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Hortnerinnen kündigen Protest an

Hortnerinnen kündigen Protest an

Die Horterzieherinnen des Landkreises wollen sich gegen Pläne des Landes wehren, ihre Einrichtungen an die Kommunen zu übertragen. Sie befürchten sowohl eine deutlich schlechtere Bezahlung als auch den Verlust der für die Erziehung wichtigen Einheit von Schule und Hort.

Altenburg. Das Treffen am Dienstagnachmittag im Bürgersaal des Ratskellers mutete ein klein wenig konspirativ an. Der Kreischef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Peter Schindler, hatte alle interessierten Horterzieherinnen eingeladen, um die Strategie eines möglichen Vorgehens gegen die Landespläne zu besprechen. "Wir wussten nicht, wie viele der Einladung folgen", sagte er der OVZ.

Dass das Problem den Erzieherinnen auf den Nägeln brennt, zeigte die Resonanz: Über 40 Frauen waren zu dem ersten Treffen gekommen. "Angesichts von knapp hundert Horterzieherinnen an den staatlichen Grundschulen des Landkreises ist das echt stark", schätzte Schindler ein. Die Frauen kamen aus 16 von 18 staatlichen Grundschulen des Kreises.

"An unserer Schule herrscht große Ratlosigkeit darüber, welche Rechte wir in diesem Kampf gegenüber unserem Arbeitgeber, dem Land, haben und wie wir nun vorgehen sollen", schilderte eine der Erzieherinnen. Der Unmut scheint weit verbreitet zu sein, wie weitere Aussagen bewiesen. Einschnitte im Verdienst, in der Arbeitszeit und den Arbeitsinhalten werden von den Frauen bei einer Kommunalisierung besonders befürchtet. "Und dass sich die Betreuung der Kinder in keinem Fall verschlechtert, wie immer wieder versichert wird, glauben die ja wohl selber nicht", warf eine andere erregt ein. Ihren Namen wollte sie, wie andere Kolleginnen auch, nicht nennen. "Die Ungewissheit, wie mit uns weiter verfahren wird, ist groß. Wir explodieren bald", fügte sie an.

Schon jetzt fehlen Horterzieher, es bleiben Planstellen unbesetzt oder werden durch nicht ausgebildete Honorarkräfte aufgefüllt. "Es kommt vor, dass zwei Erzieherinnen 60 bis 80 Kinder betreuen müssen." Das werde bei einer Kommunalisierung doch nicht besser, hieß es. Im Gegenteil: "Die Kommunen werden bei sich einstellenden Finanzengpässen Angebote streichen oder die Beiträge erhöhen müssen", lautete eine weitere Befürchtung.

In anderen Landkreisen Thüringens wurde die für 2012 angekündigte Kommunalisierung als Modellprojekt schon durchgezogen. Und Gespräche mit betroffenen Kolleginnen zeigten, dass die Befürchtungen eintreten, beispielsweise weniger qualifiziertes Personal eingestellt wurde.

Deshalb wollen die Hortnerinnen im Kreis gegen die Pläne in die Offensive gehen. "Es wird Personalversammlungen an den Schulen geben, wo auch die Lehrerschaft über Folgen aufgeklärt und mit ins Boot geholt werden soll", kündigt Schindler an. Gleiches treffe auf die Eltern zu. Außerdem werden Erzieherinnen den Landtagsabgeordneten des Kreises einen Besuch abstatten und ihren Protest kund tun. Auch mit Bürgermeistern wolle man reden und Beistand einfordern. "Dort kennt man die Risiken der Kommunalisierung. Viele lehnen die auch ab", so Schindler.

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