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Altenburg Holzbildhauer-Pleinair lockt mit geschnitzter Kunst nach Göpfersdorf
Region Altenburg Holzbildhauer-Pleinair lockt mit geschnitzter Kunst nach Göpfersdorf
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17:01 17.05.2018
Mit einer Ausstellung wurde das 18. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair eröffnet. Günter Lichtenstein begrüßte die Künstler und Gäste zur Vernissage. Quelle: Foto: Klaus Peschel
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Göpfersdorf/Garbisdorf

Es ist wieder soweit. Man könnte auch sagen: Es ist angerichtet, das Holz liegt bereit. Am vergangenen Freitag wurde das 18. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair eröffnet. Dazu fanden sich am Abend beteiligte Künstlerinnen und Künstler sowie zahlreiche Gäste im Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf ein.

Vierzehn Handschriften

Seit 2008 ist es ein schöner Umgang mit Bildender Kunst, das jährliche Pleinair im Wieratal mit einer Ausstellung zu verbinden. Auch in diesem Jahr geben in der Galerie im Quellenhof die Beteiligten einen kleinen Einblick in ihr Schaffen. Vier Frauen und zehn Männer sind an dem zweiwöchigen Kunstspektakel beteiligt. Obgleich Skulpturen im Mittelpunkt des künstlerischen Arbeitens unter freiem Himmel stehen, bemüht sich die begleitende Ausstellung die Vielfalt des Schaffens deutlich zu machen.

Vierzehn unterschiedliche Handschriften waren an vier Wände zu bringen. Verschiedene Techniken, Ansichten und Absichten sollten sowohl in Einklang als auch in Widerspruch zueinander gestellt werden. Gemälde, Grafiken und Fotocollagen werben um die Blicke der Besucher und die Kauflust der Kunstfreunde. Aber auch Kleinplastiken stehen zur Schau, erregen die Aufmerksamkeit und warten auf Käufer.

Eine feste Bank im Wieratal

Das Arrangement der sehr unterschiedlichen Arbeiten ist gelungen. Zu sehen sind in der Ausstellung auch die vierzehn Blätter, die nach Abschluss des Pleinairs als Grafikmappe käuflich erworben werden können. Sie sind von den Ausstellungsmachern geschickt platziert. Beim Betreten der Galerie fallen sie sofort ins Auge.

Die bisher vorliegenden Grafikmappen zu den Göpfersdorfer Pleinairs dokumentieren sowohl die Entwicklung als auch die Reife eines Kunstereignisses, das aus dem Wieratal nicht mehr wegzudenken ist.

Bewerber sprechen deutliche Sprache

Als nach der Jahrtausendwende das erste zweiwöchige Freiluftatelier in Göpfersdorf stattfand, war das Ansehen, das nach fast zwei Jahrzehnten das Pleinair hat, nicht vorauszusehen. Wie anerkannt das Pleinair inzwischen und wie stark eine Teilnahme an ihm inzwischen begehrt ist, dafür sprechen die 27 Bewerbungen für die diesjährige Ausgabe.

Es stehen aber in jedem Jahr nur maximal 15 Eichen aus dem Leinawald zur Verfügung. Die Größe der Wiese vor dem Quellenhof ist nicht grenzenlos. „Künstlern abzusagen, das fiel der Jury nicht leicht“, sagte Günter Lichtenstein bei der Begrüßung der Gäste im Quellenhof. „Wir hätten zwei Pleinairs durchführen können.“

Reizvolle Mischung

Der Göpfersdorfer Heimatverein als Veranstalter ist darauf bedacht, jedes Jahr neue künstlerische Sichten in das Pleinair eingehen zu lassen. In diesem Jahr sind es drei Neue, die im Freilichtatelier zugange sind. Das sind Clemens Gerstenberger aus Leipzig, Enrico Scholz aus Göpfersdorf und Rainer-Maria Schubert aus Chemnitz.

Wichtig ist den Veranstaltern weiterhin künstlerische Vielfalt und Experimentierfreude. Das meint, die Künstlerinnen und Künstler, die in Garbisdorf zur Kettensäge greifen, sind entweder Bildhauer, die auch nicht vor einer Grafik zurückschrecken, oder Maler und Grafiker, die sich auch mal an eine Skulptur wagen.

„Das ist eine interessante Mischung, die den Reiz des Zusammenwirkens auf dem Kunstacker ausmacht, das ist spannend“, so Lichtenstein. „Und das ganze Dorf macht mit“, betonte er. Es gibt schon Einladungen auf die Höfe zum Essen und Besuche bei den Künstlern auf der Wiese sind bereits angesagt.

„Gute Geister“ zu versteigern

Auch ansonsten sind im Freilichtatelier in Garbisdorf jederzeit Gäste willkommen. Gelegenheit dazu ist auch zur Halbzeit des Pleinairs an den nun anstehenden Pfingsttagen. Im Rahmen des offenen Ateliers wird an diesem Wochenende außerdem eine Grafikbörse im Quellenhof veranstaltet.

Insgesamt zwei Wochen wird in Garbisdorf gesägt, gehauen und gestochen, geraspelt und gefeilt. Was dabei herauskommt, wird zur Finissage am 26. Mai präsentiert. Ab 17 Uhr gibt es Musik und eine Versteigerung. Unter den Hammer kommen 14 kleine Skulpturen, die „guten Geister“. Sie heißen so, weil sie das Pleinair im nächsten Jahr vor finanzieller Not bewahren sollen.

Von Klaus Peschel

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