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Hoffnung für Schloss Tannenfeld

Hoffnung für Schloss Tannenfeld

Wer erweckt Schloss Tannenfeld aus seinem Dornröschenschlaf? Darauf gibt es eine Antwort: eine fünf- bis sechsköpfige Investorengruppe. Acht bis zehn Millionen Euro wollen die anonym bleibenden Unternehmer für die Erweckung eines der schönsten und geschichtsträchtigsten Orte des Landkreises Altenburger Land springen lassen.

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Das Schlösschen ist das wichtigste und bekannteste Gebäude der Schloss- und Parkanlage zwischen Löbichau und Posterstein.

Quelle: Mario Jahn

Die Pläne, wie das gelingen soll, wurden gestern in Anwesenheit von Landrätin Michaele Sojka (Linke) vorgestellt.

 

Danach werden Schloss und Villen zu einem Pflegezentrum für Demenzkranke umgebaut. Außerdem entstehen Gästezimmer für die Angehörigen der Kranken, ein Café und die Möglichkeit zur Durchführung von kulturellen und privaten Veranstaltungen. Die Objekte des ehemaligen Wirtschaftshofes werden zu einem Gründungszentrum für angehende Handwerksbetriebe genutzt, die dort mietfrei einziehen und bei der Erhaltung der gesamten Anlage mitwirken. Baubeginn ist Anfang 2016, Inbetriebnahme im erstes Halbjahr 2017.

 

 

 

Das sind die Pläne, deren Umsetzung allerdings längst nicht in trockenen Tüchern ist, wie Burkhard Schreiber gestern unumwunden zugab. Schreiber ist hauptberuflich Filialleiter der Commerzbank in Altenburg. Was Tannenfeld betrifft, trat der 48-Jährige gestern allerdings als nebenberuflich tätiger Direktor der in Leipzig ansässigen Projektierungsgesellschaft Epfos auf, die das Schlossprojekt betreut. Seinen Worten zufolge muss für die Umsetzung zunächst eine 100 000 bis 120 000 Euro teure Machbarkeitstudie angefertigt werden, die die Investoren bezahlen. Zeitgleich erstellt die Gemeinde Löbichau, auf deren Gemarkung sich das 15 000 Quadratmeter große Areal an der B 7 unweit der Autobahnanschlussstelle Ronneburg befindet, einen Flächennutzungsplan. Die Gemeinderäte gaben vorgestern dafür grünes Licht. Danach folgt der etwa 30 000 Euro teure Bebauungsplan, den wiederum die Investoren bezahlen. Auch der Kreistag hatte in seiner Dezembersitzung die Pläne begrüßt und beschlossen, dass für den Zeitraum eines Jahres mit keinen anderen Interessenten verhandelt wird, damit die Investoren und Projektanten ihre Pläne ungestört vorantreiben können.

 

 

 

Unklar ist im Moment noch, was die Denkmalschützer von den Plänen halten und wie es gelingt, ein Finanzierungsmodell für den mehrere Hektar großen Park zu finden, dessen Pflege enorme Kosten verursacht. Schreiber ist sich sicher, dass zumindest die Machbarkeitsstudie positiv ausgeht. Auch das Landesamt für Denkmalschutz habe das Nutzungskonzept begrüßt.

 

 

 

Trotzdem bezeichnete Schreiber das Vorhaben als einen Ritt auf den Messers Schneide. Denn zusätzlich zu den offenen Fragen sei auch die Finanzierung eng gestrickt und würde jenseits der kalkulierten zehn Millionen Euro platzen. Den Schwerpunkt der Einnahmen bildet ein bereits unterzeichneter Mietvertrag der zukünftigen Eigentümer mit der Firma PML Pflege mit Leidenschaft Erfurt. PML plant die Errichtung von Unterkünften in verschiedenen Größen für 70 bis 80 demente Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Auch die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege ist angedacht, währenddessen Angehörige in Tannenfeld verweilen und dort ausspannen können. Für die Pflege und Betreuung der Kranken werden 25 bis 30 Vollzeitkräfte eingeplant, was insgesamt zu 50 bis 70 neuen Jobs führen kann.

 

Nach Informationen der Landrätin will der Landkreis durch den Verkauf der historischen Park- und Schlossanlage eine Summe erzielen, die deutlich über 200 000 Euro liegt. Eine Entscheidung soll frühestens im Herbst fallen. "Das Zusammenspiel aller Beteiligten gibt mir die Hoffnung, dass die Pläne gelingen. Die Chance, die sich für den Landkreis bietet, ist einmalig", sagte Sojka.

 

Das Altenburger Land versucht seit Jahren, die Immobilie zu verkaufen und einer Nutzung zuzuführen. Bislang waren alle Pläne gescheitert.

 

© Kommentar.

Jens Rosenkranz

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