen Rückgang verschiedener Vogelpopulationen seit rund 25 Jahren. Die Altenburgerin Irene Rabitzsch indessen beklagte mit Sicht auf einen ideal bewaldeten Lebensraum für Vögel die Baumfällungen im Altenburger Stadtwald, denen vor allem große Buchen zum Opfer fielen.

Fünfjähriger bewundert Zaunkönig

„Den Zaunkönig wiederum treffen wir häufig auf dem Friedhof an“, sagte Jessat und zeigte dabei dem fünfjährigen Romeo Hähnchen den zu den kleinsten Vögeln Europas gehörenden in einer illustrierten Vogelartenbroschüre. „Wir haben unseren Garten mit vier Nistkästen bestückt. Prima wäre, wenn wir von dieser hiesigen Vogelvielfalt etwas abbekommen könnten“, wünschte sich Vogelfreundin Erika Nitzsche, nachdem sie die Ausführungen von Jessat zu den Vogelarten Sommergoldhähnchen und Gelbspötter mit verfolgt hatte.

Von Wolfgang Riedel

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