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Altenburg "Ich kenne die Vorlieben und suche für jeden die Bücher aus"
Region Altenburg "Ich kenne die Vorlieben und suche für jeden die Bücher aus"
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00:38 15.08.2015
Die Bücher sind ihre Welt - Monika Dobiecynski stöbert gern in den Regalen der Stadtbibliothek. Quelle: Jens Paul Taubert
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Heute: Monika Dobiecynski, die den sozialen Dienst der Altenburger Stadtbibliothek betreut.

Wer Monika Dobiecynski in der Bücherei treffen möchte, muss sie erst einmal einen Blick in ihren Terminkalender werfen lassen. Zwar ist die 60-Jährige auch für die Ausleihe in der Altenburger Bibliothek zuständig, in den Räumen in der Lindenaustraße trifft man sie aber nur ab und zu, zum Beispiel zum Büchertreff. Ansonsten ist sie im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um den Menschen zu helfen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst in die Bücherei kommen können. Sozialer Bibliotheksdienst heißt das Aufgabengebiet, das sie im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes betreut. Dobiecynski ist damit Literaturexpertin, Kurier, Bücherbegeisterte und Zuhörerin in einer Person.

Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit kam die gelernte Facharbeiterin für Betriebs- und Verkehrsdienst vor mehr als drei Jahren als Bürgerarbeiterin in die Bücherei. "Für mich war das ein Glücksfall. Ich hätte mir auch schon vorher vorstellen können, in einer Bücherei zu arbeiten", sagt sie. "Es passt natürlich, dass ich selbst eine eifrige Leserin bin und mich deshalb ein bisschen mit Literatur auskenne." Denn viele der Menschen, denen sie Bücher, DVDs oder Hörbücher nach Hause bringt, verlassen sich auf ihren Rat. Zwar könnten sich die Nutzer die gewünschten Werke auch im Internet aussuchen, doch die Mehrzahl der betreuten Personen sei schon älter und daher mit der Technik nicht so vertraut. "Aber ich kenne die Vorlieben von jedem Einzelnen und suche danach die Bücher aus."

Auf die Ausführungen im Computer will sich Dobiecynski beim Zusammenstellen der Bücherlieferung nicht verlassen. Regelmäßig streift sie durch die Gänge der Bücherei, sucht nach neuen Krimis, historischen Romanen oder Familiengeschichten und schmökert auch mal in das eine oder andere Werk, das sie noch nicht kennt, hinein. Dann packt sie zwischen zwei und sechs Bücher für jeden ein, dem sie in den nächsten Tagen einen Besuch abstatten will.

Besuchen heißt in dem Fall nicht nur, dass die Bücher einfach an der Haustür abgeladen und die gelesenen wieder mitgenommen werden. "So gut eine Stunde bleibe ich in der Regel bei den Leuten, die ich besuche", schätzt Dobiecynski. Denn Gespräche über das Gelesene und eine Plauderei gehören dazu. "Viele freuen sich, wenn immer dieselbe Person kommt, und sprechen dann auch über Privates mit mir." Genau dieser Kontakt mit den älteren Mitmenschen macht ihr besonders Spaß.

Unter den 25 Menschen, die sie betreut, sind aber nicht nur Senioren. Auch für diejenigen, die im Rollstuhl sitzen oder beispielsweise wegen eines gebrochenen Fußes nur zeitweise nicht in die Bücherei kommen können, ist sie da. "Gern können noch mehr Leute den Dienst in Anspruch nehmen, wir würden uns freuen."

Der soziale Bibliotheksdienst ist in der Jahresgebühr zur Benutzung der Bücherei in Höhe von sechs Euro enthalten. Weitere Informationen unter Tel. 03447 315058.

Jenifer Hochhaus

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