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Hoher Leerstand, Konkurrenz im Umland - wie geht's weiter?

Hoher Leerstand, Konkurrenz im Umland - wie geht's weiter?

Was wird mit den Zentren auf der grünen Wiese und dem Knatsch mit den Umlandgemeinden? Wer dazu handfeste Informationen haben wollte, war vorgestern Abend im Goldenen Pflug genau richtig.

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Von Anfang an zum Scheitern verurteilt - im Altenburger City Center an der Mühlpforte stehen derzeit über 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche leer. Auch die Büros werden immer weniger genutzt.

Quelle: Mario Jahn

Denn da wurde der Entwurf des neuen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts 2025 für die Stadt Altenburg erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

So breit indes ist diese Öffentlichkeit nicht gewesen. Denn der Saal im ersten Obergeschoss war nicht besonders üppig gefüllt und zog insbesondere Stadträte und Vertreter anderer Körperschäften an, weniger aber diejenigen, um deren Zukunft es ging: Einzelhändler. Dabei hätten sie hier die wichtigsten Eckpunkte der von der BBE Handelsberatungs GmbH erarbeiteten, fast 130 Seiten starken Studie aus ersten Hand erfahren können.

Denn Mathias Vlcek von der Erfurter Niederlassung des Unternehmens erwies sich als exzellenter Kenner der aktuellen Situation in der Skatstadt und des Umlandes. So war beispielsweise zu erfahren, dass es in Altenburg derzeit rund 60 000 Quadratmeter Einzelhandelsverkaufsfläche gibt, die Fachmärkte rund um die Stadt herum in Oberlödla, Windischleuba und Nobitz es aber auf fast genauso viel bringen: 54 000 Quadratmeter. Und das, so Vlcek, obwohl sie nicht einmal ein Grundzentrum seien und damit eigentlich nur einen Versorgungsauftrag für die eigene Bevölkerung hätten. Für den Fachmann "eine krasse Fehlentscheidung". Und das Ende der Fahnenstange sei noch immer nicht erreicht. In Nobitz beispielsweise werde mit einem Sonderpreis-Markt weiter aufgerüstet.

Altenburg hingegen habe derzeit mit einem ziemlichen Leerstand zu kämpfen - im City Center mit 3000 Quadratmetern, im Osterland-Center mit 3500 Quadratmetern, um nur die größten zu nennen. Die in der Diskussion aufgemachte Forderung, in der Skatstadt nicht neu zu bauen, sondern die vorhandenen Objekte zu nutzen, wiesen sowohl Mathias Vlcek als auch Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) als nicht umsetzbar zurück, weil man keinem Investor Vorschriften machen könne, wo er ein Geschäft aufmacht. Und: "Wenn eine Immobilie falsch konzipiert und falsch bewirtschaftet wird, ist sie bald tot", so Vlcek mit Blick auf das ACC. Der OB bezeichnete das Objekt sogar als "hinterwäldlerisch", doch das sei dem Eigentümer, einem Immobilienfonds, ziemlich Wurst. Hohe Mietforderungen würden ein übriges tun.

Natürlich war auch das geplante Fachmarktzentrum an der Leipziger Straße ein heiß diskutiertes Thema. Bürgermeisterin Kristin Moos verteidigte das Projekt, denn es sei an eine Investition in der Innenstadt gekoppelt, die Saller sonst nie tätigen würde.

Zudem ging es erneut um die Öffnungszeiten. Pierre Jacobson, Filialleiter der Drogerie Müller, bedauerte außerordentlich, dass die meisten Geschäftsleute schon lange wieder abgesprungen seien. Doch wochentags bis 19 Uhr und sonnabends bis 16 Uhr sei zwingend erforderlich, vor allem wenn bei Touristen gepunktet werden wolle. "Bevor ich frage, was die Stadt für mich tut, muss der Händler auch etwas tun", sagte er mit Blick auf eine entsprechende Anfrage einer Kollegin. © Kommentar Seite 13

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 12.09.2015

Ellen Paul

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