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Hohe Auflagen, wenig Aussteller

Hohe Auflagen, wenig Aussteller

Der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter Altenburger Land hält an einer langen Tradition fest: Jeden dritten Sonnabend im Februar lädt er zum Altenburger Taubenmarkt ein.

Altenburg.

Auch vorgestern präsentierten circa 50 Aussteller aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ihre Tiere auf dem Markt der Kreisstadt. Doch organisatorisch stößt der Verband an seine Grenzen.

 

 

 

"Erst einmal war ich richtig positiv überrascht, dass so viele Aussteller trotz aller Auflagen gekommen sind", meint Hans-Joachim Groß vom Vorstand des Kreisverbandes. "Immerhin sind es ungefähr genauso viele Teilnehmer wie in den zurückliegenden Jahren."

 

Allerdings sinke auch im eigenen Kreisverband, dem derzeit noch 218 Züchter angehören, von Jahr zu Jahr das Interesse an diesem Markt, dessen Tradition bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. "Nicht am Markt selbst, aber leider vor allem daran, sich ehrenamtlich in die Vorbereitungen einzubringen", klagte Groß. Was jedoch angesichts der demografischen Entwicklung bei den Mitgliedern nicht verwunderlich sei: "Sie werden immer älter und viele können auch nicht mehr mit anpacken", erklärt Groß, der seit 1990 dem Kreisverband angehört. "Damals hatten wir noch um die 400 Mitglieder."

 

Was am Sonnabend die sieben bis acht Engagierten auf die Beine stellten, konnte sich dennoch sehen lassen. Recht zahlreich waren deshalb auch die Neugierigen, die die ausgestellten Tauben, Hühner und Kaninchen bestaunten.

 

Andere Tiere dürfen auf dem Markt nicht ausgestellt werden. Dies und eine tierschutzgerechte Unterbringung des Geflügels mit Sichtschutz an einer Käfigseite sowie einer Trinkgelegenheit sind seit ein paar Jahren Auflagen des Veterinäramtes. "Diese Auflagen, die sicher nach geltendem Recht und Gesetz sind, schrecken aber viele auswärtige Züchter von unserem Markt ab", glaubt Groß. In Naumburg, wo in der Vorwoche ein ebenso traditionsreicher Markt wie der in der Skatstadt stattfand, gelten solche Auflagen nicht. "Da kamen sicher doppelt und dreifach so viele Aussteller", weiß der 58-jährige Altenburger, der seit seinem zehnten Lebensjahr Tauben züchtet. Und der auch die früheren Auflagen des Taubenmarktes erlebt hat, die mit den heutigen nicht vergleichen sind. "Da war hier alles schwarz vor Ausstellern."

 

Im kommenden Jahr wolle man als Verband auf jeden Fall das Konzept des Marktes überarbeiten und damit wieder attraktiver machen. "Wir wollen diese Tradition unbedingt erhalten, brauchen dafür aber weitere Partner im Boot. Beispielsweise die Stadtverwaltung, obwohl die uns schon unterstützt", sagt Hans-Joachim Groß.

 

Dennoch gab es auch diesmal wieder Einiges zu sehen: Immer dicht umlagert von staunenden Schaulustigen waren beispielsweise die Käfige von Rüdiger Elzer und Gerhard Schochardt. Beide züchten Pfautauben und damit eine ganz besondere Rasse. "Statt normalerweise rund zwölf Schwanzfedern, besitzen Pfauentauben rund 30 und bilden daraus einen richtigen Schirm", erklärt der 64-jährige Rüdiger Elzer, der aus Kirchheiligen im westthüringischen Unstrut-Hainich-Kreis nach Altenburg gekommen war. "Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr Taubenzüchter und habe immer von einer Teilnahme beim Altenburger Markt geträumt. Heute habe ich es erstmals geschafft", sagt der Experte, der mit seinen Tieren schon fünf Europatitel errungen hat.

 

Es war vor allem die über Jahrzehnte haltende Freundschaft zum Burkersdorfer Gerhard Schochardt, die diese Premiere ermöglichte. "Über die Taubenzucht haben wir uns vor über 30 Jahren kennengelernt. Man tauscht sich freundschaftlich aus, trifft sich bei Ausstellungen und besucht sich auch mal", erzählt der 79-jährige Gerhard Schochardt. Und so habe es dieses Jahr mit der Teilnahme seines alten Züchterfreundes beim Markt geklappt.

 

"Leider ist der Markt wegen der Auflagen nicht mehr das, was er früher war. Hoffentlich schläft die Sache nicht ein, denn das Ambiente hier ist sehr schön", meint der Westthüringer.

Jörg Wolf

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